Dülmener Tafel bereits geschlossen 

Coesfelder Tafel hofft noch möglichst lange Waren ausgeben zu können

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Siegfried Hillers (von links), Renate Müller und Josef Mundorf waren noch am Montag bei der Dülmener Tafel tätig. Jetzt ist sie erst einmal geschlossen.

Kreis Coesfeld. Leere Regale im Supermarkt sind zur Zeit keine Seltenheit. Zahlreiche Menschen machen Hamsterkäufe. Die meisten Einrichtungen bleiben geschlossen. Die Streiflichter hakten bei den Tafeln im Kreis Coesfeld nach, wie sie von der aktuellen Situation betroffen sind und was das geplante Vorgehen für die nächsten Wochen ist.

Haben die Tafeln aktuell geschlossen? 

Jein. Die Dülmener Tafel war am vergangenen Montag das letzte Mal in Betrieb, seit gestern ist sie bis auf Weiteres geschlossen. „Wir haben unseren Mitarbeitern gegenüber eine Fürsorgepflicht, der wir nachkommen. Das Durchschnittsalter unserer ehrenamtlichen Helfer liegt bei über 70 Jahren“, informiert Mitarbeiter Siegfried Hillers. Aktuell geöffnet ist noch die Coesfelder Tafel mit Ausgabestellen in Nottuln und Coesfeld. „Wir hoffen, noch mindestens eine Woche lang geöffnet bleiben zu können. Wir warten auf einen offiziellen Beschluss, dass wir schließen müssen“, so Hildegard Sonnenschein von der Coesfelder Tafel. Realistisch gesehen sei eine Schließung in nächster Zeit aber wahrscheinlich. Geöffnet hat die Tafel in Coesfeld immer dienstags und donnerstags von 13.30 bis 17 Uhr, in Nottuln immer mittwochs von 10 bis 12 Uhr.

Ist noch Ware vorhanden?

In Coesfeld und Nottuln sind noch ausreichend Lebensmittel vorhanden, um den Bedarf der Kunden aus Coesfeld, Billerbeck, Nottuln und Havixbeck zu decken. „Zur Zeit geben wir noch reichlich aus“, erklärt Sonnenschein. Nicht möglich sei es allerdings auch noch die Dülmener Kunden zusätzlich zu übernehmen.

Hat sich die Lebensmittelzufuhr zur Zeit verändert? 

Die Hamsterkäufe beeinflussen auch, wie viel Waren die Tafeln erhalten. So wenig wie momentan, sei es in Dülmen noch nie gewesen. „Wir bekommen hauptsächlich frische Ware von den Supermärkten, die nur noch für kurze Zeit haltbar ist. Aktuell wird von den Supermarktkunden allerdings fast alle Ware gekauft, da bleibt nicht mehr so viel für uns übrig“, berichtet Vorsitzender der Dülmener Tafel Josef Mundorf von den Schwierigkeiten in den vergangenen Wochen.

Was passiert mit den restlichen Lebensmitteln während die Tafel geschlossen ist? 

Lebensmittelverschwendung möchten die Tafeln vermeiden. Die Dülmener Tafel hofft durch den letzten geöffneten Tag die gesamte vorhandene Ware, die sonst verderben würde, an die Kunden ausgeben zu können.

Wäre ein Lieferservice eine Option? 

Ein Lieferservice ist aufgrund der Personalzahl nicht möglich, da ein solcher zeitaufwendig und schwer zu organisieren wäre. Außerdem wäre auch hier eine Gefährdung der Mitarbeiter nicht auszuschließen.

Gibt es eine alternative Lebensmittelausgabe für die Tafelkunden? 

Nein. Hunger wird dennoch keiner leiden müssen, denkt Josef Mundorf von der Dülmener Tafel: „Das soziale Netz in Deutschland wird auch weiterhin greifen. Die Tafel ist ohnehin nicht als Vollversorger gedacht.“ Kunden sollten dennoch versuchen, mit ihren Lebensmitteln sinnvoll zu haushalten, vor allem wenn sie noch länger haltbare Waren zur Verfügung stehen haben.

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