Bei Schüleraustausch der Gemeinschaftsschule entstanden Freundschaften

Auch die französische Atlantikküste besuchten die Schüler aus Billerbeck im November vergangenen Jahres gemeinsam mit ihren französischen Gastgebern. Der Schüleraustausch soll nun weiter fortgesetzt werden.

Billerbeck. In Zeiten, in denen starke Kräfte am Zusammenhalt der Europäischen Union zerren, ist so etwas ein Grund zur Freude: Die Stadt Billerbeck ist gut auf dem Weg zu einer Städtepartnerschaft mit einer französischen Kommune – genauer gesagt mit dem knapp 5 000 Einwohner zählenden Erquinghem-Lys im Norden von Frankreich, unweit von Lille und der belgischen Grenze.

Am Anfang, vor 20 Jahren, standen erste Kontakte aus der französischen Stadt mit der Familie Suwelack in Billerbeck. Denn Josef Suwelack, im Ersten Weltkrieg 1915 als Flugpionier gefallen, liegt auf dem englischen Soldatenfriedhof an der katholischen Pfarrkirche in Erquinghem-Lys.

Aus diesem Kontakt erwuchs in Erquinghem-Lys der Wunsch, mit Billerbeck eine Städtepartnerschaft zu gründen. Und so besuchte 2013 eine Delegation aus Erquinghem-Lys Billerbeck; der Gegenbesuch aus Billerbeck erfolgte 2014.

Die Idee einer Städtepartnerschaft stieß in Billerbeck auf offene Ohren. Es sollte jedoch ein Schüleraustausch ins Leben gerufen werden, auf den dann die weitere Städtepartnerschaft aufbauen könne.

Das Problem: Es gibt in der nordfranzösischen Stadt, 400 Kilometer von Billerbeck entfernt, keine weiterführende Schule. Also wurde Kontakt mit dem Collège Jean Rostand im benachbarten Armentières aufgenommen, das viele Schüler aus Erquinghem-Lys besuchen.

Im März vergangenen Jahres besuchten dann die beiden Französisch-Lehrerinnen Bernadette Middendorf und Eva Steimann von der Gemeinschaftsschule Billerbeck das College – und im November ging’s dann für eine 18-köpfige Schülergruppe der Klassen 8 und 9 der Gemeinschaftsschule Billerbeck nach Nordfrankreich. Im März nun erfolgte der Gegenbesuch der französischen Schüler in Billerbeck, flankiert von einem Wochenend-Aufenthalt einer 13-köpfigen Delegation rund um den Bürgermeister von Erquinghem-Lys in Billerbeck.

„Der Austausch war ein Riesenerfolg“, freut sich Bernadette Middendorf, „und wir planen, ihn weiter fortzuführen.“ Die Billerbecker besuchten mit ihren Gastgebern in Frankreich unter anderem einen Marmor-Steinbruch und die Atlantikküste, schauten nach Dover – und hatten viel Spaß an dem gemeinsamen Zirkusprojekt mit Jonglage, Artistik und Menschpyramide. Als die Franzosen dann in Billerbeck waren, ging’s gemeinsam in den Kletterwald in Haltern und nach Münster ins Planetarium, ins Naturkundemuseum und zum Shoppen in die Stadt.

„Die beiden Besuche verliefen sehr schön und harmonisch – und beide Male gab es viele Tränen beim Abschied“, so Bernadette Middendorf. „Das zeigt, dass herzliche Freundschaften entstanden sind.“

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