Coesfelder unterstützen den Bau von mehreren Gebäuden in der Simanjiro-Ebene in Tansania

Schwester Almuth aus dem Orden „Schwester Unserer Lieben Frau“ reiste bereits elf Mal ins ostafrikanische Land.

Coesfeld. Wer in Arusha, Tansania, aus dem Flieger steigt, der findet sich wieder in einer scheinbar gänzlich anderen Welt. 150 Kilometer vom Flughafen entfernt, weit draußen in der Hochebene Simanjiro, dort, wo das Land dürr ist und kaum ausgebaute Straßen hinführen, sorgen Coesfelder mit einem Projekt für die Unterstützung der Massai. Seit 2010 helfen die Ordensschwestern Unserer Lieben Frau aus der Kreisstadt, Schüler der Liebfrauenschule Coesfeld sowie Mitglieder des Vereins „Dialog hilft Kindern in der Einen Welt e.V“ der ostafrikanischen Volksgruppe.

Eine, die bereits elf Mal nach Tansania reiste, um das Projekt voranzutreiben ist Schwester Almuth. „Die Massai waren bis vor einiger Zeit Nomaden und sind in der tansanischen Gesellschaft nicht sehr hoch angesehen“, informiert die 74-Jährige Coesfelderin. Gründe, um Hilfe zu leisten gibt es für sie somit mehr als genug: „Das Land ist sehr trocken, es lässt sich nur schwer Getreide anbauen, das Wasser ist knapp“, erklärt die Ordensschwester. Mit der Hilfe der Deutschen gelang es den Afrikanern erstmals Bohnen und Mais von eigenen Feldern zu ernten. Zudem wird seit 2010 eine Schule errichtet. Mehrere hundert Schüler besuchen diese aktuell, das Gebäude wird stetig ausgebaut. „Wir hoffen aber im Jahr 2020 mit dem Bau fertig zu sein“, so Schwester Almuth.

„Ibariki Tanzania – Gott segne Tansania“, sangen die Schulkinder im Oktober als die Coesfelderin letztmalig in die Simanjiro-Ebene reiste. „Als wir nach vierstündiger Fahrt im Jeep in ,unserer‘ Siedlung nahe des Ortes Loiboriret ankamen hielt mich nichts mehr im Fahrzeug“, lacht Schwester Almuth: „Ich musste sofort alle begrüßen“. Gemeinsam mit einer Gruppe tansanischer Frauen betätigte sie sich anschließend handwerklich und gestaltete mehrere Stofftaschen.

Eine Schule errichten tansanische und deutsche Helfer gemeinsam in der Simanjiro-Hochebene für Massai-Kinder.

Am Tag nach der Ankunft begann dann die körperlich anstrengende Arbeit auf dem Bau. „Der Bauleiter hatte eine Gruppe mit 14 Arbeitern organisiert und wir waren neun Helfer aus Deutschland“, erklärt Schwester Almuth. Eingeteilt in zwei Gruppen wurde Unterstützung bei der Errichtung von zwei Gebäuden geleistet. Wie in den anderen Jahren zuvor wurden die Schule um zwei Klassenräume erweitert. Außerdem hatte eine der Gruppen ihren Einsatz dort, wo das Fundament für ein zukünftiges Internat schon fertiggestellt worden war. Schwester Almuth und die anderen Gehilfen holten Wasser, siebten Sand, wässerten die Steine oder halfen beim Anstreichen der vorhandenen Spielgeräte. Im sogenannten „Nagelstudio“ entfernten sie Nägel aus den Schalbrettern, damit beides beim nächsten Bau wieder genutzt werden konnte.

Dass die Tansanier, die den Bau der Gebäude in Eigenregie fortführen, auch wenn die Coesfelder nicht vor Ort sind, ordentlich anpacken zeigte sich mehrmals: „Wir mussten uns ganz schön anstrengen, damit wir zur passenden Zeit den Speis gemischt hatten“, erläutert Schwester Almuth. „Die einheimischen Maurer waren schnell und oft hörten wir den Ruf: ,Mooter‘, also ,wir haben keinen Speis mehr‘.“ Die erfahrensten Handwerker betätigten sich außerdem am Bau eines Backofens. 

Selbst gestaltete Stofftaschen präsentierten die Tansanierinnen im Oktober vergangenen Jahres.

„Von unseren Wohnungen aus benötigten wir rund eine Stunde Fußgang, um zur Baustelle zu gelangen“, so Schwester Almuth. Der Weg führe durch die dürre Landschaft, es gebe kaum Grün, am Straßenrand fänden sich lediglich vertrocknete oder dornige Büsche. „Umso überraschender ist, dass direkt vor dem Fenster meines Zimmers ein Gummibaum wächst“, freut sich die deutsche Helferin.  Besonders die beiden Kinderfeste, zu denen alle deutschen Helfer im Oktober eingeladen wurden, blieben Schwester Almuth anschließend in unvergesslicher Erinnerung. Zum Programm gehörten Schminken, Seilchen springen oder Kopfschmuck basteln. Auch Mandalas malen, Armbänder sowie Ketten basteln und Fußball spielen gehörten zu den Highlights der Reise. „Jedes Mal freue ich mich wieder über die unglaubliche Gastfreundschaft und Herzlichkeit der Afrikaner“, lächelt Schwester Almuth.

Schon jetzt steht fest: Im Juli reist sie erneut ins ostafrikanische Land. „Wir möchten dann vor allem die Selbstständigkeit der Frauen fördern“, erklärt Schwester Almuth ihr nächstes Ziel. Unter anderem werde während ihres Aufenthalts ein Brotbackkurs für die Tansanierinnen geboten. „Dank des neuen Backofens geht dieser lang ersehnte Wunsch endlich in Erfüllung“, erklärt die Coesfelderin.

Sie richtet ihren Dank an alle Unterstützer des Tansania-Projekts. „Gott, segne die Kinder Afrikas, Gott, segne alle, die unser Schulprojekt durch so viele Jahre hinweg unterstützt haben“, sagt sie.

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