Die Freilichtbühnen-Saison beginnt am Freitag mit „Der große Gatsby“

„Das ist pure Emotion“

An diesem Samstag findet die Welturaufführung des Musicals statt. Aus der Freilichtbühne wird dann das New York der Zwanziger Jahre, das geprägt ist von schillernden Partys und boomender Börse.

Coesfeld. Es soll bunt werden, es soll laut werden – und garantiert ganz anders als alles, was die Zuschauer in den vergangenen Jahren zu sehen bekommen haben: Für das diesjährige Abendmusical der Freilichtbühne Coesfeld haben sich die Mitwirkenden einiges vorgenommen.

An diesem Samstag, 26. Mai, startet die Bühnensaison mit der Welturaufführung des Musicals „Der große Gatsby“ von Claus Martin. 21 Darsteller entführen die Zuschauer dann in das von schillernden Partys und Börsenboom geprägte New York der Zwanziger Jahre.

Selfmade-Millionär

und große Jugendliebe

Dort begegnen sie Jay Gatsby, einem Mann, dessen Partys für die High Society die gesellschaftlichen Höhepunkte in der Stadt darstellen. Doch der Selfmade-Millionär selbst wirkt wie ein Mysterium, glänzt er auf seinen Veranstaltungen doch lediglich durch Abwesenheit. Es stellt sich heraus, dass Gatsby die Partys nur für eine einzige Frau organisiert – seine große Jugendliebe Daisy, der er früher aufgrund seiner gesellschaftlichen Klasse nicht näher kommen konnte. Auf gute amerikanische Art hat er inzwischen etwas aus sich gemacht und versucht nun, Daisy für sich zurückzugewinnen…

Nicht nur das Stück und der fiktive Ort des Geschehens sind neu, auch bei den Mitwirkenden gibt es in diesem Jahr Veränderungen. Regisseur Jonas Fischer ist erstmals für die Freilichtbühne Coesfeld tätig. Zuletzt hat er für die Schauspielhäuser Dortmund und Bochum gearbeitet. „Die Darsteller haben sich auf eine ganz neue und offene Theaterform eingelassen und sie sehr gut angenommen“, sagt Fischer. Kathrin Strotmann, die die Rolle von Myrtle Wilson, einer Frau mit heimlicher Affäre, spielt, erklärt, was es mit der besonderen Theaterform auf sich hat. „Den ersten Teil spielen wir sehr klassisch und die Szenerie trägt viel zum Eindruck des Zuschauers bei. Im zweiten Teil nehmen wir dann eine offenere Spielform an. Alle sind auf der Bühne, statt der Kulisse stehen dann aber die Gefühle und Emotionen der einzelnen Charaktere im Vordergrund.“ „Das ist dann wirklich pure Emotion“, ergänzt Fischer.

Nicht nur der Regisseur ist beeindruckt von der Leistung der Darsteller. Auch Choreografin Victoria Wohlleber ist sichtlich zufrieden. „Das Ensemble hat die verschiedenen Schritte und manchmal komplizierte Charleston-Tänze schnell aufgenommen und die Herausforderung großartig gemeistert.“ Fischer, Strotmann und Wohlleber wissen die Leistung der Mitwirkenden zu schätzen. „Hinter uns liegt eine harte Probenzeit“, erklärt Fischer. „Das ist nicht einfach, gerade wenn man das Spielen auf der Bühne irgendwie mit dem gewöhnlichen Berufsleben und der Freizeit vereinbaren muss.“ Für Strotmann, die bereits einiges an Bühnenerfahrung nachweisen kann, ist der große Gatsby auch aus anderen Grund eine ganz besondere Herausforderung. „Die Zwanziger Jahre sind für uns alle eine neue Zeit, die vorher noch nicht hier auf der Bühne präsentiert wurde. Außerdem handelt es sich um eine Uraufführung. Jeder von uns schlüpft also in eine Rolle, die vorher noch niemand gespielt hat. Das ist für uns alle ziemlich aufregend.“

Aufführungen bei

Wind und Wetter

Noch wird gesägt, geknüpft und gestellt, damit Bühnenbild und Kostüme bis zur Premiere glänzen. „Es ist noch viel Arbeit, aber wie immer werden wir rechtzeitig fertig werden“, sind sich Fischer, Strotmann und Wohlleber sicher. Zum Crash an der Börse wird es übrigens nicht kommen. „Die Zuschauerräume sind vollständig überdacht. Deshalb spielen wir auf jeden Fall und bei jedem Wind und Wetter“, versichert Manfred Efsing von der Freilichtbühne.

Tickets:

Bis Samstag, 1. September, wird „Der große Gatsby“ immer freitags und samstags ab 20.30 Uhr gespielt. Karten für den ersten Rang gibt es für 14 Euro (ermäßigt 12 Euro), im zweiten Rang kosten die Karten 12 Euro (ermäßigt 10 Euro). Erhältlich sind die Karten bei der Freilichtbühne unter Telefon (02541) 3355 oder im Internet unter www.freilichtbuehne-coesfeld.de.

Streiflichter-Ausgabe vom 23.5.2012

Von Tina Walther

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