Lieblingsorte gesucht

Die ganze Stadt als Museum: Projekt "Offenes Heimatmuseum Billerbeck gestartet"

Billerbeck Offenes Heimatmuseum Kulturverein
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Benedikt Wiesmann, Vorsitzender von „KuKuV“ (von links), Projektleiterin Dr. Ipek Wiesmann, Bürgermeisterin Marion Dirks und Co-Leiterin Dr. Isabel Waltering zeigen mit dem Johanni-Kirchplatz einen der möglichen Lieblingsorte in Billerbeck. Co-Leiterin Dr. Dilara Tekrin konnte aufgrund der Corona-Krise leider nicht aus der Türkei anreisen.

Billerbeck. Eine innovative Art von Museum will der frisch gegründete Verein „KuKuV – Kunst und Kulturverein Billerbeck e.V. nach Billerbeck bringen: Anstelle einer festen Ausstellung in einem Gebäude, soll die komplette Domstadt mitsamt ihren Außenbereichen zum offenen Heimatmuseum Billerbeck werden.

„So ein Museum gibt es in dieser Form noch nicht. Hier wird das Thema Heimat auf ungewöhnliche Art aufgegriffen“, ist Bürgermeisterin Marion Dirks bereits gespannt. In kleineren Gruppen sollen Billerbecker – egal ob gebürtige oder zugezogene – ihre Stadt erkunden und sich dabei für Lieblingsorte entscheiden. 

Basierend auf den individuellen Erinnerungen und Geschichten der Bürger wird aus diesen besonderen Plätzen eine Collage erstellt. Die Bilder der Stadt werden dann in 40 Stadtkarten platziert und so Teil des Heimatmuseums. An den am häufigsten erwähnten Orten in der Stadt und im Außenbereich werden dann kleine Kunstwerke von der Künstlerin Ayse Gülsüm Özel stehen, die anhand eines QR-Codes Aufschluss über die jeweilige Stelle geben. Dabei stehen nicht nur eine wissenschaftliche Ausarbeitung, sondern vor allem auch die persönlichen Erinnerungen und Geschichten, die die Billerbecker mit ihrer Stadt verbinden, im Vordergrund. 

Ein breiter Querschnitt durch die Bevölkerung soll durch ganz unterschiedliche Orte geboten werden. „Schön ist auch die individuelle Nutzung. Das Freiluftmuseum steht immer offen, sei es bei einem Abendspaziergang oder am frühen Morgen“, sagt Co-Leiterin Dr. Isabel Waltering. Auch die Einbindung der Orte in eine Stadtführung sei denkbar.

Für die Durchführung wurde der Verein „KuKuV – Kunst und Kulturverein Billerbeck e.V.“ gegründet. Durch die Corona-Krise nach hinten geschoben, läuft das Projekt nun an und startet in seine Vorbereitungsphase. Im Frühjahr 2021 sollen die Gruppen dann tatsächlich durch die Stadt ziehen, da dann das Wetter für die Fotos besser ist. Für die Zeit möchte der Verein für das Projekt auch ein Ladenlokal in der Innenstadt mieten. „Dann gibt es eine feste Anlaufstelle und Neugierige können sich dort über den Projektfortschritt informieren“, nennt Projektleiterin Dr. Ipek Wiesmann die Vorteile.

Gefördert wird das circa 85 000 Euro teure Projekt zu 90 Prozent über das Heimatministerium NRW. Weitere Sponsoren sind die Sparkassenstiftung und die Wolfgang-Suwelack-Stiftung. Die Stadt Billerbeck steht mit Tat und Rat zur Seite.

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