Coesfelder sorgen für neuen Brunnen im Mutoto Village im Kongo

Valerie Müller-Radot, Enes Habibovic, David Kuntjoro und Ulrich Krechting aus Coesfeld bauten einen neuen Brunnen mit Pumpe in Mutoto Village im Kongo.

Coesfeld.  600 Straßenkinder, die in entsprechenden Gebäuden von acht Lehrkräften unterrichtet werden, und 50 Internatsschüler: Das Mutoto-Village am Rande der Sieben-Millionen-Einwohner-Stadt Lubumbashi in der Demokratischen Republik Kongo entwickelt sich zusehends positiv. Für zehn Tage waren jetzt Valerie Müller-Radot, Ulrich Krechting, David Kuntjoro und Enes Hobibovic aus Coesfeld in dem Projektdorf zu Besuch.

Sie kamen mit gefüllten Händen: „Wir haben einen 47 Meter tiefen Brunnen bohren lassen und eine elektrische Pumpe mit Stromgenerator und einen Wassertank installieren lassen, so dass die Kinder und Lehrer nun stets frisches sauberes Wasser haben und die Cholera-Gefahr stark gemindert wird. Auch umliegende Bewohner profitieren von dem sauberen Wasser – insgesamt rund 1 500 Personen“, berichtet Reiseorganisator Ulrich Krechting, Geschäftsführer der Coesfelder Jugendhilfeeinrichtung Gleis B gGmbH, die sich auch an der Hilfe beteiligte.

Mit im Gepäck hatten die Coesfelder neben rund 100 Zahnbürsten – Spende einer Coesfelder Zahnarztpraxis – auch einen Akku-Schrauber, einen Winkelschleifer, eine Stichsäge und einen Handkreissäge in Profi-Qualität. Tischler David Kuntjoro zeigte, wie aus Holzpaletten, die bei einer Brauerei als Abfall anfallen, Möbel gezaubert werden können.

Unterm Strich hatten die Materialien – unter anderem auch vor Ort gekauftes Papier und Schreibgerät für die Schüler – und Installationen einen Wert von rund 10 000 Euro, die von insgesamt zehn Personen gespendet worden waren. Auch eine neue Satelliten-Internet-Empfangsanlage zählte zu den Spenden. Sie sorgt nun dafür, dass im Internet-Café auf dem Gelände des Projekts an mehreren Notebooks online gegangen werden kann.

„Wir wurden wieder überaus herzlich empfangen“, ist Ulrich Krechting begeistert. „Unter anderem wehte die Coesfelder Stadtfahne am Mast zu unserer Begrüßung.“ Auch an einer Hochzeit nahm die Gruppe teil – Ulrich Krechting gar als Trauzeuge.

Für die Kommunikation sorgte Valerie Müller-Radot mit ihren fließenden Französisch-Kenntnissen. Das war nicht zuletzt von Vorteil, als der Coesfelder Besuch den Gouverneur der Region, den Regionalabgeordneten und den Minister für Sport und Jugend trafen.

Und auch bei dem Besuch eines Kinderprojekts bei den Erzminen in Kolvesi und dem Treffen mit dem Minenminister des an Rohstoffen überaus reichen Landes.

„Wir haben deutlich gemacht, dass die Entwicklung vor Ort für Kongolesen besser ist, als nach Europa zu kommen, wo es für Afrikaner unheimlich schwer ist, sich zu integrieren. Enes Habibovic berichtete, wie schwer es ihm als Kosovo-Flüchtling schon gefallen war, in Deutschland erfolgreich Fuß zu fassen“, so Krechting.

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