Im Wohngebiet

Darf ich ein Pferd bei mir auf dem Grundstück halten?

Ein Pferd daheim auf dem Grundstück - darf das sein?
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Ein Pferd daheim auf dem Grundstück - darf das sein?

Wer ein Pferd halten möchte, tut dies am liebsten so nahe bei sich zuhause wie möglich. Aber ist es erlaubt, die Tiere im Wohngebiet zu halten?

In der Stadt oder in einem Wohngebiet leben und gleichzeitig ein Pferd halten, lässt sich nicht so einfach miteinander vereinbaren. Zwar möchte man sein Tier so nahe wie möglich bei sich zuhause haben, doch ist das überhaupt erlaubt? So kann es im Wohngebiet zum Beispiel sein, dass der heimische Garten recht groß ist und genügend Platz für ein Pferd bietet - aber reicht das aus? Wir haben Antworten für Sie.

Pferde im Wohngebiet halten: Ist das möglich?

Zu Pferden in Wohngebieten haben bereits mehrere Gerichte klar Stellung bezogen. Demnach ist die Pferdehaltung in reinen oder allgemeinen Wohngebieten regelmäßig unzulässig und entspricht nicht der Eigenart von Wohngebieten. So klagte ein Ehepaar aus Asbach vor dem Verwaltungsgericht Koblenz gegen eine im Jahr 2008 erteilte Baugenehmigung für einen Pferdestall für drei Tiere durch die Verbandsgemeinde Asbach. Aufgrund eines Abstands von rund zehn Metern zu ihrem Wohnhaus, sah sich das Ehepaar in seinen Rechten verletzt - und das Verwaltungsgericht stimmte zu. In Wohngebieten sei Pferdehaltung regelmäßig nicht genehmigungsfähig. Auch weil sich üblicherweise durch Gerüche, Fliegen und Ungeziefer Nachteile für die Umgebung ergeben würden.

Selbst bei einem Grundstück mit ausreichend Freifläche und einem Platz zum Unterstellen für das Pferd ist eine Haltung in Wohngebieten nicht erlaubt, wie das Verwaltungsgericht Neustadt 2013 urteilte (Az. 4 K 828/12.NW und 4 K 793/12.NW). Es widerspreche der Eigenart eines Wohngebiets und sei gegenüber den Nachbarn rücksichtlos.

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In diesem Fall ist eine Pferdehaltung im Wohngebiet möglich

Einzige Ausnahme könnte sein, wenn ein Pferdestall auf einem weitläufigen Grundstück an einem entlegenen Ortsrand errichtet würde, der so weit vom Wohngebiet entfernt ist, dass er eher der freien Landschaft zugeordnet werden kann. Ähnlich war es in einem Fall, der vor dem Verwaltungsgericht Koblenz landete, bei dem der Landkreis Neuwied einem Kläger die Baugenehmigung für fünf Pferdeboxen und eine Sattelkammer auf einem Grundstück in Anhausen verwehrte. Hier war das Gericht der Meinung, dass die Umgebung auf der die Pferdeboxen standen, weder als reines noch allgemeines Wohngebiet anzusehen sei, ebenso wenig als Misch- oder Dorfgebiet. Stattdessen stelle es eine Gemengelage dar. Deshalb wurde der Klage des Eigentümers stattgegeben.

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