Schauspieler Stephan Benson liest am 13. August beim „Treffpunkt Literatur“

„Coesfeld bedeutet Kindheit“

Schauspieler Stephan Benson hatte seine ersten Auftritte auf der Coesfelder Freilichtbühne. Foto: Urban Ruths

Coesfeld. Er ist in Coesfeld aufgewachsen, machte hier seine ersten Theatererfahrungen und entdeckte seine Leidenschaft für die Bretter, die die Welt bedeuten.

Über vierzig Jahre spielt er nun schon – zunächst als Hobby, später als Beruf. Stephan Benson wohnt schon lange nicht mehr in Coesfeld, kehrt aber für eine Lesung im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Treffpunkt Literatur“ zurück. Die Veranstaltung „Stephan Benson liest aus Josef Konrads Taifun“ findet am Mittwoch, 13. August, von 19.30 bis 21 Uhr in der Bischofsmühle, Bischofsmühle 10 in Coesfeld, statt.

„Auf die Erzählung ,Taifun’ bin ich vor einigen Jahren gestoßen, erinnert sich Stephan Benson. „Ich war sofort von ihr fasziniert. Noch nie hatte ich eine so gute Schilderung eines Sturms gelesen.“ Daher sei ihm die Wahl, was er denn in Coesfeld lesen wolle, nicht schwer gefallen. Und außerdem passe die Erzählung perfekt zu dem Thema, das den „Treffpunkt Literatur“ in diesem Jahr prägt – „Wagemut“. „In der Erzählung geht es darum, wie Menschen eine Extremsituation meistern, aber dabei trotzdem bei sich bleiben. Und vielleicht gelingt es ihnen gerade deswegen“, erklärt Benson, der 1964 geboren wurde.

Auftritte in Stuttgart,

Hamburg und New York

Stephan Benson hat im Laufe seiner Karriere schon einiges erlebt: Er war unter anderem am Staatstheater Stuttgart und am Thalia Theater Hamburg engagiert, hatte schon einige Fernsehauftritte, ist gefragter Synchron- und Hörbuchsprecher und schreibt auch seine eigenen Stücke. Als einen der Höhepunkte seiner Karriere beschreibt er das Stück „Time rocker“, bei dem er mit Lou Reed und Robert Wilson zusammenarbeitete. Besonders das Gastspiel in New York sei beeindruckend gewesen.

Die Lesung am 13. August in der Bischofsmühle ist nicht Stephan Bensons erste Veranstaltung in Coesfeld. Er habe schon im Kunstverein gelesen und auf der Bühne des Konzert Theater Coesfeld gestanden. Dennoch: „Es ist ein spezielles Gefühl zurück nach Coesfeld zu kommen und dort zu lesen“, meint er. Weil er schon 1983 weggezogen sei, bedeute Coesfeld für ihn nicht mehr Heimat. „Coesfeld bedeutet für mich Kindheit“, erzählt der Wahl-Hamburger und ergänzt: „Jedes Mal, wenn ich zurückkomme, ist das für mich ein Sprung in die Siebziger Jahre. Einige Ecken sehen noch genauso aus wie damals.“

Das Schauspielen war

in die Wiege gelegt

„Dass ich mich für das Theaterspielen interessiere, war ja eigentlich vorbestimmt“, schmunzelt Stephan Benson. Über seine Eltern Hans und Erika Benson sei er zur Coesfelder Freilichtbühne gekommen und habe sich dort einige Jahre engagiert. „Mein Leben als Kind und junger Mensch war sehr davon geprägt.“

Mit 16 Jahren sei ihm dann klar gewesen, dass er sein Hobby gerne zu seinem Beruf machen möchte – ein ausschlaggebendes Ereignis gab es dafür aber nicht.

„Schon die Stücke an der Freilichtbühne habe ich nie als Hobby, sondern als Arbeit gesehen. Es war zwar immer schön, aber eben notwendig“ erinnert sich Benson, der momentan an einem neuen Stück schreibt. Es habe ihm immer Spaß gemacht und sei für ihn das Wichtigste auf der Welt gewesen. Dass er sich mit 16 Jahren sicher war, dass er Schauspieler werden wird, habe ihm eine entspannte Rest-Schulzeit beschert. „Ich wusste, dass es an Schauspielschulen keinen numerus clausus gibt“, lacht er.

Auf der Bühne braucht

man Kraft

Für Stephan Benson bedeutet das Theater eine Menge. „Wenn ich auf der Bühne stehe, habe ich den Willen etwas in der Welt zu verändern“, erklärt er. „Nur so kann man die Kraft entwickeln, die man für das Spielen braucht.“ Auch wenn er wisse, dass er die Welt mit seinen Rollen nicht verändern kann, gebe es ihm jedoch jedes Mal Stärke, den Willen dazu zu haben. Ihm ist klar, dass er den absolut richtigen Beruf für sich gefunden hat, obwohl das Leben als Schauspieler ab und zu nicht einfach ist. „Ich versuche manchmal Zweifel zu finden, hatte bis jetzt aber noch nie welche.“

Karten für seine Lesung in der Bischofsmühle gibt es im Bürgerbüro, Markt 8, und in der Buchhandlung Heuermann, Letter Straße 20. Der Eintritt kostet 8 Euro.

SL-Ausgabe vom 23.7.2014

Von Simon Lesting

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