Lucas Wießenthaner betreibt Airsoft-Sport: Das steckt hinter der "Bang-Regel"

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Lucas Wießenthane in seinem Airsoft-Spieloutfit.

Billerbeck. In Tarnkleidung mit seinem Team ein Waldgebiet erkunden um den Gegner zu finden und zu besiegen – was sich auf den ersten Blick wie ein Videospiel oder eine militärische Übung anhört, ist jedoch keins von beiden. Denn die Teilnehmer betreiben den Airsoft-Sport. So auch der Billerbecker Lucas Wießenthaner , der den Sport mit den Airsoft-Waffen als Hobby ausübt.

Bereits als Kind fand Lucas Wießenthaner Airsoft interessant. „Ich wollte das schon als Kind ausprobieren“, berichtet der Billerbecker. Seine ersten Spielerfahrungen im Erwachsenenalter machten dem mittlerweile 22-Jährigen so viel Spaß, dass er beim Airsoft blieb.

Airsoft ist ein taktischer Geländesport bei dem die Teilnehmer in mit Airsoft-Waffen ausgerüsteten Teams gegeneinander spielen. Die Spiele können dabei verschiedenen Szenarien zugrunde liegen. „Die Szenarien können beispielsweise wie in Videospielen sein“, so Lucas Wießenthaner.

Airsoft wird auf verschiedenen Spielfeldern, im Freien oder in Gebäuden, gespielt. Die Spielareas können zum Beispiel Waldgebiete oder Industriegelände sein. „Der Sport unterliegt dem Waffengesetz. Es gibt daher einige Regeln, die strikt eingehalten werden“, erklärt der Airsoft-Sportler. So ist beispielsweise darauf zu achten, dass die Airsoft-Waffen gesichert und auseinandergebaut transportiert werden. Zudem dürfen unbeteiligte Personen nicht durch die Durchführung eines Airsoft-Spiels in irgendeiner Form belästigt werden. Schutzbrille und festes Schuhwerk sowie biologisch abbaubare Munition sind für die Teilnehmer Pflicht. Alle Spieler müssen des Weiteren in einem offiziellen Spielregister eingetragen sein.

Seit nun über einem Jahr ist auch Lucas Wießenthaner im offiziellen Airsoft-Spielerregister eingetragen. Auch seine Waffen-Sammlung und sein Zubehör haben sich in dieser Zeit erweitert. Aktuell besitzt der Billerbecker sieben Airsoft-Waffen. „Die Waffen sind eigene ‘Fantasie-Modelle’ oder Kopien von echten Waffen“, beschreibt der Auszubildende. Die häufig realistisch aussehenden Waffen werden unter anderem mit Gas oder elektronisch betrieben und müssen daher auch mit Pflegemitteln behandelt werden. „Richtige Verletzungen können die Waffen normal nicht hervorrufen. Wird man getroffen, zwiebelt es etwas“, so der Billerbecker.

Den Airsoft-Sport übt der 22-Jährige meist am Wochenende auf entsprechenden Events aus. Bei den Events kommen Leute aus verschiedenen Regionen und spielen dann gemeinsam beziehungsweise gegeneinander auf den Spielfeldern. Dabei steht die Sicherheit im Vordergrund. „Jede Waffe wird bei einem Event geprüft. Es wird auch im Register geschaut, ob man schon einmal gegen Regeln verstoßen hat und deswegen gesperrt ist. Jugendliche ab 14 dürfen nur mit Betreuung teilnehmen und schwächere Waffen benutzen“, sagt Lucas Wießenthaner.

Noch wichtiger als die Spielregeln sind jedoch Gemeinschaft und Spaß: „Die wichtigste, ungeschriebene Regel ist immer der Spaß an der Sache. Auf den Events lernt man immer neue, nette Leute kennen und spielt dann direkt mit ihnen auf dem Feld. Fairness gehört dazu. Beispielsweise gibt es eine Bang-Regel. Wenn man sich unter drei bis fünf Meter einer Person ungehindert nähern kann, dann wird nicht geschossen. Es reicht, wenn man ‘Bang’ sagt. Es geht eben um den Spaß“, berichtet Lucas Wießenthaner.

Leider hat die Airsoft-Szene auch mit einigen Vorurteilen zu kämpfen. „Außenstehende haben gegen uns leider häufig Vorurteile wie es sie auch bei Ego-Shootern gibt. In der Realität stimmen diese aber gar nicht und langsam wird das auch den anderen Leuten bewusst“, erklärt der Auszubildende.

Interessierte, die gerne den Airsoft-Sport ausprobieren wollen, können eines der Airsoft-Events besuchen. Die Termine sind online zu finden. „Wer es ausprobieren möchte, muss sich nicht direkt eine Waffe kaufen. Bei den Events kann man sich welche preisgünstig mieten“, so Lucas Wießenthaner. Wer danach weiter Interesse hat, kann sich dann eine Airsoft-Waffe kaufen. „Für circa 100 Euro bekommt man bereits gute Einsteigermodelle. Nach oben gibt es keine Preisgrenzen“, sagt Wießenthaner. Generell freut sich die Airsoft-Szene über alle neuen Mitglieder. „Jeder ist bei uns willkommen.“

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