Eltern von Zwillingen und Mehrlingen tauschen sich in der FBS aus. Gute Organisation ist gefragt

Doppelte Freude, doppelte Arbeit

Celia ter Hürne (links) und Susanne Wolfert haben sich im Krankenhaus kennengelernt, als ihre Zwillinge entbunden wurden.

Coesfeld. In den Vortragsräumen in der Familienbildungsstätte in Coesfeld robben zwei kleine Kinder zwischen Matten, Bauklötzen und Bällen umher.

Elf Monate sind die beiden Jungen alt, sie tragen ähnliche Kleidung. Noahs T-Shirt ist jedoch grün und das von Eliah blau. So kann man die Zwillinge leichter auseinander halten. Langsam füllen sich die Vortragsräume mit mehr Eltern, die alle jeweils zwei Kinder im Schlepptau haben. Es ist der vierte Nachmittag „Abenteuer hoch zwei“ für Zwillings- und Mehrlingsfamilien in der FBS in Coesfeld.

„Die Eltern können kommen, wann sie wollen, zwischen 15.30 und 17.30 Uhr“, erzählt Katja Büscher. Sie ist selbst Zwillingsmutter und eine der drei Dozentinnen, die den Nachmittag leiten. Das Angebot richtet sich an Zwillings- und Mehrlingseltern deren Kinder bis zu fünf Jahre alt sind und an die Geschwisterkinder. „Auch werdende Eltern sind herzlich willkommen“, betont Monika Wesberg, Fachbereichsleiterin in der FBS. 

Ins Leben gerufen wurde die Idee Anfang des Jahres. „Im Januar haben wir einen Aktionsnachmittag für Eltern mit Zwillingen veranstaltet“, erzählt Wesberg. Da hat sich gezeigt, dass ein regelmäßiges Angebot für Zwillings- und Mehrlingsfamilien gewünscht wird. Dank der Unterstützung des Mehrgenerationenhauses und der Claudia-Schafmeister-Stiftung kann das Angebot „Abenteuer hoch zwei“ vier oder fünf Mal im Jahr stattfinden.

„Wir haben hier ein großes Angebot an Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten für die Kinder“, so Wesberg. „Im Café können sich Eltern und werdende Eltern austauschen und erhalten eine fachliche Begleitung.“ Denn sowohl im Café als auch im Spielbereich ist eine kompetente Betreuung gewährleistet. „Die drei Dozentinnen Katja Büscher, Raphaela Südfeld und Claudia Brinkmann-Pliete sind langjährige Kursleiterinnen im Eltern-Kind-Bereich. Dadurch ist eine fachliche Beratung möglich.“

Dass das Angebot gut angenommen wird, zeigt die positive Resonanz. „Das Ende ist immer schwierig“, lacht Monika Wesberg. „Da wollen die Kinder meistens gar nicht mehr gehen – und es ist grundsätzlich Glück im Raum.“

Wie ist das Leben mit Zwillingskindern? „Doppelte Freude, doppelte Arbeit“, sagt Celia Ter-Hürne. „Und es ist total aufregend.“ Wo passe ich mit dem großen Kinderwagen durch? Sollte ich die zwei in ihrer Entwicklung vergleichen? Das sind Fragen, die sich Eltern mit einem Kind nicht stellen müssen. „Die Probleme sind ganz anders. Deshalb ist der Austausch mit anderen Zwillingseltern so wichtig.“ Was Celia Ter-Hürne an ihren Kindern so besonders findet? „Wie verschieden die beiden sind, obwohl sie so ähnlich aussehen“, lächelt die Mutter.

Ein großes Glück war die Geburt ihrer Zwillinge Noah und Eliah auch für Susanne Wolfert. „Das ist das Beste, was einem passieren kann“, lächelt sie. Mit der Unterstützung durch die Familie ist der Alltag mit zwei gleich alten Babys leichter zu meistern. „Eine gute Organisation ist nötig, um das alles gut zu schaffen.“

Einen hilfreichen Tipp bekommen, den Austausch mit anderen Familien genießen und die ein oder andere ruhige Minute im Café finden –ein Besuch beim „Abenteuer hoch zwei“-Nachmittag lohnt sich für Zwillings- und Mehrlingsfamilien auf jeden Fall. „Es ist so eine schöne Atmosphäre hier“, freut sich Monika Wesberg. „Alle kommen immer mit einem Strahlen rein.“

Auch im kommenden Jahr finden die Nachmittage jeweils freitags von 14.30 bis 17.30 Uhr statt, die fünf Termine stehen bereits fest: 16. Januar, 13. März, 12. Juni, 11. September und 20. November 2015. Anmeldungen werden in der FBS unter Telefon (02541) 94920 entgegen genommen.

SL-Ausgabe vom 19.11.2014

​Von Anna Tiffe

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