Angelverein-Vorstände nahmen an Workshop teil

Angelverein
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Am Freitag nahmen zahlreiche Vorstandsmitglieder verschiedener Angelvereine an einem Workshop teil.

Coesfeld. Knapp 40 Vorstandsmitglieder von verschiedenen Angelvereinen aus dem Westmünsterland trafen sich am vergangenen Freitag zu einem kleinen Workshop. Unter dem Thema „Gewässerstrukturierung“ hielt Dr. Volker Seidel, Geschäftsführer eines privaten Unternehmens, das sich mit naturnahem Wasserbau beschäftigt, einen Vortrag. Das Ziel: den Fischen eine Lebensgrundlage schaffen.

Organisiert wurde das Treffen von Hubert Rietmann, Vorsitzender des Sportfischereivereins Coesfelds. Statt in Fischbesatz zu investieren, arbeitet der Verein an einer Strukturierung der Gewässer. Das bedeutet, durch Bepflanzung die Wasserqualität zu verbessern und Artenvielfalt zu gewährleisten. Gearbeitet wird mit sogenannten Bepflanzungsinseln sowie mit anderen Renaturierungsmaßnahmen. Auf Anfrage von der Anglergemeinschaft Westmünsterland, eine Informationsveranstaltung zu machen, begangen die Vorbereitungen.

Auch Fischereimeister Till Seume wurde vom Sportfischereiverein eingeladen. Er selber führte zur Unterstützung der Vereine schon Pflanzungsversuche durch. „Hier in der Region kommen strukturarme Baggerseen häufig vor. Genau da fehlt die Bepflanzung. Es ist sonst eigentlich nichts mehr, als ein großer Sandkasten gefüllt mit Wasser“, schmunzelt Seume. Genau da setzen die selbstgebauten Bepflanzungsinseln an. Sie stellen ein Ersatzbiotop dar, welches den Fischen und Kleinstlebewesen Schutz bietet und gleichzeitig die Wasserqualität verbessert. Denn die Pflanzen schwimmen frei und wurzeln nicht in den Boden. Dadurch können die bis zu 60 Zentimeter langen Wurzeln Nährstoffe aus dem Wasser ziehen.

„Uns liegt als Naturfreunde auch das Wohl der Tiere am Herzen. Es gehört mit zu unseren Aufgaben, den Lebewesen im Wasser Schutz zu bieten und ihnen ein Zuhause zu schaffen“, so Rietmann.

Ein weitere Renaturierungsmaßnahme befasste sich mit der Unterwasserböschung. Diese darf nicht zu steil sein, damit Pflanzen gut wurzeln können. „Da suchen wir speziell Wasserpflanzen, die tief in die Erde wurzeln und gleichzeitig weit ins Wasser hineinwachsen“, erklärt Rietmann. „Am Besten ist es immer, die Pflanzen vor Ort zu gewinnen, zwischenzulagern und wieder einzubringen. Dafür müssen genug Pflanzen vorhanden sein.“ Ist die Unterwasserböschung zu steil ausgeprägt, wäre die Abflachung zu aufwendig. Als Alternative dienen die schwimmenden Ersatzbiotope.

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