Heike und Harald Neukirch aus Lette sind vielfältig musikalisch aktiv – vor allem im Bereich Jazz

Ein „beswingtes“ Leben

Harald und Heike Neukirch.

Lette. Beide lieben die Musik und haben sich über den Jazz kennengelernt. Heike Walter - wie sie damals noch hieß – als Studentin der Glen-Buschmann-Jazzakademie in Dortmund und Harald Neukirch, der dort immer noch als Dozent für Jazzpiano, Musiktheorie und Ensemble tätig ist.

Heike Neukirchs Karriere als Jazzsängerin begann erst relativ spät. Nachdem sie rund fünf Jahre in Rockbands gesungen hatte, kam die damals 35-Jährige 1998 zur Dortmunder Jazzakademie, an der sie bei Silvia Droste ihr 3-jähriges Gesangsstudium als Jahrgangsbeste absolvierte. Heute unterrichtet sie im Rahmen des Projekts JeKi (Jedem Kind ein Instrument) an verschiedenen Dortmunder Grundschulen und ist seit dem Sommer 2011 auch als Lehrkraft im Fach „Musikalische Früherziehung“ für die Musikschule Coesfeld tätig. „Die Arbeit mit den Kindern macht mir immer wieder großen Spaß – auch wenn es manchmal sehr anstrengend ist“, bemerkt Heike Neukirch mit einem leichten Schmunzeln.

Immer neue Aufgaben

und Herausforderungen

Sie selbst bezeichnet sich als einen Menschen, der immer wieder neue Aufgaben und Herausforderungen sucht. Seit Neuestem hat sie ihre Liebe zum Cello und zur Bassgitarre entdeckt.

Den sportlichen Ausgleich zu ihrer Unterrichtstätigkeit findet sie im Reitsport. Neben ihren beruflichen Aktivitäten engagiert sich Heike Neukirch stark in der Evangelischen Kirchengemeinde Coesfeld.

Zusammen mit ihrem Ehemann Harald sorgt sie im Rahmen des Projektes „KiKiMo“ (KinderKirchenMorgen) für die musikalische Unterstützung, ist Mitarbeiterin und aktive Gestalterin beim „Gottesdienst-Spezial“ und leitet darüber hinaus noch den kleinen Gemeindefrauenchor „Free Voices“. Ab Februar 2012 gehört Heike Neukirch dem Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Coesfeld an.

Der Kontakt zur Evangelischen Kirchengemeinde kam – wie konnte es auch anders sein – über die Musik zustande. „Während eines Jazzkonzertes saßen wir ‚zufällig’ neben Pfarrer Lothar Sander“, erinnert sich Harald Neukirch. Die gemeinsame Liebe zur Jazzmusik führte nach kürzester Zeit zur Einbindung des Musikerehepaares in die Gemeindearbeit der evangelischen Kirche. „Die Art, wie Pfarrer Sander und Pfarrerin Birgit Henke-Ostermann den Gottesdienst gestalteten, hat uns beide sehr angesprochen. Aus anfangs eher ‚kirchenfremden’ Menschen wurden wir im Laufe der Zeit zu engagierten Mitarbeitern.“

Besonders die Begeisterung der Kinder beim monatlich stattfindenden KiKiMo hat es Harald Neukirch angetan. Er selbst unterrichtet seit 1979 hauptamtlich an der Musikschule Dortmund und ist seit 15 Jahren Dozent an der Glen-Buschmann-Jazzakademie.

Dabei kann Neukirch auf ein bewegtes musikalisches Leben zurückblicken. Aufgewachsen in Frankfurt am Main, bekam er im Alter von zehn Jahren von seinem Großvater ein Klavier geschenkt. Der heute 60-Jährige erinnert sich: „Der damals von den amerikanischen Besatzungssoldaten betriebene Radiosender AFN spielte von morgens bis abends Swing. Das war meine Musik! Also setzte ich mich immer häufiger an mein geliebtes Klavier und versuchte, die musikalischen Themen auf die Tasten zu übertragen.“

Als ihn dann der große Jazzposaunist Albert Mangelsdorf einmal improvisieren hörte und im breitesten hessischen Dialekt bemerkte: „Der Bub wird mal Jazzä!“, waren Harald Neukirchs Zukunftspläne klar. Unzählige Konzerte im In- und Ausland, seine lange Unterrichtstätigkeit, unter anderem am Prager Konservatorium, vor allem aber seine große Erfahrung machten ihn zu einem gesuchten und beliebten Pädagogen.

Große Bereicherung

für die Gemeinde

Pfarrer Lothar Sander freut sich sehr über das große Engagement der Neukirchs. „Im monatlich stattfindenden ‚Gottesdienst-Spezial’ haben beide in unterschiedlicher Weise ihr musikalischen Beiträge geliefert. Sie hat gesungen, er hat die Arrangements gemacht. Beide gehören dem Ausschuss für kulturelle Veranstaltungen ‚Unter der Empore’ an. Wir planen zurzeit unter anderem ein Projekt, wo Heike Neukirch singt, Harald Neukirch unter anderem die Musik zu liefert und ich mache die Lesung. Das ist frisch angedacht und wir wollen es in der zweiten Jahreshälfte umsetzen“, so der Geistliche weiter. „Für den KiKiMo sind sie das musikalische Rückgrat. Die beiden haben in unserer Kirchengemeinde ein gewisses Zuhause gefunden und sind eine große Bereicherung für unser Gemeindeleben.“

Seit 2006 sind die Heike und Harald Neukirch Bürger von Lette und bewohnen zusammen mit ihren drei Hunden und dem Kater Muscha ein Einfamilienhaus im Ortsteil Sanden. „Den Umzug von Dortmund nach Lette haben wir nie bereut. Anfangs herrschte bei den Dortmunder Freunden noch so etwas wie Unverständnis über den Ortswechsel. Nachdem sie uns aber hier einmal besucht hatten, beneideten uns alle um die Ruhe und die wunderschöne Umgebung. Hinzu kommt, dass wir von Anfang an von allen Nachbarn ausgesprochen nett aufgenommen wurden – und das trotz des vielen Hundegebells unserer drei ‚Wachmänner’“, bemerken die Neukirchs übereinstimmend.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare