90 Jahre und immer noch fit: Im DRK-Ortsverein Billerbeck engagieren sich rund 60 Personen ehrenamtlich

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Schwören auf den Zusammenhalt im DRK-Ortsverein Billerbeck: Vorstandsmitglied Alfons Hansel, Jennifer Musiol (Gemeinschaftsleiterin) , Rita Eifert, Geschäftsführerin Theo Hillebrandt und Bürgermeisterin Marion Dirks.

Billerbeck. Wäre er ein Mann, dann würde fast jeder denken: ein betagtes Alter, in dem man sich ein wenig Ruhe gönnen könnte. Doch mit seinen 90 Jahren ist der DRK-Ortsverein Billerbeck immer noch fit. Und das liegt vor allem an den Menschen, die sich dort ehrenamtlich engagieren. Circa 60 Leute sind in der Bereitschaft inklusive dem Blutspendedienst im DRK-Ortsverein tätig. „Ohne sie wären viele Veranstaltungen wie beispielsweise Reitturniere, Sportveranstaltungen und Aufführungen der Freilichtbühne nicht möglich“, sagt DRK-Vorsitzende Marion Dirks mit Blick auf die Bedeutung des DRK für die Stadt Billerbeck. Gleichzeitig nannte sie den sozialen Zusammenhalt als ein besonderes Kennzeichen des DRK-Ortsvereins Billerbeck. Und im Verhältnis zu anderen Ortsvereinen in der Region sei er in den letzten Jahrzehnten vom Altersdurchschnitt her gesehen immer gut aufgestellt gewesen.

„Es gibt viele zwischen 20 und 30 Jahren“, so Hansel. Eine Altersgruppe fehlt laut Jennifer Musiol: „Menschen im mittleren Alter, die 40- bis 50-Jährigen.“ Mit Musiol und Henning Wiesmann haben vor gut zwei Jahren jüngere Leute das Ruder im DRK-Ortsverein übernommen. „Auf unsere ‚alten Hasen‘ wollen und können wir nicht verzichten. Das Wissen, was sie uns weitergeben, lernen wir nicht in Lehrgängen“, betont Musiol, die im Gegensatz zu Wiesmann, der im Jugendrotkreuz (JRK) war, als Quereinsteigerin zum DRK kam.

Apropos Wissen: Wer früher als Ehrenamtlicher beim DRK mitmachen wollte, der musste nur einen Erste-Hilfe-Lehrgang machen. „Jetzt muss ein Sanitätslehrgang mit Prüfung absolviert werden“, informiert Rita Eifert. Mit 14 Jahren trat sie in das JRK ein. Mehr als 47 Jahre ist sie jetzt leidenschaftliche Rotkreuzlerin. „Meinen Mann habe ich beim Blutspendetermin kennengelernt“, erzählt Rita Eifert. Ihr Mann prägte jahrzehntelang als DRK-Bereitschaftsführer den DRK-Ortsverein. Der gelernte Rettungsassistent und die ehemalige Gemeinschaftsleiterin Elisabeth Decker, beide inzwischen verstorben, gehörten gemeinsam mit Rita Eifert, Alfons Hansel und Theo Hillebrandt zu den Personen, die stark mit dem DRK-Ortsverein verwurzelt sind. Dabei war es bei Hillebrandt zunächst eine Kopf- und keine Bauchentscheidung. „Stadtdirektor Elkmann hat mich damals gefragt, ob ich lieber bei der Freilichtbühne oder beim Roten Kreuz mitwirken wollte. Ich entschied mich für das DRK“, so der ehemalige Verwaltungsmitarbeiter. Zunächst war er als Kassierer im Vorstand und 1982 folgte er Bernhard Sieverding auf dem Posten als Geschäftsführer. In diesem Jahr, dann wird Hillebrandt 80 Jahre alt, möchte er aus dem Amt ausscheiden. So lautet sein Plan.

Dass viele Rotkreuzler trotz ihres hohen Alters bleiben, hat sicherlich einen Grund: der starke Zusammenhalt. Und dieser zeigt sich bei Einsätzen, wenn ihre Hilfe angefordert wird. „Zehn bis 15 Leute sind sofort da“, freut sich Hansel. In zwei Stunden könnten sie bis 200 Menschen versorgen. Circa 8500 Stunden ehrenamtlichen Dienst pro Jahr leisten die Mitglieder des DRK-Ortsvereins Billerbeck. Im vergangenen Jahr waren sie beispielsweise Ende Februar bei der Bombenentschärfung in Coesfeld dabei und versorgten 630 Leute und auch beim Großbrand in Lette als im Sommer Strohballen in Brand gerieten, waren die Billerbecker dabei. Den Grundgedanken der Menschlichkeit tragen sie im Herzen, wie es sich die Gründer des Roten Kreuzes 1864 in Genfer wünschten. „Ja, es macht Spaß, im DRK zu arbeiten. Es gibt Schatten. Wo nicht? Doch das andere übertrumpft alles“, betont Rita Eifert.

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