Umgang mit Schicksalsschlägen und Leid – 2. Couchgespräch des KBW

„Das Leben ist lebenswert“

Freuen sich auf das 2. Couchgespräch am Montag, 1. Juli, und laden dazu ein: Heinrich Schulze-Hillert (von links), Eberhard Ernsting (Leiter des Katholischen Bildungswerks Coesfeld), Pfarrer Johannes Hammans, Johannes Heling (Leiter des Katholischen Kreisbildungswerks Coesfeld) und Ansgar Schulz. [aK]Foto: Kübber[eK]

Coesfeld. Beide waren gesund und voll berufstätig.

Doch dann beendeten plötzlich ein Arbeits- und ein Skiunfall das bisherige Leben der beiden Männer. Heute sitzen Heinrich Schulze-Hillert und Ansgar Schulz im Rollstuhl. An diesem Montag, 1. Juli, stehen die Betroffenen beim 2. Couchgespräch des Katholischen Bildungswerkes Coesfeld Rede und Antwort, wenn es heißt „Und plötzlich ist alles anders – Umgang mit Schicksalsschlägen und Leid.“

Bereits im Vorfeld erzählten die beiden Rollstuhlfahrer beim Pressegespräch von ihren ganz persönlichen Schicksalsschlägen und davon, wie sie ihr Leben danach gemeistert haben.

Mit der Familie an einem Strang gezogen

Landwirt Heinrich Schulze-Hillert traf es am 20. Januar 2004: „Durch unglückliche Umstände hatte ich einen Arbeitsunfall im landwirtschaftlichen Betrieb. Danach hatte ich zunächst für ein Jahr einen Betriebshelfer, dann lief es mit einem zusätzlichen Gehilfen weiter.“ Sohn Henrik machte im Sommer 2007 seinen Abschluss zum staatlich geprüften Landwirt und übernahm den Hof.

„Wir haben den Betrieb auf Wunsch meines Sohnes von Milchkühen auf Bullenmast umgestellt. Das hat sich gut entwickelt“, erklärt der heute 61-Jährige, der weiterhin auf dem Hof mitarbeitet. Während der Zeit des Unfalls sei außerdem seine Mutter an Demenz erkrankt. Gemeistert haben Schulze-Hillert, seine Ehefrau und ihre fünf Kinder die schwierige Situation, in dem sie alle an einem Strang zogen.

„Das Wichtigste ist, dass ich meine Aufgabe nicht verloren habe, das motiviert sehr stark.“ Auch im Kirchenvorstand von Anna Katharina ist er aktiv. Seit sieben Jahren nimmt er hier Aufgaben für Stevede wahr.

Ebenso wie Heinrich Schulze-Hillert kann auch Ansgar Schulz seine Arme voll bewegen. Er ist seit einem Skiunfall im Jahr 2009 querschnittsgelähmt.

2. Couchgespräch beginnt um 20 Uhr

„Zunächst brach für mich eine Welt zusammen. Meine jüngste Tochter war zu dem Zeitpunkt knapp ein Jahr, die älteste drei Jahre alt. Da ich in einer kleinen Firma mit zwei Gesellen und einem Auszubildenden arbeitete, war es verwunderlich, dass ich weitermachen konnte“, so der gelernte Tischler.

„Was mir ganz viel Kraft gegeben hat, waren Freunde und Verwandte, die mich die ganze Zeit über unterstützt haben.“ Acht Monate lag Ansgar Schulz in einer Klinik, absolvierte anschließend eine sechsmonatige Fortbildung im PC-Bereich und fing wieder in seiner Firma an. „Jetzt arbeite ich täglich vier Stunden und mache den Schriftverkehr und den Telefondienst“, so der heute 41-Jährige. Trotz aller Höhen und Tiefen sei das Leben lebenswert.

Das Couchgespräch beginnt um 20 Uhr im Pfarrzentrum Anna Katharina (Tüskenbach 18). Weitere Infos unter Telefon (02541) 952673.

Streiflichter-Ausgabe vom 26.6.2013

Von Reinhold Kübber

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