Kostenlose Sturzprophylaxe-Kurse im Gesundheitsstudio. Studienteilnehmer gesucht

Die Angst vor dem Sturz

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Fit im Alter zu sein, macht Spaß: Dieser Ansicht sind zumindest die Teilnehmer des Rehasport-Kurses, die Karolin Aßheuer (links) trainiert.

Billerbeck. „Ich bin doch kein D-Zug mehr!“ ein Spruch, dem so manchem Menschen über 60 Jahren auch heute noch über die Lippen geht. Für die jüngere Generation sei gesagt, ein D-Zug war früher – bis in die 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts, ein schneller Zug. Im Alter fährt er halt langsamer – und läuft nicht mehr rund. „Ja, es gibt sie auch: Die 80-Jährigen, die noch fit wie ein Turnschuh sind“, sagt Karolin Aßheuer. Doch es gibt laut der Rehasport-Trainerin auch diejenigen, die Aktivitäten im Alter meiden. Die Angst zu stürzen, ist bei ihnen einfach zu groß.

Der Mangel an Beweglichkeit und Gleichgewichtssinn und fehlende Muskel- und Sehkraft führt gerade zu vermehrten Stürzen. Doch an dieser Schraube kann jeder drehen. Alles lässt sich nicht verändern, aber einiges deutlich verbessern. Das Zauberwort lautet: Sturzprophylaxe. Mit diesem Thema setzt sich Karolin Aßheuer in ihrer Bachelorarbeit im Rahmen ihres Fitness- und Gesundheitsmanagement-Studiums an der Fernuniversität Düsseldorf auseinander.

„Das Ziel ist es herauszufinden, ob und wie sehr sich Risikofaktoren minimieren und Sicherheit im Alltag maximieren lassen“, so die 25-jährige Billerbeckerin. So etwas lässt sich nur in der Praxis realisieren. So bietet die gelernte Sport- und Fitnesskauffrau ab Mitte Juli dieses Jahres kostenlose Sturzprophylaxe-Kurse in den Räumen des Gesundheitsstudios Body & Soul in Billerbeck an. Diese Kurse sind Teil ihrer Studie. Dafür benötigt sie eine Reihe von Probanden. 65 Jahre – so alt müssen sie sein. „Ich musste altersmäßig ein bisschen eingrenzen“, so Carolin Aßheuer, die sich diesbezüglich Rat von ihrem Bachelor-Betreuer Dr. Sven Bartosch einholte. Sturzprophylaxe sei vom Alter her eigentlich nicht eingrenzbar, findet Karolin Aßheuer.

Insgesamt drei Gruppen mit jeweils 15 Teilnehmern werden gebildet. Zwei – die aktiven Teilnehmergruppen – treffen sich zehn Wochen hintereinander mittwochs von 8 bis 9 Uhr beziehungsweise samstags von 10.30 bis 11.30 Uhr im Gesundheitsstudio, um gemeinsam mit der Expertin mit verschiedenen Übungen unter anderem am Gleichgewicht, am Gang und der Beinkraft zu trainieren. „Es ist keine Stuhlgymnastik. Kein Seniorensport“, betont Karolin Aßheuer und ergänzt: „Klar ist, dass es aber auch Übungen im Sitzen gibt.“

Die dritte Gruppe benötigt die Fitnesstrainerin zum Vergleich. „Leer geht sie nicht aus“, informiert die Studentin. Denn im Anschluss an die Studie führt sie auch mit diesen Teilnehmern die Übungen zur Sturzprophylaxe durch, in denen Koordination, Gleichgewicht, Muskelkraft und der Umgang mit Sturzangst geschult und thematisiert werden.

Auf die Frage, mit welchen Ergebnissen sie rechnet, antwortet Karolin Aßheuer: „Ich hoffe, dass sich die Teilnehmer sicherer in ihrem Alltag fühlen, ihren Spaß an der Bewegung entdecken und das Thema Sturzprophylaxe ernst nehmen.“ Im besten Fall entwickelt sich daraus eine Gruppe, die gemeinsam weiter in Bewegung bleibt ohne Angst hinzufallen. Denn Sturzangst führt zur verminderten Aktivität im Alltag. Und wie Wilhelm von Humboldt sagte: „Ohne Sicherheit ist keine Freiheit.“

Wer Interesse hat, mindestens 65 Jahre alt ist, kann an der Studie teilnehmen. „Sie würden mir einen riesigen Gefallen tun“, so Carolin Aßheuer. Die Studentin, die in Teilzeit als Trainerin im Gesundheitsstudio hofft, genügend Teilnehmer für ihre kostenlosen Kurse zu finden, um ihre Bachelorarbeit zu schreiben.

Die Kurse beginnen Mitte Juli. Anfang Juli findet an einem Samstag um 15 Uhr eine Infoveranstaltung statt. Anmelden können sich die Probanden – unter Angabe des gewünschten Kurstermins – entweder telefonisch unter (01578) 6185008 oder per E-Mail an sturzprophylaxe@ web.de.

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