Arbeitsagentur-Chef und Verwaltungsvorstand der Stadt tauschen Anzug gegen Arbeitskleidung

Johann Meiners und Dr. Thomas Robers haben für einen Tag den Computer gegen die Bohrmaschine getauscht. Bei der Firma Lameko aus Coesfeld möchten sie den Ausbildungsberuf zum Rolladen- und Sonnenschutzmechatroniker praktisch kennenlernen.

Coesfeld. Normalerweise binden sich Johann Meiners, Leiter der Agentur für Arbeit Coesfeld, und Dr. Thomas Robers, Jugend- und Sozialdezernent der Stadt Coesfeld, morgens eine Krawatteund ziehen einen Anzug an, bevor sie zur Arbeit gehen. Nicht so an diesem Tag. Denn beide sind in ungewohnter Rolle als Praktikanten mit Christian Fleige unterwegs. Der junge Mann absolviert eine Ausbildung zum Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker bei der Firma Lameko GmbH in Coesfeld.

Anlass dafür, dass Johann Meiners und Dr. Thomas Robers ihren Arbeitsplatz im Büro für einen Tagmit dem Betrieb Lameko in Coesfeld tauschen, ist die vierte bundesweite Woche der Ausbildung vom 27. bis zum 31. März. Die Aktionswoche will Arbeitgeber und junge Menschen darauf aufmerksam machen, welche Chancen und Vorteile eine berufliche Ausbildung hat. Johann Meiners und Dr. Thomas Robers möchten das ganz praktisch erleben und zeigen. Sie schlüpfen deshalb an diesem Tag in Rolle von Praktikanten. Dazu müssen sich die beiden erst einmal die Sicherheitsschuhe anziehen. Vom Auszubildenden Christian Fleige und seinem Chef Thomas Köhne lassen sie sich intensiv erklären, was ein Rollladen- und Sonnenschutzmechatroniker eigentlich macht. „Der Beruf ist unglaublich vielfältig“, schwärmt der Azubi im dritten Lehrjahr und erklärt: „Wir montieren Rollläden und Sonnenschutz an den unterschiedlichsten Gebäuden. Außerdem warten wir Anlagen. Viele Systeme werden heutzutage mit moderner Technik elektronisch gesteuert“.

Vor allem Physik und Mathe stehen daher auf dem Lehrplan in der Berufsschule. „Ich lerne viel über Elektrotechnik, muss ein Aufmaß nehmen können, die Windlast berechnen, die aufdem System liegen wird, und dann die Arbeiten planen und durchführen“, berichtet ChristianFleige. Ihm gefällt es, dass kein Tag wie der andere ist. Seine beiden Praktikanten, Johann Meiners und Dr. Thomas Robers, sind sichtlich beeindruckt. „Ich bin sicher, dass viele jungeLeute nicht wissen, wie spannend dieser Beruf ist“, so Meiners. „Noch immer bewerben sichmehr als die Hälfte der Jugendlichen auf nur zehn Top-Ten Berufe. Wir möchten heute Telefon: 0251 698 555www.arbeitsagentur.deAgentur für Arbeit Ahlen-Münster – Presse und MarketingMartin-Luther-King-Weg 22, 48155 Münster1 selbst erleben und darauf hinweisen, dass es noch viel mehr Ausbildungsmöglichkeiten gibt,die Spaß machen und eine gute Karriereperspektive bieten“, erklärt Meiners. „Mit der dualen Ausbildung hat man eine hervorragende Ausgangsposition für das spätere Berufsleben, auf das bereits unsere Schulen durch eine Reihe von Berufsorientierungsmaßnahmen vorbereiten“, betont Dr. Robers. „Unsere Berufsberatung istin jeder Schule präsent und unterstützt Jugendliche bei der Wahl des passenden Berufseinstiegs“, ergänzt Johann Meiners.

An diesem Tag ist das Montageteam bei einem Privathaushalt. Eine vier-Meter breite, elektronisch gesteuerte Markise soll künftig Schatten auf der Terrasse spenden. Dafür müssen zuerst die Halterungssysteme an der Hauswand montiert werden. Agenturchef Meiners darf dazu die Bohrmaschine anwerfen und die Löcher bohren, in die die rund vierzig Zentimeter langen Halterungsstangen gesteckt werden. Sie müssen danach mit Spezialkleber befestigt werden. Dr. Thomas Robers assistiert dabei, denn es muss zügig gearbeitet werden, bevor der Klebstoff aushärtet. Die weiteren Schritte überlassen die beiden Praktikanten dann doch lieber den Profis. Als die Markise schließlich angebracht ist und das erste Mal elektronisch ausfährt, ist der Auftraggeberin die Freude anzusehen. „Das ist das Schöne an der Arbeit. Man sieht direkt das Ergebnis und zufriedene Kunden“, sind sich Azubi Christian Fleige und sein Chef Thomas Köhne einig.

Der Betriebsinhaber wünscht sich, dass sich noch mehr junge Menschen für die Ausbildung in der Rollladen- und Sonnenschutzmechatronik interessieren. „Wir bilden kontinuierlich aus. Wenn sich mehr Jugendliche bewerben würden, könnten wir auch einen weiteren Ausbildungsplatz besetzen“, sagt er. Schulnoten seien dabei für ihn zwar wichtig, aber nicht das allein entscheidende Einstellungskriterium. „Wichtig ist mir, dass die Motivation stimmt“, betont er. Für seine Auszubildenden engagiert sich der Betrieb intensiv: „Wir finanzieren beispielsweise anteilig den Führerschein für unsere Azubis und unterstützen sie durch Zuschüsse bei den Fahrten zur Berufsschule. Denn für uns haben unsere Nachwuchskräfte einen wichtigen Stellenwert. Sie sind die Fachkräfte von morgen“. Dass man auf der Basis der Ausbildung eine erfolgreiche berufliche Karriere starten könne, dafür sei er selbst das beste Beispiel, so Köhne.

Für Dr. Robers und Meiners war der Tag sehr spannend. Sie raten jungen Menschen, selbstin unterschiedliche Berufe hinein zu schnuppern und Praktika zu absolvieren: „Es gibt auch jenseits der typischen Lieblingsberufe eine Vielzahl an abwechslungsreichen und attraktivenAusbildungsmöglichkeiten.“

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