Christophorus-Kliniken: Kinder- und Jugendlichenpsychosomatik „satteln“ auf tiergestützte Therapie

A. Langkamm (l.), A. Wennemar (vorne r.) und K. Fink (hinten M.) von den Christophorus-Kliniken freuen sich mit den Vertretern des Fördervereins, Dr. H. Preßler und S. Frommhold (2.u.3.v.l.), sowie Reitpädagogin A. Fink (vorne l.) über die Spende der Firma HUPFER – vertreten durch C. Schumacher (r.) und S. Weppelmann (hinten r.) - zur tiergestützten Therapie.

Kreis Coesfeld. Elisa strahlt. Sie hat gerade ihre erste Reitstunde hinter sich und fühlt sich stark. Glücklich klopft sie Mira am Hals – und die braune Stute schnauft zufrieden. Zum dritten Mal ist Elisa heute auf dem Hof in Gescher und reitet im Rahmen einer tiergestützten Psychotherapie. Die Fünfjährige wird in der Kinder- und Jugendlichenpsychosomatik in Coesfeld behandelt. Hintergrund: Das Mädchen ist sehr unsicher, traut sich nichts zu, leidet permanent unter Bauchschmerzen und vielen Ängsten. Ihre Mutter ist dadurch ebenfalls stark belastet und reagiert zunehmend gereizt auf ihr Kind. Beide sind nun für sechs Wochen in der Kinderpsychosomatik der Christophorus-Kliniken aufgenommen.

„Das erste Mal auf dem Hof hat sich Elisa nicht viel getraut“, erinnert sich die Mutter. „Sie hat auf einem Baumstamm am Rand der Reitwiese gesessen und den anderen Kindern beim Reiten und Striegeln zugeschaut.“ „Am Ende der Stunde hat sie sich dann aber vorsichtig dem Pferd genähert und es mit unserer Hilfe auch ein bisschen gestreichelt“, berichtet Anke Langkamm. Die Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie/-psychotherapie ist eine von drei Therapeuten bzw. Pädagogen, die die kleinen Patienten nach Gescher zur Reitpädagogin mit ihren speziell ausgebildeten Tieren begleitet. Die Kinder dürfen die Pferde zunächst striegeln und satteln, anschließend führen immer zwei Kinder die Tiere und zwei sitzen im Sattel. „Jedes Kind macht so viel, wie es sich zutraut, und wir unterstützen es. Denn den Impuls, zum Pferd zu gehen, bekommt jedes Kind – der eine früher, der andere später“ berichtet Angelika Wennemar, Dipl.-Heilpädagogin. Auch Elisa traute sich schließlich bei der zweiten Stunde, das Pferd vorzubereiten, und heute - am dritten Nachmittag – zu reiten. Nun strahlt sie ihre Mutter an und diese lächelt stolz zurück. „Das ist der Ziel dieser tiergestützten Therapie: „Positive Selbsterfahrung! Der Patient kann sich hier persönlich und sozial entwickeln“, betont Anke Langkamm. Diese Therapie wird von den Krankenkassen nicht refinanziert, sie wird in diesem Jahr von der Coesfelder Firma HUPFER übernommen. „Wir sehen, wie gut diese Therapie den Kindern tut und möchten sie gern weiter anbieten. Wir würden uns sehr freuen, wenn sich zusätzlich noch weitere Sponsoren angesprochen fühlen“, bittet Angelika Wennemar.

Die Psychosomatik verfügt über 12 Behandlungsplätze für Patienten von 0 bis 18 Jahren. Vollstationär werden psychosomatisch erkrankte Säuglinge, Klein- und Schulkinder sowie Jugendliche behandelt. In dem ganzheitlichen Therapiekonzept gibt es u.a. Kunst-, Ergo- und Bewegungsangebote sowie eine weitere tiergestützte Therapie mit einem Therapiehund.

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