Heimatforscher Heinz Lammers erstellte zweiseitigen Bericht mit Zeichnung

Dreijährige Ausgrabungen in Lette festgehalten

Heinz Lammers hat seine Erinnerungen an die Ausgrabungen in Lette festgehalten.

Lette. Bis vor 30 Jahren gab es Kirchenausgrabungen in Lette. In einem Bericht festgehalten wurden sie nicht. „Der Ausgräber Alfred Zeischka aus Oberhausen hat damals nichts davon veröffentlicht“, sagt Heinz Lammers, Hobbyarchivar und Heimatforscher aus Lette. „Ich war als sein Stellvertreter dabei und habe alles mal zusammengestellt.“

14 Tage hatte er damit verbracht, seine alten Notizen und Erinnerungen zu Papier zu bringen. Nun liegen seine „Erinnerungen an die Kirchengrabung 1977/1980 vor 30 Jahren“ einschließlich der Vorgeschichte auf zwei DIN-A4-Seiten vor, zusätzlich noch eine ganzseitige farbige Zeichnung mit den Ausgrabungsorten.

Ausgangspunkt war nach der Eingliederung von Lette in die Stadt Coesfeld am 1. Januar 1975 die Beschließung eines Bebauungsplans vom 30. Juni 1977, durch den unter anderem der alte Kirchplatz und die Bahnhofstraße betroffen waren. Da durch die Anbindung an die Ortsdurchfahrt B 474 auch die Bahnhofsallee betroffen war und gleichzeitig eine Fahrbahnerweiterung angestrebt wurde, waren Eingriffe im Bodenbereich des ehemaligen Kirchengeländes zu erwarten. Deshalb setzten sich Heinz Lammers, früherer ehrenamtlicher Denkmal- und Bodendenkmalpfleger der Stadt Coesfeld, und der Heimatverein Lette für eine vorherige archäologische Untersuchung des Kirchenareals ein, denn man befürchtete die Zerstörung historischer Bodenbefunde. Nachdem Lammers sich verschiedene Genehmigungen besorgt hatte und einige Schwierigkeiten überwunden waren, konnten die Ausgrabungen am 16. August 1977 beginnen. „Wir waren drei Jahre lang bis zum Herbst 1980 mit den Ausgrabungen beschäftigt. Jeden Samstag haben durchschnittlich vier bis sechs Personen geholfen, nur im Winter ruhte die Arbeit. Die Helfer kamen nicht nur aus Lette und Coesfeld, sondern beispielsweise auch aus Gelsenkirchen, Hamm und Münster“, so Heinz Lammers. „Bei den Ausgrabungen haben wir viele Keramikscherben gefunden, zum Teil aus dem römischen Bereich, auch Rosenkränze, Kreuze, Medaillen und altes Geld ab 1260. Außerdem sind wir auf Baumsärge gestoßen, die verfallen waren. Wir haben einen Kinderbaumsarg rekonstruiert, damit man sehen kann, wie der aussah.“

Interessant sei der Fund eines Baumbrunnens gewesen. Der Brunnen sei von der Kirche überbaut worden. „Alle Fundsachen sind im Heimathaus Lette ausgestellt“, so Heinz Lammers, der seine Erinnerungen nicht drucken lässt, allerdings an Interessierte in Kopierform zur Verfügung stellt. Telefonisch können sich Interessenten bei ihm unter Telefon (02546) 300 melden.

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