Wasser aus heimischen Quellen

Mineralwasser im Test von Öko-Test: Licht und Schatten bei den Sprudel-Marken

Öko-Test hat insgesamt 100 Sorten Sprudel getestet. Wer nach dem Check das beste Mineralwasser hat. 

  • 100 der beliebtesten Sorten Mineralwasser der Sorte Medium waren im Labor von Öko-Test.
  • Mit dabei waren bekannte Sprudelmarken wie Gerolsteiner oder Selters, aber auch Eigenmarken von Lidl, Edeka und Aldi.
  • In einigen Produkten wurden Verunreinigungen gefunden - aber es gibt auch gute Nachricht.

Frankfurt am Main - Eigentlich können sich die Deutschen glücklich schätzen - das Wasser, das aus dem Wasserhahn kommt, hat eine so eine gute Qualität wie fast nirgendwo sonst. In der Regel kann man es bedenkenlos trinken und auf teures Mineralwasser aus dem Supermarkt verzichten. Doch manchmal muss es doch etwas Prickelndes sein und man greift zum Sprudel. Deshalb hat Öko-Test jetzt rund 100 Sorten Mineralwasser geprüft. RUHR24* hat die Ergebnisse zusammengefasst. 

Magazin:

Öko-Test

Verlag:

Öko-Test AG

Auflage:

107.606 Exemplare

Chefredakteur:

Hans Oppermann

Reichweite:

1,20 Mio. Leser

Öko-Test prüft 100 Sorten Mineralwasser 

Die gute Nachricht zuerst: 51 von 100 Sorten Mineralwasser schnitten in dem Test von Öko-Test mit der Note "sehr gut" ab. 14 davon sind sogar für Babynahrung geeignet. 

Die Mehrzahl der Mineralwasser aus deutschen Quellen kann also bedenkenlos getrunken werden. Zu den Testsiegern gehören unter anderem folgende Sprudelsorten:

  • Black Forest Fein Perlend aus der Hansjakobquelle in Bad Rippoldsau
  • Vilsa Brunnen Medium aus der gleichnamigen Quelle in Bruchhausen-Vilsen
  • Schloss Quelle Medium (Schloss Quelle in Essen)
  • Adelholzener Sanft (AlpenQuell in Bergen)
  • Leonie Mineralwasser Medium aus der Aquintus Quelle in Dinslaken, NRW.
  • Rheinfels Quelle Medium aus der gleichnamigen Quelle in Walsum (NRW)
  • Vio Medium (Coca Cola) aus der Lüner Quelle in Lüneburg
  • Schwarzwald Sprudel Medium von Edeka aus der gleichnamigen Quelle in Bad Griesbach.

Weitere Testsieger gibt es in der Juni-Ausgabe von Öko-Test oder online (gratis).

Öko-Test finden giftige Substanzen im Mineralwasser

Mineralwasser ist im Prinzip nichts anderes als Regenwasser*, das sich durch die Gesteinsschichten hinweg in den Tiefen in einer Quelle sammelt. Deshalb können sich neben gesundheitsfördernden Mineralien auch giftige Substanzen im Wasser ansammeln.

Und davon hat das Labor von Öko-Test auch in einigen Sorten Sprudelwasser etwas gefunden. So konnten unter anderem bedenkliche Stoffe wie Pestizide, Uran, Arsen oder Nitrat im Mineralwasser nachgewiesen werden. 

Öko-Test: Reinheit des Mineralwassers muss garantiert sein

Laut Gesetz muss das Mineralwasser in Deutschland aus unterirdischen Quellen stammen, die normalerweise vor Verunreinigungen geschützt sind. Es muss "ursprünglich sein" - so sagt es der Gesetzestext der Mineral- und Tafelwasser-Verordnung (BGBI I, Artikel 25).

Durch den Einsatz von Düngemitteln oder Pestiziden in der Landwirtschaft, kann es jedoch vorkommen, dass Abbauprodukte davon in den Quellen und dann auch im Mineralwasser landen. Mit der ursprünglichen Reinheit hat das nicht mehr viel zu tun. Von den Öko-Test-Experten, die auch stilles Mineralwasser geprüft haben*, gab es dafür Punktabzug.

Anders verhält es sich mit Uran und Bor. Stoffe, die natürlicherweise im Boden vorkommen können, jedoch nicht ganz ungefährlich für den Menschen sind. Uran kann sich im Körper anreichen und steht dann im Verdacht, Nieren und Lunge zu schädigen. 

Mineralwasser bekommt Punkteabzug von Öko-Test wegen Verunreinigungen

Mindestens einen der bedenklichen Stoffe konnte das Labor von Öko-Test, die kürzlich erst Reis untersuchten, in mehr als 20 verschiedenen Sorten Mineralwasser nachweisen. Ihre Reinheit ist laut Öko-Test durch menschengemachte Verunreinigungen beeinträchtigt. 

Ihre Bewertung schwankt zwischen "gut", "befriedigend" und "ausreichend". Denn in einigen Fällen war nicht nur die Verunreinigung durch giftige Schadstoffe das Problem, sondern auch die Verpackung oder künstlich zugesetzte Süßstoffe.

Gerolsteiner, Apollinaris und andere bei ÖKO-TEST

Auch diese beiden Kriterien ließ Öko-Test bei der Bewertung mit einfließen. Und so schnitt das Mineralwasser von Lidl (Saskia) beispielsweise mit "gut" ab, der Sprudel von Aldi Nord (Selection Fürstenbrunn oder Quellbrunn Medium) nur mit "befriedigend".

Ähnlich ernüchternd schnitten die Eigenmarken von Edeka (Gut&Günstig) und Rewe (Ja!) ab. Sie bekamen unter anderem Punktabzug für die Packung. Beide Sorten Mineralwasser werden in Einwegflaschen aus Plastik verkauft. Der Recyclinganteil liegt allerdings bei null Prozent.

Öko-Test: Diese vier Sorten Mineralwasser schneiden besonders schlecht ab

Insgesamt vier Marken Mineralwasser in der Sorte Medium wurden mit "mangelhaft" bewertet oder fielen sogar gänzlich durch den Test durch. Darunter unter anderem Apollinaris Medium - ein Mineralwasser, das aus dem Hause der Coca Cola-Company kommt und in der Classic Quelle im rheinland-pfälzischen Bad Neuenahr abgefüllt wird. Das Labor von Öko-Test konnte in dem Sprudel zum einen Rückstände von Pestiziden, aber auch stark erhöhte Bor-Werte nachweisen. 

Dieser Wert war so hoch, dass er den Grenzwert überschritt, der normalerweise im Trinkwasser erlaubt ist. Zwar darf in Mineralwasser mehr Bor enthalten sein, Öko-Test orientiert sich jedoch an den strengeren Trinkwasser-Richtlinien, da Bor nachgesagt wird, entwicklungs- und fortpflanzungsschädigende Effekte zu haben.

Seit Ende Mai blüht übrigens erneut die Holunderblüte. Neben Schnaps, Marmelade und Sirup gibt es zahlreiche weitere Rezepte. 

Öko-Test: Leitungswasser steht Mineralwasser in Sachen Qualität in nichts nach

Öko-Test hat Mineralwasser nicht zum ersten Mal unter die Lupe genommen*. Bereits 2019 wurden 53 Sorten Sprudel auf Giftstoffe hin untersucht. Das Erschreckende: Apollinaris Classic bildete auch hier bereits das Schlusslicht bei den Testergebnissen. Der Anbieter scheint also bei den Qualitätskontrollen nicht nachgerüstet zu haben. 

Wer nun verunsichert ist, welches Mineralwasser er noch bedenkenlos kaufen kann, kann sich an den Tipps von Öko-Test orientieren - oder auch auf Leitungswasser zurückgreifen. Denn das steht in seiner Qualität dem Mineralwasser in der Regel in nichts nach. Und ist zudem auch noch umsonst. Wer es dennoch sprudelnd und spritzig haben möchte, sollte laut Öko-Test am besten zu Wasser aus der Region und zu Mehrwegflaschen greifen. Denn das ist auch noch gut für die Umwelt. 

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Roland Weihrauch/dpa

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