Warnen Sie Ihre Angehörigen!

Seniorin fällt auf Betrüger herein

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Bei Betrugsversuchen per Telefon sollte Anzeige erstattet werden.

Billerbeck. Ihre Hilfsbereitschaft und Gutgläubigkeit ist einer Seniorin (83) aus Billerbeck zum Verhängnis geworden. Die alte Dame ist auf die Masche eines Betrügers hereingefallen und hat einem vermeintlichen Anwalt ihres Bruders eine hohe vierstellige Summe übergeben, wie es in einer Meldung der Polizei heißt.

Die erfundene Geschichte der Betrüger: Der Bruder benötige kurzfristig Geld für einen Hauskauf und komme erst am Montag an sein eigenes Geld. Die Billerbeckerin wollte helfen und ihm das Geld vorstrecken. Erst nach der Geldübergabe an den vermeintlichen Anwalt rief sie selbst ihren Bruder an. Der Schock saß tief, als sie erkannte, dass sie Betrügern aufgesessen war.

Opferbetreuer kümmerten sich um die alte Dame. Den Betrüger beschreibt die Seniorin wie folgt: deutsch, sprach akzentfrei, circa 50 Jahre alt, 1,65 Meter groß, schlank, dunkle kurze Haare, gepflegte Erscheinung, Jeansjacke, schwarze Umhängetasche. Die Geldübergabe fand auf dem Parkplatz vor der Billerbecker Sparkasse statt. Zeugen werden gebeten, sich bei der Polizei unter Tel.  (02541) 140 zu melden. In Dülmen und Nottuln hatten es Unbekannte in den vergangenen Tagen in mehreren Fällen als falsche Polizisten versucht. Die Angerufenen kannten die Betrugsmasche nach diversen Medienberichten bereits. Sie legten einfach auf und erstatteten Anzeige. Das ist die richtige Vorgehensweise.

Was allen zusätzlich verdächtig vorkam: Der Anrufer sprach mit deutlichem Akzent, der als "osteuropäisch" beschrieben wurde. Ein Senior (72) aus Ascheberg wurde am Mittwoch gleich viermal angerufen. Er habe eine hohe Summe Geld gewonnen, hieß es. Zuvor müsse er aber 1.000 Euro Gebühr zahlen. Der Senior erkannte den Betrugsversuch. Eine Aschebergerin (68) verriet am gleichen Tag einem vermeintlichen Glücksboten sensible Daten. Nur so könne man ihr den Gewinn gutschreiben, hieß es. Das kam der Frau erst nachträglich spanisch vor. Sie ließ ihr Konto sperren und meldete sich bei der Polizei. In Havixbeck fiel eine Seniorin (77) am Mittwoch nicht auf den altbekannten Enkeltrick herein.

Es vergeht kaum ein Tag, an dem Betrüger nicht mit der einen oder anderen Masche versuchen, das Geld von Menschen im Kreis Coesfeld zu ergaunern. Oft haben es Betrüger auf das Geld von Senioren abgesehen. Im vergangenen Jahr haben Gauner ältere Menschen im Kreis Coesfeld um mehr als 24.000 Euro betrogen. 579 Betrugsfälle waren bei der Polizei angezeigt worden. In 21 Fällen hatten die Betrüger Erfolg. In diesem Jahr geht die Serie der fiesen Maschen weiter. 

Tipps von der Polizei: Sprechen Sie mit älteren Angehörigen und Freunden über diese Betrugsmaschen. Bei verdächtigen Anrufen: Legen Sie auf. Rufen Sie selbst Ihre Polizei an und erstatten Anzeige. Geben Sie keine persönlichen Daten preis. Übergeben Sie Unbekannten kein Geld oder Wertsachen. Lassen Sie Unbekannte nicht in Ihre Wohnung.

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