Karola Wortmann spendete Ehemann Klaus vor fünf Jahren eine Niere

50-Bilder-Ausstellung als Dankeschön für Uni-Klinik

Klaus und Karola Wortmann.

Coesfeld. Seine erste Niere erhielt er 1995 von einer verstorbenen älteren Dame.

„Die Niere funktionierte zehn Jahre“, so Klaus Wortmann, der danach wieder an die Dialyse musste. Dabei entschied er sich für die zuhause durchführbare Peritonealdialyse (Bauchfelldialyse), die neben der Hämodialyse (Reinigung des Blutes außerhalb des Körpers mit einem speziellen Filter) möglich ist. Der Coesfelder musste dafür viermal am Tag zuhause jeweils eine halbe Stunde eine Dialyselösung in die Bauchhöhle fließen lassen, welche die giftigen Stoffwechselprodukte aufnahm.

„Mein Arbeitgeber, die Provinzial Münster, und die Kollegen haben sich ausgezeichnet verhalten“, lobt der Anwendungsentwickler. „Für ein halbes Jahr hatte ich beispielsweise einen Heimarbeitsplatz und musste nur teilweise nach Münster fahren. Als es mir mal bei der Dialyse schlecht ging, haben sie mich nach Hause gefahren.“

„Mein Mann hatte

etwas Angst um mich“

Während dieser sechs Monate nahm Ehefrau Karola Wortmann an mehreren Patientenseminaren teil. „Nachdem es dabei einmal um das Thema ‚Lebensspende’ ging, war für mich klar, dass ich meinem Mann eine Niere spende. Mein Mann wollte das zuerst nicht, weil er etwas Angst um mich hatte“, erzählt die Malkursleiterin und Geschäftsführerin des Künstlerforums Coesfeld. Schließlich willigte er jedoch ein. Umfangreiche Untersuchungen folgten. Schließlich stand Karola Wortmann als geeignete Spenderin fest.

„Mein Wunsch war es, dass diese Spende sich für ihn und die Familie positiv auswirken sollte: keine ständige Dialyse mehr. Ansonsten hätte er sechs bis sieben Jahre warten müssen. Auf die Niere der alten Dame wartete er damals nur neun Monate. Ich habe Nieren- und Herztransplantationen erlebt und gesehen wie toll das ist, wenn neuer Lebensmut und -wille wieder da ist“, so Karola Wortmann weiter.

Am 23. Januar 2006 fand dann die Transplantation in der Chirurgie des Universitätsklinikums Münster unter der Leitung von Prof. Dr. Norbert Senninger und Dr. Jens Brockmann statt. Eineinhalb Stunden lang. Fünf Tage verweilte Karola Wortmann in der Klinik, ihr Mann die doppelte Zeit. „Es hat gut geklappt. Die Niere funktioniert heute noch tadellos“, blickt der Empfänger zurück. „Die Blutwerte sind alle im Normbereich. Das ist eine absolute Erhöhung der Lebensqualität. Man geht heute davon aus, dass Lebendspenden 20 bis 25 Jahre halten.“ Gegen die Abstoßung muss er zwar zweimal täglich drei Tabletten nehmen, davon eine mit Kortison zu Ergänzung des Eigenkortisons, doch der 49-Jährige fühlt sich wieder topfit: „Ich bin nicht mehr schlapp, kann wieder Fahrrad fahren und normal Treppen steigen.“ Ein winziger Wermutstropfen bleibt: „Kortison macht immer hungrig. Doch ich kann mich meistens beherrschen …“

Ausstellung unter dem

Titel „Lebensmomente“

Als „kleines Dankeschön“ stellt Karola Wortmann seit dem 13. Oktober 50 ihrer Acryl-Exponate in der Chirurgischen Klinik Münster, Waldeyerstraße 1, aus, die nach der Transplantation entstanden sind. Die bis zum 31. Januar dauernde Ausstellung steht unter dem Thema „Lebensmomente“ und kann täglich von 8 bis 20 Uhr besichtigt werden. Zwei der Bilder nehmen Bezug auf ihre Organspende. „Sie hängen gegenüber dem Eingang zur Transplantationsstelle“, so Karola Wortmann, die wie ihr Mann sehr dankbar und glücklich ist, dass an diesem 23. Januar 2006 alles so gut verlaufen war und es Klaus Wortmann nach fast fünf Jahren immer noch sehr gut geht.

Das Ehepaar wünscht sich sehnlichst, dass auch viele andere möglichst schnell in den Genuss dieser neuen Lebensqualität kommen. „Es gibt allein über 10 000 Patienten, die in Deutschland auf eine neue Niere warten.“ Wichtig sei auch das Ausfüllen des Organspendeausweises. „Der rettet wirklich Leben“, sind sich beide einig.

„Mein Mann hilft mir beim Aufbau der Ausstellungen und ist wirklich eine große Stütze in meinem Tun. Er macht auch vieles für mich im Internet.“ Weitere positive Auswirkungen ihrer selbstlosen Spende …

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