Vorbereitung für die Restauration hat begonnen. Spender und Sponsoren gesucht

Neuer Glanz für wieder entdecktes Altargemälde

Sybille Kreft, Diplom-Restauratorin, Brigitte Vöhringer, Diplom-Restauratorin und Dr. Dirk Strohman und Dompropst Hans Bernd Serries, Pfarr- und Propsteigemeinde St. Johann/St. Ludger Billerbeck mit dem Gemälde.

Billerbeck. Das von Heinrich Ahlers, Kirchenvorstand, 2009 wieder entdeckte Altarbild wird ab sofort am Fundort, dem Dachboden des Pfarrhauses, für den sicheren Transport nach Dresden vorbereitet.

Die Dresdener Diplom-Restauratorin Sybille Kreft, die den Auftrag für die Restauration erhalten hat, ist bereits angereist und hat mit ihrer Arbeit begonnen. Frau Kreft ist dem LWL-Referat für Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen bekannt durch ihre Arbeit mit großen Formaten in der Zeit nach der Flutkatastrophe in Dresden. Das Amt für Denkmalpflege hat die ersten Kosten übernommen. Die gesamte Restauration für das Bild wird circa zwei Jahre dauern und 40 000 Euro kosten. „Das Bild ist in einem desolaten Zustand“, erklärt Brigitte Vöhringer, Diplom-Restauratorin des LWL-Amtes für Denkmalpflege, und zeigt die Risse und Malschäden auf. „Das Altarbild muss doubliert und dann auf einen neuen Keilrahmen gespannt werden“, führt Sybille Kreft aus. Um das Projekt ganz durchführen zu können, fehlen Sponsoren und Spender.

Das Altargemälde soll im Ludgerusdom vorne zwischen dem Josefsaltar und der Tür zum Markt, die immer geschlossen ist, hängen. Von Beginn des Fundes an stand den Billerbeckern die fachlich professionelle Beratung durch Dr. Dirk Strohmann, kunstwissenschaftliche Beratung im Bereich Restaurierungsberatung, und Brigitte Vöhringer, Diplom-Restauratorin, zur Seite. Da es sich bei dem Bildträger um die älteste Ludgerusdarstellung in Billerbeck und um die einzige barocke Sterbeszene des heiligen Ludgers handelt, ist vor allem der ideelle Wert unschätzbar groß. „Wenn man bedenkt, wie viele Menschen in den 350 Jahren vor diesem Altarbild gebetet haben, dann erkennt man, wie nah die Vergangenheit mit dem Heute verbunden ist. Durch das Wissen, solch ein bedeutsames Kunstwerk hier in Billerbeck zu haben, tragen wir die Verantwortung, dieses Bild restaurieren zu lassen“, sagte Dompropst Hans-Bernd Serries gestern beim Pressetermin. Die Restauration wird dem Gemälde neuen Glanz geben und lässt viele Details klar erkennen, die jetzt noch nicht gut zu deuten sind, sind sich alle Beteiligten sicher. Neuer Glanz für wieder entdecktes Altargemälde.

Zum Altarbild

Das oben halbrunde Leinwandgemälde (283 x 203 cm) stammt aus der 1892 abgerissenen Ludgerikirche in Billerbeck und ist ein Teil eines barocken Hochaltars. Das Bild ist im Schaft des Bischofstabes signiert von Heinrich Cronenburg, dem Hofmaler des münsterschen Fürstbischofs Christoph Bernhard von Galen (1650-1678). „Der Bildausschnitt der dargestellten Sterbeszene zeigt den heiligen Ludgerus in einem Bett mit einem roten Samtüberwurf umringt von einem Priester und seinen Schülern/Anhängern. Links vor dem Bett steht ein Tisch mit einer Mitra, Buch, 2 Kerzenleuchtern und einem Kruzifix, die Krümme des vor dem Bett abgelegten Bischofstabes ist auch zu erkennen. Der heilige Bischof hat die Augen geschlossen und hält in den Händen ein Kreuz und die Sterbekerze. Am Fußende vor dem Bett stehen ein Diakon mit Leuchter und ein älterer Mann, der sich den Mantel über den Kopf gezogen hat. (Dr. Dirk Strohmann, LWL)

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