Anna Katharina: Pfarrheim nimmt Gestalt an, Laurentiuskirche ist Baustelle

Detailpläne stehen noch aus

Das Modell des neuen Pfarrzentrums konnten die Gemeindemitglieder aus der Nähe betrachten.

Coesfeld. Andächtiges Staunen, vorsichtige Schritte auf frisch verlegten Fliesen und ganz viele ausgestreckte Zeigefinger: Weit über 100 Gemeindemitglieder der Kirchengemeinde Anna Katharina bewegen sich am Montagabend zum ersten Mal durch ihr neues Gemeindezentrum.

Zuerst durch das Pfarrheim, das schon seit Monaten Gestalt annimmt und wo nur noch wenige Innenarbeiten anstehen. Dann in die Laurentiuskirche. Hier regieren seit einigen Tagen die Bagger, der Innenraum ist leer und kaum wiederzuerkennen. Auf Bierbänken im kahlen Kirchenschiff lauschen die Gäste den Worten von Dechant Johannes Hammans und Architekt Eckhard Scholz aus Senden.

Klar ist: Das neue Gemeindezentrum der noch jungen Großgemeinde ist nicht irgendein Mehrzweckgebäude und irgendeine Kirche, sondern ein ganz besonderes Ensemble. Direkt an die Kirche angebaut wurde das Pfarrheim, ein großzügig dimensioniertes Gebäude mit hellen Klinkern. Es wird von der weißen Laurentiuskirche, die nach Abschluss der Umbauarbeiten den Namen Anna Katharina tragen soll, nur noch ein bisschen überstrahlt.

Damit das Gesamtkonzept im neuen Gemeindezentrum stimmt, tut sich auch in der Kirche einiges. Doch bei aller Freude über die Modernisierung von St. Laurentius gibt es auch viel Wehmut: Die Kirche St. Ludgerus wird in absehbarer Zeit geschlossen. Das war schon kurz nach der Fusion Anfang 2005 klar. Doch Elemente aus dem Gotteshaus an der Loburger Straße sollen in der Kirche Anna Katharina einen neuen Platz finden. Zum Beispiel das Kreuz und das Taufbecken.

Der Altar wird nur noch auf vier und nicht mehr auf sechs Stufen stehen, zudem gibt es Überlegungen, einen neuen Altar aus vier Bruchstücken – die für die vier fusionierten Gemeinden stehen – zu errichten.

Das bunte Wandmosaik im Chorraum soll unter weißem Putz verschwinden. So wie die Kirche überhaupt viel heller werden soll. Diözesanbaumeister und Liturgiekommission des Bistums hätten bei solchen Grundsatzentscheidungen stets mit am Tisch gesessen, betont Hammans. Und entschieden: Die Kirche solle insgesamt „beruhigt“ werden, sagt Architekt Eckhard Scholz. Die Bögen der ans Pfarrheim angrenzenden Seite werden zu rechteckigen Öffnungen, die mit satiniertem Glas ausgekleidet werden. Eine neue Beleuchtung macht den Kirchen-Innenraum heller.

Bei der abschließenden Fragerunde zu den Umbauarbeiten klingen auch kritische Töne an. Zu spät sei die Gemeinde über den Kirchenumbau informiert worden, finden einige. Man habe eben sehr spät die endgültige Finanzierungszusage des Bistums bekommen, entgegnet der Pfarrer. Und außerdem seien die Überlegungen, wie die künftige Pfarrkirche aussehen soll, längst nicht bis ins letzte Detail abgeschlossen. „Wenn die endgültigen Pläne stehen, werden wir wieder einladen. Und das zeitnah“, verspricht Hammans.

Zeitnah wird die Gemeinde auch das neue Pfarrheim nutzen können. Noch vor Ostern sollen die Arbeiten beendet sein, spätestens Anfang Mai die Gruppen einziehen.

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