Floristik-Auszubildende Stefanie Ostendorf arbeitete jetzt in Budapest – Ungarin Barbara Kovàcs in Lette

Andere Länder, andere Blumenarbeit

Die Floristik-Auszubildende Barbara Kovàcs (rechts) aus Budapest war sechs Wochen bei Blumen Franken in Lette zu Gast– sehr zur Freude von Denise Holiet, die ihr vielfältige Aufgaben zutraute.

Lette. „Jó napot“ ist nur eines von vielen weiteren Worten, die Stefanie Ostendorf aus Lette während ihres dreiwöchigen Aufenthalts in Budapest gelernt hat.

Somit konnte sie Kunden des Blumenladens in der ungarischen Hauptstadt, in dem arbeitete, auf ungarisch „Guten Tag“ sagen. Denn die 18-jährige Letteranerin nahm von Ende September bis Mitte Oktober an einem ganz besonderen Austauschprogramm teil – einem Austauschprogramm für Floristik-Auszubildende. „Das war eine super Erfahrung. Ich wäre gerne noch länger geblieben“, sagt die Auszubildene von Blumen Franken in Lette.

Aufmerksam auf das Austauschprogramm der Organisation „Flornet“ machte die Schülerin des Münsteraner Anne-Frank-Berufskollegs einer ihrer Lehrer. Die Idee des Programms: Floristik-Auszubildene tauschen für einige Wochen den Arbeitsplatz mit anderen Floristik-Auszubildenen aus ganz Europa. Den Schülern des Anne-Frank-Berufskollegs standen vier Plätze zur Verfügung – zwei in Norwegen und eben zwei in Ungarn. Stefanie Ostendorf und ihre Schulkollegin Anna Rößmann bekamen die Zusage für Ungarn: „Ich wollte unbedingt mal die Arbeit in anderen Ländern kennen lernen – und auch das Leben“, so Stefanie Ostendorf. Und das hat sie – zusammen mit Anna Rößmann.

Gewohnt haben die beiden jungen Frauen in einer ungarischen Schule, floristischen Tätigkeiten sind sie im Laden „Imori“ nachgegangen. Nach Feierabend und am Wochenende wurde Budapest besichtigt. „Das ist echt eine tolle Stadt“, schwärmt Stefanie Ostendorf. „Aber die Arbeit in Ungarn ist ganz anders. Dort wird viel langsamer gearbeitet, weniger hektisch.“ Auch würde in Ungarn hauptsächlich mit Schnittblumen gearbeitet und viel mehr Wert auf den Moment gelegt. So sei es bei Sträußen wichtig, dass sie im Moment der Übergabe besonders schön seien – egal, wie lange die Blumen sich dann halten. In Deutschland sei das anders, erklärt Stefanie Ostendorf. Da wollten die Kunden floristische Artikel mit Haltbarkeit.

Austauschpartnerin von Stefanie Ostendorf ist Barbara Kovàcs aus Budapest. Die 20-Jährige war ganze sechs Wochen in Lette zu Gast – und so lange arbeitete sie bei Blumen Franken. Einmal pro Woche ging es zum Anne-Frank-Berufskolleg nach Münster. Hier hatte sie auch ein Zimmer bekommen, und zwar im katholischen Bildungshaus Haus Mariengrund im Stadtteil Gievenbeck. „Da ist für junge Leute einfach mehr los als hier in Lette“, sagt Denise Holiet von Blumen Franken, die es der Ungarin ermöglichte, sich erst ab 9 Uhr in Münster auf den Weg nach Lette machen zu müssen, um Bus und Bahn zu einem günstigeren Preis nutzen zu können. Von der Studentenstadt war Barbara begeistert: „Das ist eine sehr schöne Stadt. Lette aber auch“, schmunzelt sie.

In den Arbeitsalltag fand sie schnell hinein – in Deutschland unterscheide sich die Floristik gar nicht so sehr von der in Ungarn, findet sie. Denise Holiet hat sich da genauer informiert: „In Ungarn wird Floristik nicht als Klein-Klein verstanden, sondern gröber, als komplettes Konzept für das Interieur.“ Barbara bearbeitete alle Aufgaben, die auch deutsche Auszubildende im zweiten Lehrjahr erledigen. Eines stellte sie jedoch schnell fest. „Hier muss man schneller arbeiten als in Ungarn. Aber das war okay.“

Und was nimmt sie mit nach Hause? Abgesehen von vielen Erlebnissen und Erfahrungen in einem fremden Land auch ein paar materielle Dinge: „Ich habe mir eine Münster-Tasche gekauft“, erzählt sie stolz. Und auch Deutschland habe sie besser kennengelernt: „Die Deutschen sind nett und hilfsbereit“, sagt sie. Einen Austausch während der Ausbildungen möchte sie an ihrer Berufsschule unbedingt weiterempfehlen.

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