Alina Adamus näht Hundekissen: Jack-Russell-Terrier Paul liegt Probe 

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Die 24-jährige Alina Adamus näht seit gut zwei Jahren Hundekissen in verschiedenen Farben und Formen. Ihr Jack-Russell-Terrier Paul testet die weichen Werke anschließend.

Coesfeld. Warum Alina Adamus damals einen Nähkurs belegt hat, weiß sie heute nicht mehr genau. „Ich habe gerade meine Ausbildung gemacht, hatte unglaublich viel Stress und auf einmal Lust dazu“, sagt sie grinsend. Momentan stapeln sich in der Wohnung der 24-Jährigen knapp 30 Kissen. Alle sind sie selbst genäht. Und alle sind sie für Paul – oder auch für dessen „Kollegen“. Paul ist vier Jahre alt, hat braun-weißes Fell und ist Adamus‘ Jack-Russell-Terrier. „Der beste Hund der Welt“, sagt die Wahl-Coesfelderin.

Die Ausbildung zur tiermedizinischen Fachangstellten hat Adamus mittlerweile abgeschlossen. Sie arbeitet am Max-Planck-Institut in Münster, forscht dort an Mäusen. In ihrer Freizeit greift die Tierliebhaberin nach wie vor zu Stoff und Garn. Die Geschichte „ihrer“ Hundekissen begann dabei mit einem Umzug. „Seit 2016 wohne ich in Coesfeld“, so die Abiturientin des Stiftsgymnasium aus Xanten, die in Kleve am Niederrhein aufgewachsen ist. Der Grund für den Ortswechsel: Adamus damaliger Freund hatte eine Lehrerstelle in Dülmen erhalten.

„Ich war gerade mit der Ausbildung fertig, hatte den Nähkurs gemacht und fing damit an, für unsere neue Wohnung ständig neue Kissen zu nähen“, erinnert sie sich lachend. Ihr Jack-Russell-Rüde Paul sollte da irgendwann nicht mehr zu kurz kommen. „Erst habe ich fünfeckige Sternkissen gefertigt auf die er sich legen konnte“, sagt Adamus. „Später habe ich gemerkt: Paul verkriecht sich wahnsinnig gerne unter Decken und in Kissenbezügen.“ Kurzerhand nähte das junge Frauchen einen dicken Kopfkissenbezug, in den Paul krabbeln und sich damit selbst zudecken konnte. Dann postete sie ein Foto von ihrem Hund und dem Nähwerk bei Facebook.

„Am Tag darauf hatte ich dort über 50 Benachrichtigungen“, so Adamus. „Alle waren von Leuten, die meine Idee super fanden und ebenfalls ein Stern- oder ,Höhlenkissen‘ für ihre Hunde haben wollten.“ Die heute 24-Jährige beschloss, ihre Idee zu einem Geschäftsmodell zu machen – einem Modell, das soziale Zwecke unterstützt. Durchschnittlich 30 bis 40 Kissen pro Monat verkauft Adamus momentan nach Kontaktanfrage über Facebook. „Mehr schaffe ich neben meinem richtigen Job nicht“, sagt sie. Die Absatzzahlen sollen allerdings demnächst steigen: Ab sofort wird die Coesfelderin von einem professionellen Nähunternehmen unterstützt. Jeweils ein Euro pro verkauftem Kissen spendet Adamus an eine gemeinnützige Organisation. „Die entsprechenden Einnahmen aus den Monaten November und Dezember gehen Anfang 2019 an die ,Aktion Lichtblicke‘ mit der Familien aus NRW, die in Not geraten sind, unterstützt werden“, erklärt sie. Aber auch den Verein „Hand aufs Herz“, verschiedene Tierheime und ein Kinderhospiz möchte sie zukünftig unter anderem finanziell unterstützen. „Das ist eine Herzensangelegenheit geworden“, so Adamus, die in Coesfeld ein Kleingewerbe angemeldet hat.

Bewunderer haben Paul und Alina Adamus in den sozialen Medien. Knapp 900 Facebook-Nutzern gefallen ihre Bilder und Videos. „Die Leute lieben es, wenn ich Fotos von meinem Hund und meinem Pferd poste“, weiß die Unternehmerin. Ihre Rheinländer Stute „Abby“ steht auf einem Hof in Rorup. Adamus findet trotz aufwendigem Hobby und Job in Münster Zeit zu reiten, sagt sie. „Außerdem bin ich regelmäßig auf Schalke“, so Adamus, deren Herz als Fußballfan für das Team aus dem Ruhrgebiet schlägt. Adamus Plan für die Zukunft: Einen Onlineshop names „Pillopaul“ einrichten und einen Lifestyle-Blog betreuen.

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