Blasorchester Billerbeck trat in der lettischen Partnerstadt auf

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Blasorchester Billerbeck trat in der lettischen Partnerstadt auf

Billerbeck. „Einfach, aber gut gepflegt und tolle Gärten“, mit diesen Worten brachte Peter Rösmann, Vorstandsmitglied des Billerbecker Blasorchesters e.V., seinen ersten Eindruck von Iecava, der lettischen Partnerstadt von Billerbeck, auf einen Nenner. Ein bisschen müde wirken Rösmann und der erste Vorsitzende, Norbert Große Daldrup, als sie am gestrigen Dienstag von ihrem fünftägigen Besuch anlässlich der 525-Jahr-Feier Iecavas berichten. Kein Wunder – die Tage waren voll mit Programmpunkten.

28 aktuelle und ehemalige Musikerinnen und Musiker des Blasorchesters stiegen am Donnerstagmorgen von Amsterdam in Richtung Lettland ins Flugzeug. Gelandet wurde auf dem Flughafen Riga. Dann ging es mit dem Bus in die lettische Kleinstadt, 40 Kilometer südlich von Riga entfernt. „Der Flug war nicht weiter, als würde man nach Mallorca fliegen“, betont Große Daldrup. In Riga wurden sie von Solveija Lineja empfangen. Die Deutschlehrerin in Iecava, die sie später auf ihren Wunsch „Soli“ nennen sollten, hatte Große Daldrup bereits bei dem Besuch im Billerbeck im August des vergangenen Jahres kennengelernt. „Sie war unsere treusorgende Mutter“, betont der erste Vorsitzende. Als ein Instrument kaputtgegangen war, sorgte sie mit einem Anruf für Ersatz. Und auch sonst stand sie den Billerbeckern immer zur Seite.

Untergekommen sind die Mitglieder des Blasorchesters in einem Internat. „Die Unterkunft und Verpflegung hatten wir frei“, informiert Norbert Große Daldrup. Essen gab es reichlich, und es schmeckte wie zu Hause. „Alles mit Dill“, warf Rösmann schmunzelnd ein. Ansonsten wurden die Reisekosten von der Bürgerstiftung, der Suwelack-Stiftung, von Teilnehmerbeiträgen und den Reisenden selbst finanziert.

Am Tag der Ankunft machten die Musikerinnen und Musiker einen kleinen Rundgang durch die Stadt, bevor sie sich zur Probe zurückzogen. „Wir hatten extra die lettische Nationalhymne einstudiert“, so Große Daldrup. Der passende Anlass, die Hymne zu spielen, wurde in den Tagen laut Norbert Große Daldrup nicht gefunden.

Am Freitag wurde den Billerbeckern unter anderem die Musik-/Kulturschule gezeigt. „Da kann man schon ein wenig neidisch sein“, so Peter Rösmann. Die Einrichtung befindet sich in einem alten Herrenhaus mit Anbau. Dort gibt es kleine Klassen und für jedes Instrument ein eigenes Zimmer. Ein eigenes Orchester hat Iecava bis dato jedoch nicht. Dafür jede Menge Vereine und Verbände, wie das Blasorchester Billerbeck beim Umzug am Abend, dem Auftakt der Feierlichkeiten, vom Rathaus bis zur Bühne im Stadtpark feststellen konnte.Die Billerbecker führten den Zug an. „Es hatte den Anschein, als wäre die Hälfte der Bevölkerung unterwegs gewesen“, so Peter Rösmann. In Trachten und fantasievollen Kostümen waren die Teilnehmer des Marsches zu bewundern. Mütter marschierten mit ihren Kindern im Kinderwagen mit. Eine halbe Stunde vor Mitternacht trat das Blasorchester noch einmal auf. „Es wurde getanzt bei unserer Musik. So etwas haben wir noch nicht erlebt“, so Peter Rösmann stolz. Noch einmal traten sie auf dem Jahrmarkt am Samstagabend auf, an dem sie auch ein großes Höhenfeuerwerk miterlebten.

Bereits am Mittag fand der offizielle Empfang anlässlich der Feierlichkeiten zum Stadtjubiläum im Rathaus statt. Hierzu waren die Bürgermeister der Nachbarorte und eine Delegation der schwedischen Partnerstadt von Iecava gekommen. In Vertretung des Blasorchesters waren Dirigent Waldemar-Peter Bozek, Vorsitzender Norbert Große Daldrup sowie Vorstandsmitglieder Wolfgang Berkes, Mechthild Messing und Peter Rösmann vor Ort. Norbert Große Daldrup verlas im Namen von Billerbecks Bürgermeisterin Marion Dirks das Grußwort der Partnerstadt.

Am Sonntag machten die Billerbeck eine Stadtführung in Riga. Anschließend besuchten sie das Holocaust-Denkmal in Bikernieki. „Es war ziemlich still“, beschreibt Norbert Große Daldrup die Stimmung beim Anblick der Massengräber.

Herzlich endete auch der Abschied am Montag. Der Bürgermeister kam persönlich vorbei, um sich vom Blasorchester zu verabschieden.

Nicht zum letzten Mal werden die Reiseteilnehmer in Lettland sein. Das ist gewiss.

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