Die heißeste Versuchung seit es Parodien gibt

Wagners „Ring des Nibelungen“ feiert am Samstag, 29. Juni, Premiere in Billerbeck

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Die Freilichtbühne Billerbeck zeigt in einer originellen Version „Wagners Ring des Nibelungen“ an einem Abend, leicht gekürzt, in einer verrückten Komödie mit Hintersinn, zahlreichen Kulthits und atemberaubendem Witz.

Billerbeck. Die Freilichtbühne Billerbeck zeigt in der originellen Version von Alexander Liegl und Gabriele Rothmüller „Wagners Ring des Nibelungen“ an einem Abend, leicht gekürzt, in einer verrückten Komödie mit Hintersinn, zahlreichen Kulthits und atemberaubendem Witz.

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Viele Menschen sind abgeschreckt, wenn sie den Namen Wagner hören. Man denke an den Opernzyklus „Ring der Nibelungen“, der mit seinen vier Opern stolze 16 Stunden dauert und sich oft über vier Abende erstreckt. Aber darin besteht auch für Regisseur Johannes Lang und Regieassistentin Sabine Alexander die Herausforderung und der Reiz, eben genau dieses Stück zu adaptieren. Deutlich kürzer! So inszenieren er jetzt auf der Freilichtbühne Billerbeck die Version von Alexander Liegl und Gabriele Rothmüller. Unterstützt wird er dabei von Regieassistentin Sabine Alexander, Johanna Haecker (Musikalische Leitung), Christian Alexander (Dramaturgie) und Gisa Wilfarth (Choreografie).

Knapp zwei Stunden dauert die Parodie auf Wagners „Ring der Nibelungen“. Um dem Stück eine besondere Note zu geben, hat Regisseur Lang das Stück mit vielen Filmzitaten, musikalischen Anspielungen und lokalen Gegebenheiten ergänzt. So spielt die Version nun in einer Zeitspanne der letzten 50 Jahre. Verarbeitete Filme sind unter anderem Filmklassiker wie „Pulp Fiction“ und „Matrix“ aus den Jahren 1994 und 1999.

Unter der musikalischen Leitung von Johanna Haecker wurden viele Kulthits der letzten 50 Jahre als Schwerpunkt gesetzt. Der ursprüngliche Hintergrundchor Wagners wurde neben den drei Rheintöchtern Flosshilde (Maria Steinmann), Wellgunde (Anne Schumacher) und Woglinde (Annette Robert) noch durch die zwei Berkelnixen Ludgera (Sabine Alexander) und Gerleva (Gerburg Böcker) ergänzt.

Es bietet sich die Gelegenheit, die ziemlich wilde Geschichte von Macht, Gier, Liebe, Verrat, Mord und Inzest zu sehen.

Um die große Geschichte besser verständlich zu machen, wurde ein Erzähler eingebaut. „Wir wollen etwas Neues ausprobieren und haben uns der Herausforderung gestellt, die Zuschauer werden garantiert ihren Spaß haben“, so Regisseur Johannes Lang. Neben seinem Engagement an der Staatsoper in Nürnberg führt Lang nun schon zum fünften Mal Regie für ein Stück an der Freilichtbühne Billerbeck. „Wir haben die Schwere einer Wagner Oper in humorvolle Leichtigkeit umgewandelt, aber ohne die klassischen Elemente zu verlieren“, sagt Regieassistentin Sabine Alexander. Seit Anfang April dieses Jahres proben die 23 Darsteller fleißig ihre Rollen. Dabei werden sie von einem mindestens genauso großen Team hinter der Bühne unterstützt. Dank der Arbeit der Bühnentechnik dürfen die Zuschauer sich auf einen projizierten Wasserfall und einen animierten Drachen im Bühnenbild freuen. Das Stück feiert am Samstag, 29. Juni, Premiere. Weitere acht Vorstellungen sind angesetzt.

Gehörlose sollten sich die Aufführung am Samstag, 6. Juli, vormerken. Denn dann wird das Erwachsenenstück von zwei Gebärdendolmetscher simultan übersetzt. Dies gilt auch für die Aufführung des Kinderstücks „Das kleine Gespenst“ von Otfried Preußler am Sonntag, 7. Juli.

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