Ein Signal für gewaltbetroffene Kinder

Antrag auf Finanzierung einer Fachstelle gegen Gewalt an Kindern und Jugendlichen auf dem Weg

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Dr. Antje Klüber und Uta Kerckhoff (von links) vom DKSB KV Coesfeld e.V. hoffen, dass sie im nächsten Jahr mit dem Aufbau ihrer Fachstelle gegen Gewalt an Kindern und Jugendlichen anfangen können.

Kreis Coesfeld. Gewalt gegen Kinder stellt ein aktuelles gesellschaftliches Problem dar. Ein Problem, das es nicht nur in der Stadt, sondern auch auf dem Land gibt. Die heile, behütete Welt würde es auch dort nicht mehr geben, so Uta Kerckhoff, die Geschäftsführerin des Deutschen Kinderschutzbundes Kreisverband Coesfeld e.V. (DKSB). Um den Betroffenen zu helfen, möchte der DKSB KV Coesfeld eine Fachstelle gegen Gewalt an Kindern und Jugendlichen einrichten.

Doch ohne finanzielle Unterstützung seitens des Kreises lässt sich diese nicht realisieren. Ein entsprechender Antrag wurde bereits auf den Weg gebracht. Diesen stellten jüngst Uta Kerckhoff und Dr. Antje Klüber, die Vorsitzende des Vereins, in einem Pressegespräch vor. Vor zwei Jahren hat der Verein bereits einmal Anlauf genommen, um eine solche Fachstelle zu installieren. Ohne Erfolg! „Ich hoffe sehr, dass der neue Antrag durchkommt“, betont Kerckhoff. Die Bedarfe seien laut der Diplom-Pädagogin mit Blick auf ihre Erfahrungen da.

Menschen, die in dem Bereich arbeiten, wissen an wen sie sich wenden müssen. Den betroffenen Kindern und Jugendlichen sei es häufig nicht bekannt, wo sie Hilfe erhalten. Und wenn doch, dann hätten sie selten die Möglichkeit, aus eigener Kraft Beratungsstellen aufzusuchen. Die Wege seien oft zu weit und zu kostspielig. „Wir wollen Brücken bauen zu den Kindern und Jugendlichen, die Hilfe brauchen“, so Uta Kerckhoff mit Blick auf die erhoffte Fachstelle.

In allen elf Gemeinden beziehungsweise Städten des Kreises Coesfeld sollen alle zwei Wochen jeweils zweistündige offene Sprech- und Beratungszeiten angeboten werden. Diese sollen nicht in öffentlichen Gebäuden stattfinden, sondern an Orten, an denen sich die jungen Menschen aufhalten. Klingt auf den ersten Blick wenig. Doch darüber hinaus möchte der DKSB KV Coesfeld monatlich noch weitere Hilfe- und Unterstützungszeiten anbieten. Diese sollen flexibel und bedarfsorientiert auf die Ortsteile sowie Städte verteilt werden. In Summe betrachtet sind es 73,5 Stunden mehr für die betroffenen Kinder, Jugendlichen und jungen Volljährigen bis zu 27 Jahren.

Sein niedrigschwelliges Angebot sieht der DKSB KV Coesfeld e.V. nicht in Konkurrenz zu den bestehenden, sondern als Ergänzung. Doppelstrukturen sollen auf keinen Fall geschaffen werden. Die Fachstelle soll auch eine Anlaufstelle für die Bezugs- und Vertrauenspersonen der Kinder und Jugendlichen, Fachkräfte sowie alle anderen Bürger sein.

Über den Antrag auf Finanzierung einer Fachstelle gegen Gewalt an Kindern und Jugendlichen im Kreis Coesfeld des DKSB KV Coesfeld e.V. wird am 9. September im Kreisjugendausschuss beschieden. Dann entscheidet sich, ob der Verein jährlich 116 574,31 Euro sowie die einmaligen Investitionskosten in Höhe von 4 000 Euro vom Kreis erhält, um die Fachstelle im Kreis Coesfeld zu installieren. Am 1. Januar 2020 würde der Verein gerne loslegen. Bis dahin müssten zwei Fachkräfte eingestellt, Flyer gedruckt, eine kindgerechte Homepage gebaut und noch vieles mehr getan werden. Ambitioniert, ja! Doch dazu sind Uta Kerckhoff und Dr. Klüber und die anderen rund 40 Mitglieder zum Wohle der Kinder und Jugendlichen bereit. „Im Kreis Coesfeld bin ich geboren. Es kann doch nicht sein, dass es hier eine solche Fachstelle nicht gibt“, betont Uta Kerckhoff.

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