Lockerungen aufgeschoben

Coronavirus im Kreis Coesfeld: Infektionsschutzvorgaben bei Westfleisch teilweise nicht beachtet

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Die Testungen der Beschäftigten von Westfleisch laufen weiter. Der Kreis Coesfeld muss zunächst auf Lockerungen verzichten.

Mit Freunden im Biergarten sitzen, sich mit mehreren Personen in der Öffentlichkeit treffen, größere Einzelhandelsbetriebe aufsuchen oder ins Fitnessstudio gehen – viele Lockerungen, die für kommenden Montag, 11. Mai, geplant waren, müssen im Kreis Coesfeld um einige Tage verschoben werden.

  • Westfleisch ist bis zum 17. Mai geschlossen. 
  • Es wurden Verstoße der Infektionsschutzvorgaben bei dem Fleischverarbeitungsbetrieb festgestellt.
  • Lockerungen sind im Kreis Coesfeld bis zum 18. Mai nicht möglich.

Kreis Coesfeld. Der Ausbruch der Corona-Ansteckungen in einem fleischverarbeitenden Betrieb in Coesfeld hat dazu geführt, dass sich im Kreis in vielen Bereichen bis zum 18. Mai nichts ändert. Kindertagesstätten und Schulen sind davon ausdrücklich ausgenommen; hier kann, wie geplant und bereits geregelt, verfahren werden. In enger Abstimmung mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen und der Bezirksregierung Münster hat der Kreis die Entscheidung getroffen, den Betrieb in Coesfeld zu schließen.

„Das sind schmerzhafte Einschnitte für die Bevölkerung, gar keine Frage. Alles dies hätten wir uns anders gewünscht“, betont Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr – und unterstreicht: „Wir tun alles, um Infektionsketten zu durchbrechen und den Ausbruch einzudämmen – für die Sicherheit der Beschäftigten und der Bevölkerung insgesamt.“ 

Mehrere Teams des Kreisgesundheitsamtes sind auch am heutigen Samstag, 9. Mai,  unterwegs, um die Beschäftigten des Schlacht- und Zerlegebetriebes in ihren Unterkünften zu testen. 917 Abstriche sind inzwischen genommen worden; 183 Ansteckungen wurden nachgewiesen; bei 182 Personen hat sich der Verdacht nicht bestätigt. Weitere Labornachweise erfolgen zeitnah. „Vor diesem Hintergrund bin ich sehr zuversichtlich, dass wir bald Klarheit haben und perspektivisch weitere Lockerungen andenken können“, unterstreicht der Landrat. 

Verstoß gegen Vorgaben

Eine Kontrolle des Betriebs durch Arbeitsschützer der Bezirksregierung am Freitag, 8. Mai, hatte unter anderem ergeben, dass Infektionsschutzvorgaben sowohl im Zerlegebetrieb als auch in den Umkleiden nicht beachtet wurden. Entsprechend der Anweisung des MAGS, werden alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die überwiegend bei Subunternehmen des Betriebes beschäftigt sind, auf das Coronavirus getestet. Der Kreis hatte in den letzten Tagen bereits damit begonnen; über 650 Abstriche auf Veranlassung des Kreises sind bislang erfolgt. Nach ersten Hinweisen hatte das Kreisgesundheitsamt eine aktive Fallsuche betrieben.

Der Landesregierung und auch ihm sei es sehr wichtig, dass am  Muttertag, 9. Mai, Besuche der engsten Familienangehörigen in den Pflegeheimen möglich sind – nach Anmeldung bei der jeweiligen Leitung.

Dem betroffenen fleischverarbeitenden Betrieb hatte der Kreis Coesfeld in der letzten Nacht die entsprechende Ordnungsverfügung der vorübergehenden Schließung zugestellt. Bis einschließlich zum 17. Mai sind Schlachtung, Zerlegung, Verpackung, Verladung und Versand am Standort in Coesfeld komplett untersagt. Restliches Fleisch darf noch abtransportiert werden; auch kann der Betrieb bis morgen, 10. Mai,  noch Abfälle entsorgen.

Coronavirus im Kreis Coesfeld: Auf diese Lockerungen muss der Kreis vorerst verzichten.

Aktuelle Fallzahlen zu den Coronavirus-Infizierten im Kreis Coesfeld gibt es in unserem News-Ticker.

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