Weihbischof Zekorn predigte zum Hochfest des heiligen Ludgerus in Billerbeck

+
Weihbischof Dr. Stefan Zekorn freute sich über das Miniaturmodell des Doms und versprach, nun öfter nach Billerbeck zu kommen.

Billerbeck. Der Gedenktag des Heiligen Ludgerus ist für die Billerbecker immer ein besonderer Tag. Da in diesem Jahr der 26. März, der Todestag des Missionars, Bistumsgründer und ersten Bischof von Münster, in die Karwoche fiel, verlegte die Gemeinde den festlichen Gottesdienst zum Hochfest des Heiligen auf Mittwoch (4. April). 

Im Billerbecker Ludgerus-Dom begrüßte Propst Hans-Bernd Serries in diesem Jahr Regionalbischof Dr. Stefan Zekorn, der als neuer Weihbischof für das Kreisdekanat Coesfeld erstmals mit der Gemeinde dieses Hochfest feierte.

„Gemeinsam in österlicher Freude gedenken wir dem heiligen Liudger, dessen Glaube sein Eifer und seine Freude ausgezeichnet hat“, betonte Serries zu Beginn des Gottesdienstes.

Zekorn ging in seiner Predigt auf den Heiligen ein, der intensiv aus dem Wort Gottes lebte. Der Heilige lade dazu ein, die Worte Gottes „auf je persönliche Weise mit Leben zu erfüllen“. Bei aller Unterschiedlichkeit zwischen dem achten und dem 21. Jahrhundert sei den beiden Epochen dennoch gemeinsam, dass viele Menschen den Glauben nicht mit der Muttermilch aufnähmen und durch ein Leben in der Alltagsgemeinschaft mit anderen vertiefen könnten. „Die alltägliche Umgebung hilft damals wie heute nicht, im Glauben zu wachsen und in ihm immer größere Freude, Sicherheit und Freiheit zu finden“, stellte der Weihbischof fest. Doch nur, wenn der Glaube Leben werde, könne er für die Menschen Reichtum sein und auch auf andere ausstrahlen. „Ein Glaube, der nichts deutet, bedeutet auch nichts!“

Der heilige Liudger habe durch seinen Glauben viel bewegt. Bei seinem Lehrer, Gregor von Utrecht, habe er erlebt, dass Menschen teils verfeindeter Völker gemeinsam an einem Tisch einträchtig beisammen waren. Das habe ihn geprägt. „Ob nicht auch das eine Botschaft für unsere Zeit enthält?“, fragte Zekorn und führte weiter aus: „Für eine Zeit, in der zunehmend Menschen nicht mehr miteinander sprechen wollen: Deutsche wenden sich gegen Flüchtlinge und bestreiten gar, dass die meisten aus Angst um ihr Leben zu uns gekommen sind. Deutsche und Migranten muslimischer Herkunft attackieren Juden in unserem Land. 

Christliche Theologen wollen nicht, dass auf dem Katholikentag mit einem Politiker gesprochen wird, der wie sie praktizierender Christ ist, aber der AfD angehört. Angesehene Politiker fördern Hass gegen Lebensschützer.“ Den heiligen Liudger aber habe es fasziniert, dass der christliche Glaube es ermögliche, mit Menschen, die einem fremd seien, zusammen zu kommen und zusammen zu leben. „Und so kann das heutige Fest des Heiligen auch uns in der Suche danach bestärken, wie wir Akzeptanz bei unter Umständen harter Diskussion und Dialog in Kirche und Gesellschaft fördern können“, schloss Zekorn seine Predigt.

Der Propsteichor und das Kourion-Orchester aus Münster unter der Gesamtleitung von Kantor Lukas Maschke trugen mit ihrer musikalischen Gestaltung zur festlichen Stimmung im Gottesdienst bei. Es erklang als Teil der Liturgie die „Missa Sancti Gabrielis“ von Johann Michael Haydn mit den Solisten Ulrike Bücher (Sopran), Martina Heinen (Alt), Daniel Kasel (Tenor) und Stefan Drees (Bass).

Am Ende des Gottesdienstes bedankte sich Serries bei allen Beteiligten für ihren Dienst. Als Erinnerung überreichte er dem Weihbischof ein Gastgeschenk: eine Miniaturdarstellung des Billerbecker Doms. „Ich komme gern wieder – und sicherlich auch öfter als in der Vergangenheit“, stellte Zekorn in Aussicht. Es sei ihm eine Freude gewesen, an diesem besonderen Ort, mit der Gemeinde den Gottesdienst zu feiern.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare