SL-Interview mit Jürgen Rabe, Geschäftsführer Bürgerbus-Verein Coesfeld e.V.

„Bürger haben Einfluss“

Jürgen Rabe ist der Geschäftsführer des Bürgerbus-Vereins Coesfeld e.V. Foto: Tiffe

Coesfeld. Die Mobilität der Bürger verbessern – das ist das Ziel des neu gegründeten Bürgerbus-Vereins Coesfeld e.V.

Zu diesem Zweck soll künftig der Bürgerbus durch Coesfeld fahren. Drei Routen wurden bereits ausgewählt – Routen, die nicht von öffentlichen Verkehrsmitteln befahren werden. Welche Hürden noch genommen werden müssen und was bis jetzt passiert ist, um den Bürgerbus ins Rollen zu bringen, das beantwortete Jürgen Rabe, Geschäftsführer des Bürgerbus-Vereins Coesfeld e.V., im Gespräch mit Streiflichter-Mitarbeiterin Anna Tiffe.

Herr Rabe, der Bürgerbus-Verein Coesfeld e.V. ist nun gegründet. Welche Hürden mussten bis zu diesem Punkt genommen werden?

Jürgen Rabe: Am Anfang stand die Frage: Brauchen wir überhaupt einen Bürgerbus? Es wurde eine Telefonaktion durchgeführt, bei der sich gezeigt hat, dass der Bedarf da ist. Daraufhin wurde ein Organisationsteam ins Leben gerufen und natürlich musste die Werbetrommel gerührt werden – wir brauchten schließlich genügend Fahrer. Es haben sich bereits 40 Freiwillige gemeldet, die sich – genau wie der Vorstand – ehrenamtlich für den Bürgerbus betätigen wollen. Dann haben wir geguckt, wo der Bus fahren könnte und Anfragen an die RVM gestellt. Die Gelder für das Vorhaben sind auch bewilligt.

Und was steht noch an, damit der Bus tatsächlich fahren kann?

Jürgen Rabe: Das Team muss den Bus aussuchen. Dieser muss dann noch umgebaut werden, damit er als Bürgerbus genutzt werden kann. Die Fahrerinnen und Fahrer müssen durch die RVM geschult werden, die Personenbeförderungsscheine müssen beantragt werden und die Gesundheitszeugnisse und Führerscheine geprüft werden. Weiterhin müssen wir Gespräche mit örtlichen Kreditinstituten führen und Konten einrichten. Natürlich brauchen wir auch noch Fahrscheine.

Wie sind die Reaktionen auf die Gründung des Bürgerbusses bis jetzt?

Jürgen Rabe: Die Reaktion muss auf jeden Fall gut gewesen sein, sonst hätten sich bestimmt nicht 40 freiwillige Fahrer gemeldet. Auch weiterhin hat die Bevölkerung jederzeit die Chance sich bei Fragen und Anregungen zu melden. Es ist gewollt, dass die Bürger Einfluss auf die Routen haben. Wir fahren zwar nach einem starren Fahrplan, aber die Routen können sich in Zukunft auf jeden Fall noch ändern, wenn der Bedarf besteht.

Welche Probleme gab es bei der Umsetzung des Vorhabens?

Jürgen Rabe: Es ist natürlich etwas Neues, was da auf die Beine gestellt wird. Wir haben uns bei anderen Bürgerbus-Vereinen in der Umgebung, zum Beispiel in Lüdinghausen, orientiert und so ist schließlich der Bürgerbus-Verein Coesfeld e.V. entstanden. Große Schwierigkeiten hatten wir bisher bei der Planung und der Umsetzung aber nicht. Was die Routenplanung betrifft, ist es eine knifflige Aufgabe, die Wege zu wählen, die kein Linienbus befährt. Denn der Bürgerbus darf nur da fahren, wo es keinen Linienverkehr gibt.

Welche Routen sind für den Bürgerbus nach jetzigem Stand vorgesehen?

Jürgen Rabe: Bisher haben wir drei Routen ausgewählt – in Zusammenarbeit mit der RVM, die federführend am Projekt beteiligt ist. Eine Linie führt den Bürgerbus bis nach Goxel, eine weitere ist als Rundkurs über Deipe Stegge und Brink geplant und die dritte Route geht durch Kalksbeck nach Lette. Damit fangen wir erstmal an. Vielleicht nehmen wir noch die eine oder andere Ecke dazu, das entscheidet sich noch.

Zur Person:

Jürgen Rabe ist 67 Jahre alt. Der Coesfelder ist verheiratet und hat zwei Kinder und vier Enkelkinder. Bevor er vor zwei Jahren in Pension ging, arbeitete er beim Zoll in Münster. Seit diesem Jahr ist der 67-Jährige Geschäftsführer beim Bürgerbus-Verein Coesfeld e.V.​

SL-Ausgabe vom 19.3.2014

Von Anna Tiffe​

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