Interview mit Dorothee Heitz (Coesfeld & Partner)

„Drei Premiumprojekte“

Dorothee Heitz (rechts), die neue Geschäftsführerin des Stadtmarketing Vereins Coesfeld & Partner, mit (von links) den Mitarbeitern Lukas Bertels und Katja Koch sowie dem stellvertretenden Vereinsvorsitzenden Werner Prause.

Coesfeld. Dorothee Heitz ist die neue Geschäftsführerin des Stadtmarketing Vereins Coesfeld & Partner.

Dabei verbindet die Diplom-Verwaltungswirtin im Rathaus als Stabsstellenleiterin die Bereiche Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung mit ihrer bisherigen Tätigkeit als Pressesprecherin der Stadt Coesfeld, die sie weiterhin ausübt. Seit ihrem 16. Lebensjahr ist die heute 42-Jährige bei der Stadt Coesfeld beschäftigt. Das Ursula-Wochenende ist für Dorothee Heitz nun die erste Großveranstaltung, die sie aus einem neuen Blickwinkel heraus angeht. Darüber sowie über die Themenfelder Tourismus und künftige Ausrichtung des Stadtmarketings sprach sie im Interview mit Streiflichter-Mitarbeiter Florian Kübber.

Bisher haben Sie die Ursula-Wochenenden immer aus Sicht der Pressesprecherin begleitet, zum ersten Mal werden Sie es in diesem Jahr nun auch von der anderen Seite kennenlernen. Was verändert sich für Sie?

Dorothee Heitz: In erster Linie ist für das Organisatorische natürlich ein großer Kommunikationsaufwand zu leisten. Die Organisation der Veranstaltung ist aber sehr eingespielt und wird hier in der Stadtmarketing-Geschäftsstelle in bewährter Weise von Lukas Bertels durchgeführt. Ich werde erst einmal viel zuhören und mir alles anschauen, um auch die genauen Abläufe zu kennen. Meine Sichtweise dabei ist perspektivisch ausgerichtet – darauf, ob sich vielleicht für die Zukunft Dinge noch verbessern lassen. Völliges Neuland ist das Ursula-Wochenende für mich natürlich ohnehin nicht. Zum einen durch meine bisherige Tätigkeit in der Pressestelle, zum anderen, weil ich die Veranstaltung als gebürtige Holtwickerin schon seit meiner Kindheit kenne.

Haben Sie schon konkrete Ideen, was beim Ursula-Wochenende verändert werden könnte?

Heitz: Eine Idee wäre es, eine gemeinsame Klammer für die drei Veranstaltungstage zu finden, sie unter ein Oberthema zu stellen, etwa Marktgeschehen, Wirtschaft (im Hinblick auf die großen und kleinen Händler am Ursula-Wochenende) oder Herbst. Eine Idee ist auch, am Samstagabend Kneipenmusik anzubieten. Dabei müssen wir natürlich erst mal schauen, was realisierbar ist und was überhaupt von den Händlern und Einzelhändlern gewünscht ist.

Hat sich am Grundkonzept des Wochenendes etwas geändert?

Heitz: Die Grundausrichtung der Veranstaltung hat sich in diesem Jahr nicht verändert. Es wird am Freitag wieder den Krammarkt geben, zudem wird wieder der Kiepenkerl über den Markt ziehen. Der Samstag steht im Zeichen der kleinen Händler, hier findet der große Kinderflohmarkt der VR-Bank statt. Am Sonntag haben die Geschäfte der Innenstadt für die Besucher wieder von 13 bis 18 Uhr geöffnet, zudem werden auf dem Markt rund 25 Aussteller ihre Waren anbieten. Mit dem Torwandschießen, dem Wasserski-Simulator und dem Kinderschminken ist in diesem Jahr auch wieder ein buntes Programm für Kinder dabei.

Verbinden Sie mit dem Ursula-Wochenende ein besonderes persönliches Erlebnis?

Heitz: Schon früher als Kind bin ich mit meinen Eltern zum Einkaufen nach Coesfeld gefahren, da gehörte ein Gang über den Markt mit den vielen Ausstellern prinzipiell dazu. Früher wurden auch Kohlköpfe auf dem Markt verteilt, es war schon beeindruckend. Es ist immer schön, bei der Veranstaltung Freunde und Bekannte zu treffen und das bunte Treiben in der Stadt zu genießen.

Was ist anders in Coesfeld als in vergleichbaren Städten?

Heitz: Coesfeld hat eine kompakte Innenstadt, die dank der vielen Beschäftigten im Stadtkern wie den Schülerinnen und Schülern sehr gut frequentiert ist. Das Arbeitsplatzzentrum Coesfeld befördert so entscheidend die Einkaufsstadt Coesfeld. Wenn Sie in der Mittagszeit in der Stadt sind, wird das sichtbar und greifbar. Diese positive Entwicklung müssen wir weiter fördern und vorantreiben. Das kann nur gemeinsam mit allen Akteuren gelingen. Der Prozess Handlungskonzept Innenstadt hat das deutlich gezeigt. Stichworte sind Erlebniseinkaufen, mehr Verweilqualität in der Innenstadt.“

Wird es im Stadtmarketing Verein Coesfeld & Partner unter Ihrer Federführung nun eine Neuausrictung geben?

Heitz: In Coesfeld wird schon sehr viel geboten, hier können aber die Vernetzung und die Zielrichtung noch effektiver gestaltet werden. Wir haben mit den vier verkaufsoffenen Sonntagen, dem Lichtersamstag und der Pfingstwoche, um nur Beispiele zu nennen, schon sehr viele Veranstaltungen, die wir organisieren. Dazu richten wir jetzt alle drei Jahre die Kunstbörse mit dem Kulturbereich der Stadt aus. Wir wollen zusätzlich nicht noch mehr Veranstaltungen organisieren. Intern wollen wird im Stadtmarketing Verein die Kommunikation verbessern, zum Beispiel über den neuen, bereits gestarteten Newsletter an die Mitglieder. Ein weiteres Ziel ist es, ab Januar unsere eigene Homepage www.stadtmarketing-coesfeld.de online zu haben, um unsere Ziele noch transparenter nach außen darstellen zu können. Auch eine bessere Mitgliederwerbung ist ein Ziel für die Zukunft.

Wie sieht die Zielrichtung konkret für den Bürger aus?

Heitz: Wir wollen es schaffen, dass sich die Bürger noch mehr mit der Stadt Coesfeld identifizieren. Stadtmarketing-Projekte wie der Coesfelder Handelsgutschein tragen dazu bei, dass die Kaufkraft in der Stadt bleibt. Attraktive Geschäfte, eine vertraute, von vielen genutzte Innenstadt erhöhen die Akzeptanz und Zufriedenheit der Bürger – und stärken wiederum die Kaufmannschaft. Ein positives Stadtimage verstärkt diesen Effekt.

Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Säulen des neuen Innenstadtkonzeptes?

Heitz: Parkplätze für die Innenstadt sind sehr wichtig, sowohl Parkplätze für die Besucher als auch Dauerparkplätze für die Mitarbeiter in der Innenstadt. Die Verweil- und Aufenthaltsqualität wird im Wettbewerb der Städte immer wichtiger. Den Schlosspark umgestalten, die Berkel erfahrbar machen oder Straßen wie die Kleine Viehstraße durch ebenes Pflaster, schlanke Bäume und weitere Elemente aufwerten – das sind durchaus realisierbare Projekte, die mehr Lebensqualität bringen und Coesfeld für Besucher attraktiv halten.

Sie haben die Parkplätze angesprochen. Wann wird denn konkret was passieren?

Heitz: Die Kollegen arbeiten daran, es müssen ja für Parkflächen erst einmal Ausgleichsflächen geschaffen werden. Es gibt aber konkrete Aktivitäten und politische Beratungen, wie es weiter geht. Alle Beteiligten sind sich in dem Punkt auch einig, dass es in absehbarer Zeit weitere Parkflächen geben muss – und auch geben wird.

Welche Verbesserungsvorschläge gibt es denn seitens des Stadtmarketings, die sich schon im nächsten Jahr umsetzen lassen?

Heitz: Wir bearbeiten natürlich viele Themen, zum Beispiel die schon angesprochenen Mitarbeiter- und Kundenparkplätze in der Innenstadt und die Innenstadtgestaltung. Es gibt ja ein tolles Konzept, hier liegt es aber an der Politik, Prioritäten festzulegen. Wir haben aktuell drei Premiumprojekte als Stadtmarketing: Das sind der Samstagsmarkt in der Innenstadt, der Wohnmobilstellplatz und die Handelsgutscheine.

Sie haben den Wohnmobilstellplatz angesprochen. Wie wird er in Coesfeld denn angenommen?

Heitz: Anhand des Strom- und Wasserverbrauchs lässt sich in etwa schätzen, dass zwischen 800 und 1 000 Wohnmobilisten seit der Eröffnung am 18. Oktober 2012 den Platz genutzt haben. Damit sind wir sehr zufrieden, das bringt zusätzlich Frequenz in die Stadt. Es war eine kleine touristische Lücke, der Platz wird sehr gut angenommen. Dies liegt unter anderem daran, dass der Platz sehr innenstadtnah liegt und die Gäste dort sieben Nächte stehen können. Auch die Beschilderung ist gut, wir bekommen von den Touristen viele positive Rückmeldungen. Insgesamt sind wir im Bereich Touristik gut aufgestellt. Übrigens: Auch für das Großereignis „Sparkassen-Marathon 2015“ gibt es schon die ersten Anfragen nach Hotelzimmern und Übernachtungsmöglichkeiten.

SL-Ausgabe vom 23.10.2013

​Von Florian Kübber

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