Die ersten Coesfelder Highland-Games werden am 16. und 17. Juli Realität

Baumstämme in die Luft recken und Heusäcke werfen

Beim Frühlingsfest in der Coesfelder Innenstadt machten die „Friends of Scotland“ bereits auf sich aufmerksam. Bald veranstalten sie die ersten Coesfelder Highland-Games in der Loburger Straße.

Coesfeld. Ungewohnte Szenen werden sich in einigen Wochen etwas außerhalb von Coesfeld, an der Loburger Straße, abspielen.

Seltsam gekleidete Männer werden die Hauptrolle spielen, und unter anderem Baumstämme in die Luft recken und Heusäcke werfen. Für Schottland-Kenner ein eindeutiges Zeichen: Die ersten Coesfelder Highland-Games werden am Samstag und Sonntag, 16. und 17. Juli, Realität.

Veranstalter der Schottenspiele ist die „Society of Friends of Scotland“ – also die Gesellschaft der Freunde Schottlands. Die wurde im vergangenen Jahr im Coesfelder Brauhaus Stephanus gegründet. Ihre inzwischen 19 Mitglieder kommen allerdings nicht nur aus der Kreisstadt, sondern aus dem ganzen Münsterland, und davon viele aus Ochtrup im Kreis Steinfurt. Dort wohnt auch David Laing, der einzige echte Schotte unter den Organisatoren. Im Jahr 1972 zog ihn der Wehrdienst nach Deutschland, vier Jahre später quittierte er den Dienst – und blieb. Er heiratete eine Deutsche, wohnte lange in Münster. „Dort habe ich auch einen schottischen Pub gehabt, den ‚Highlander‘“, sagt der 55-Jährige.

„Im Urlaub hat man in

Schottland seine Ruhe“

Immer wieder organisierte er in den vergangenen Jahren Highland-Games. Etwa in Ochtrup oder Hamm. Die Beliebtheit solcher Veranstaltungen erklärt er mit der Faszination, die Schottland speziell auf Deutsche ausübe: „Schottland ist sehr naturbezogen, im Urlaub hat man da seine Ruhe. Und Geschichte ist überall zu sehen. Jetzt ist erstmals Coesfeld an der Reihe. „Society“-Mitglied Paul Feldmann hatte maßgeblichen Anteil an der Organisation und organisierte unter anderem die Wiese, auf der die Spiele stattfinden.

Und bei denen steht der Sport natürlich im Mittelpunkt. Teams mit acht bis zehn Mitgliedern messen sich in verschiedenen Disziplinen. Beim „Tossing the caber“ muss ein Baumstamm geworfen werden. Allerdings kommt es nicht auf die Weite, sondern auf die Landung an. Das „Sheaf tossing“ dagegen ist ein Hochwurf-Wettbewerb, für den ein mit Heu gefüllter Sack eingesetzt wird. Dann gibt es noch das „Putting the stone“, bei dem echte, rund zwölfeinhalb Kilogramm schwere Steine aus dem Stand geworfen werden müssen. „Der Rekord liegt bei neun Metern“, sagt David Laing. Schließlich gibt es auch noch eine Laufdisziplin, das 100 Yard-Rennen über 92 Meter, und zu guter Letzt das „Tug of War“, das Tauziehen zweier Mannschaften gegeneinander.

„Teammitglieder müssen

nur Spaß haben“

Acht Mannschaften sind bereits angemeldet, zwei können noch dazustoßen. Ganz gleich ob Kegelverein, Arbeitskollegen, oder Nachbarschaft. Was die Teammitglieder verbindet, ist egal. Besondere Fähigkeiten müssen sie auch nicht mitbringen. „Die müssen nur Spaß haben. Es gibt keinen Wettbewerb, den ein normaler Mensch nicht bewältigen kann“, sagt David Laing. „Selbst die Baumstämme kann man als mittelstarker Mann heben.“ Einzelteilnehmer können ebenfalls bei den Highland Games mitmachen.

Auch das Zuschauen lohnt sich. Ein musikalisches Rahmenprogramm sorgt für schottisches Flair. So ist mit den „MacLeod Pipes and Drums“ eine Dudelsack- und Trommelgruppe am Start und die „MacArthur Highland Dancers“ zeigen traditionelle Tänze. Außerdem findet ein Mittelaltermarkt statt – mit Methändlern, Schmied und Kiltmacher, der das typische schottische Beinkleid fertigt.

Los geht es am Samstag, 16. Juli, um 11 Uhr. Dann trainieren die Akteure zunächst einige Stunden lang. Abends steigt eine schottische Feier mit gemütlichem Beisammensein. Und am Sonntag, 17. Juli, starten um 12.30 Uhr die eigentlichen Highland Games. Um 19 Uhr findet die Siegerehrung statt. Das Anmeldeformular für die Highland Games sowie weitere Infos gibt es im Internet unter www.society-of-friends-of-scotland.de.

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