Interview mit Pfarrer Johannes Hammans zur Anna-Katharina-Kirche

„Das Bistum sieht in unserer Gemeinde eine Zukunft“

Pfarrer Johannes Hammans.

Coesfeld. Von außen sieht die Anna-Katharina-Kirche noch fast so aus wie die alte Laurentiuskirche.

Im Inneren hat sich aber einiges getan, und an der rechten Seite schließt sich das große Pfarrzentrum an, dessen Schlusssteinlegung bereits im Mai feierlich stattgefunden hat. An diesem Sonntag, bei der Einweihung nach den baulichen Veränderungen, wird in der Anna-Katharina-Kirche nun zum ersten Mal nach fast zwei Jahren wieder ein Gottesdienst stattfinden.

Über das neue „Gewand“ des Gotteshauses, über dessen bauliches Konzept und über die ersten Reaktionen der Gemeindemitglieder sprach Streiflichter-Mitarbeiter Thilo Kötters mit Pfarrer Johannes Hammans.

Streiflichter: Herr Hammans, können Sie das Innere der neuen Anna-Katharina-Kirche mit drei Adjektiven beschreiben?

Johannes Hammans: Hell, freundlich und einladend. Das ist mein Eindruck, wenn ich hineingehe.

Streiflichter: Was für ein Konzept steckt dahinter?

Johannes Hammans: Wir wollten einen Kirchenraum schaffen, der die Menschen einlädt, einen festlichen Charakter hat. Zum anderen kam es uns auf eine moderne Formensprache an, die der heutigen Zeit entspricht. Es soll deutlich werden, dass der Glaube auch in der heutigen Zeit seinen Platz hat. In einer Zeit, in der Menschen weniger Kontakt zur Kirche haben, muss der Kirchenraum für sich selbst sprechen – es gibt einen Altar und ein Kreuz, so dass sich der Sinn eher erschließt als bei einer Fülle von Gegenständen. Auch die Verbindung von Pfarrzentrum und Kirche war wichtig.

Streiflichter: Der größte Unterschied in der Gestaltung fällt beim Blick in den Chorraum auf…

Johannes Hammans: Wir haben lange darum gerungen, ob das Mosaik weiterhin zu sehen sein soll. Die Gremien haben sich dann dagegen entschieden, weil es den Raum doch sehr bestimmt hat und sich alles andere unterordnen wollte und musste. Jetzt steht die Feier des Gottesdienstes wieder im Mittelpunkt. Das ist natürlich ein Einschnitt für alle Laurentianer. Doch das Mosaik ist nicht weg, sondern nur verputzt, man kann es später wieder hervorholen.

Streiflichter: Auch die Fenster erstrahlen in einem neuen Glanz, von einem grüßt Ihre Pfarrpatronin Anna Katharina Emmerick…

Johannes Hammans: Ja, denn die Umbenennung der Kirche war uns ganz wichtig. Die Entscheidung ist gefallen, als klar war, dass wir St. Ludgerus schließen mussten. Wir wollten nicht, dass nur St. Laurentius übrigbleibt. In der neuen Kirche sollten sich beide Gemeindeteile wiederfinden.

Streiflichter: Und was sagen die Leute, die viele Jahre in die alte Laurentius-Kirche gegangen sind?

Johannes Hammans: Da gibt es natürlich viele, die der alten Kirche hinterhertrauern. Da tauchte oft die Frage auf: Muss das sein? Warum investiert man da so viel? Dazu muss man sagen, dass das Bistum hier investiert, weil es in unserer Gemeinde eine Zukunft sieht. Das zeigt, dass dieser Standort nicht aufgegeben wird und hier auch künftig Gemeindeleben stattfinden soll. Wir hätten mit dem Geld auch Ludgerus renovieren können. Aber dann hätten wir zwei Standorte und die Frage wäre, wie wir die mit Leben füllen, und ob wir der nächsten Generation damit nicht eine Last hinterlassen.

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