Schwerpunkteinsätze der Kreispolizeibehörde gegen Handynutzer am Lenkrad

Ablenkung am Steuer als Unfallursache

Coesfeld. Zusammen mit dem Auto ist mittlerweile offensichtlich das Handy des Deutschen liebstes Kind.

So haben nach Angaben des Branchenverbandes Bitkom 90% aller Deutschen über 14 Jahre ein Handy, 40% besitzen ein internetfähiges Smartphone. Diese Zahlen sind sicherlich auch auf den Kreis Coesfeld übertragbar. Ebenso übertragbar dürften auch Ergebnisse aus verschiedenen Studien sein: demnach sind bis zu 30% aller Verkehrsunfälle auf Ablenkung am Steuer zurückzuführen, die Zahl der Unfälle mit ungeklärter Ursache ist zwischen 2008 und 2013 sogar um 56% gestiegen. Die Ablenkung durch die Handynutzung hat zweifellos einen großen Anteil daran. Die Nutzung der Geräte am Steuer ist zu einem dramatischen Problem geworden. Zur Veranschaulichung: Der nur 2 Sekunden andauernde Blick auf das Handy führt bei Tempo 80 zu einem "Blindflug" von 45 Metern.

Im vergangenen Jahr sind im Kreisgebiet 11 Menschen bei Verkehrsunfällen getötet worden, 806 Menschen wurden verletzt. Einige dieser Unfälle hängen nach Einschätzung der Experten der Direktion Verkehr der Coesfelder Polizei mit der Nutzung von Handys zusammen. Klar ist aber auch, dass es ein enorm großes Dunkelfeld gibt.

Um das Dunkelfeld zu erhellen und diese Unfallursache zu bekämpfen, führt die Kreispolizeibehörde Coesfeld ab sofort und auch künftig Schwerpunkteinsätze mit uniformierten und zivilen Polizisten durch. Dabei werden die  Coesfelder Beamten unterstützt durch Polizisten der Bereitschaftspolizei aus Recklinghausen. Die Polizei appelliert in diesem Zusammenhang an die Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer, Mobiltelefone - wenn überhaupt - nur mit einer Freisprecheinrichtung zu nutzen. 

Hinweis: Ab dem 1. Mai werden die Bußgelder für zahlreiche Verkehrsverstöße erhöht. Wer bei der Nutzung des Handys am Steuer ertappt wird, muss dann 60,-EUR statt bislang 40,-EUR zahlen. Zusätzlich gibt es 1 Punkt im Verkehrszentralregister in Flensburg. Für Radfahrer bleibt es beim bisherigen Verwarngeld von 25,-EUR.

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