„Mwiriwe Rwanda – Hallo Ruanda“

Ein Jahr allein in Afrika: Warum Billerbeckerin Larissa Mersmann diesen Schritt wagt

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Larissa Mersmann freut sich auf ihren Auslandsaufenthalt im Herzen Afrikas.

Billerbeck. Vogelgezwitscher und grüne Felder soweit das Auge reicht. In dieser münsterländischen Idylle lebt die 18–jährige Larissa Mersmann auf dem Bauernhof ihrer Familie in der Billerbecker Bauernschaft Hamern. Doch bald wird sich einiges in ihrem Leben ändern, denn am 22. Juli geht sie für ein Jahr in das zentralafrikanische Land Ruanda.

„Ich will erst einmal etwas ganz anderes kennenlernen, bevor ich entscheide, wie es in meinem Leben weitergeht“, erklärt Larissa Mersmann den Grund, warum sie nach ihrem Abitur ein Auslandsjahr machen wollte. Deshalb bewarb sie sich bei dem Freiwilligendienst des Bistums Münster. Aus insgesamt über 70 Bewerbern aus der Region Münster setzte sich die Billerbeckerin dann schließlich als eine von 28 Freiwilligen durch, und wurde für ein Projekt in Ruanda ausgewählt.

„Wir unterstützen lokale Ordensschwestern in ihrer Arbeit mit geistig und körperlich behinderten Menschen“, erklärt Larissa Mersmann. Zusammen mit einer weiteren Freiwilligen lebt sie in der Großstadt Kigali. Eine starker Kontrast zu dem gemütlichen Bauernhof, auf dem sie aufgewachsen ist.

Auf die 18-Jährige kommen einige weitere Veränderungen zu: Statt Bus und Bahn gehört das Motorrad zu den wichtigsten öffentlichen Verkehrsmitteln in dem afrikanischen Land. „Man kann sich das wie ein Taxi – nur eben als Motorrad vorstellen“, so Larissa Mersmann. Auch das Einkaufen ist in Ruanda anders als in Deutschland. „Auf den Märkten findet man eigentlich alles, was man braucht. Die schneidern dort sogar die Klamotten“, freut sich die Billerbeckerin.

Obwohl es für Larissa erst in zweieinhalb Wochen losgeht, hat sie bereits einige Seminare und Workshops hinter sich. Diese boten ihr nicht nur einen ersten Einblick in die Sprache und Kultur vor Ort, sondern bereiteten sie vor allem auf das Jahr alleine im Ausland vor.

„Auch wenn ich meine Freunde und Familie bestimmt vermissen werde, weiß ich, dass ich nie alleine bin“, meint die 18-Jährige, „außerdem freue ich mich total auf die Kultur und die neuen Erfahrungen, die ich sammeln werde.“

Auch mit Vorurteilen über Ruanda musste sie sich bereits befassen: „Viele denken direkt an den Völkermord 1994, doch das Land hat sich seitdem stark verändert“, klärt Larissa Mersmann auf. Bei diesem wurden Schätzungen zufolge bis zu eine Million Angehörige der Minderheit der Tutsi ermordet.

Doch Larissa versichert: „Mittlerweile gehört Ruanda zu den sichersten Ländern in Afrika.“ Viele Menschen, besonders Behinderte, werden allerdings immer noch diskriminiert. Deshalb sei es wichtig, dass es Projekte gibt, die sich um diese Menschen kümmert. Und da sich diese, wie die Einrichtung des Ordenshauses in dem sie arbeiten wird, über Spenden finanziert, ruft sie zum Spenden auf: „Selbst kleine Beträge können sehr viel helfen!“

Zum Thema:

Freiwilligendienst

Das Bistum Münster bietet jedes Jahr jungen Erwachsenen zwischen 18 und 28 Jahren die Möglichkeit, in eines von sieben Ländern zu reisen und dort karitative Aufgaben zu übernehmen. Neben Projekten in Afrika gibt es auch Kooperationen in der Karibik und Mexiko. Die Projekte laufen in Kooperation mit dem Freiwilligendienst „Weltwärts“ und werden zum großen Teil über Spenden finanziert. Weitere Informationen zu den Projekten und der Möglichkeit zu Spenden, sowie für Anmeldungen auf www.ms-freiwillig.de.

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