Pandemie-Eckdaten

Sechs Monate Coronavirus: Wichtige Fakten im Überblick

Ein Picknick im Freien war im Rahmen der von der Regierung angeordneten Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung der Coronavirus-Infektionen über Wochen nicht möglich.
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Ein Picknick im Freien war im Rahmen der von der Regierung angeordneten Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung der Coronavirus-Infektionen über Wochen nicht möglich.

Vor etwa einem halben Jahr wurde der erste Fall von Covid-19 in Europa bekannt. Seitdem breitet sich das Virus weltweit aus. Folgende Gegenmaßnahmen zeigten Wirkung.

  • Über zehn Millionen Coronavirus-Infektionen weltweit wurden bisher gemeldet. Trauriger Spitzenreiter ist die USA mit über 2,6 Millionen gemeldeten Fällen.
  • 509.747 Menschen verstarben an den Folgen einer Infektion mit Sars-CoV-2. (Stand 30.06.2020)
  • Der erste Fall von Covid-19 wurde im Dezember 2019 in China bekannt. Ein Tiermarkt in Wuhan, der Hauptstadt der zentralchinesischen Provinz Hubei, gilt als Ausbruchsort der damals neuartigen Lungenkrankheit.

Zu Beginn als Epidemie eingestuft, hat sich Covid-19 zur weltweiten Pandemie entwickelt: eine länder- und kontinentübergreifende Seuche. Chinesische Behörden berichteten bereits Anfang Dezember 2019 von einer neuartigen Lungenkrankheit, die tödliches Lungenversagen zur Folge haben kann und deren Behandlung Neuland für die behandelnden Ärzte war. Kein Medikament schlug an. Ende Januar 2020 hatte das Coronavirus Europa erreicht: Italien war zu Beginn das am schlimmsten betroffene Land, Kliniken waren überfüllt, es mangelte an lebenswichtigen Beatmungsgeräten, Schutzkleidung für medizinisches Personal wurde knapp. Die Situation in Italien hat sich entspannt - auch aufgrund strenger Ausgangsbeschränkungen und Quarantänemaßnahmen. Auch die Maskenpflicht soll dazu beigetragen haben, dass die Neuinfektionszahlen in vielen Ländern extrem zurückgegangen sind. Entwarnung kann allerdings nicht gegeben werden.

Ansteckung, Therapie, Lockerungen: Wichtiges zur Coronavirus-Pandemie im Überblick

Ansteckung

Der hochinfektiöse Erreger Sars-CoV-2 - ein spezielles Coronavirus - wird durch Tröpfchen- und Schmierinfektion* übertragen. Kontaminierte Atemluft eines Patienten gelangt dabei beim Sprechen oder Niesen über die Luft auf die Mund- oder Nasenschleimhaut, gelangt so in den Körper und verursacht dort leichte bis schwere Symptome, die von Fieber und Husten über Geschmacksverlust bis hin zu einer lebensgefährlichen Lungenentzündung führen können.

Mehr zum Thema: Diese Art zu Sprechen erhöht das Risiko einer Coronavirus-Infektion.

Behandlung

Das Problem: Antibiotika wirken nicht gegen Virusinfektionen. Mit vielen Virustypen wird der Körper ohne medikamentöse Behandlung fertig - auch im Fall von Covid-19 gibt es durchaus milde Verläufe, die nur mit leichten erkältungsartigen Beschwerden einhergehen. Doch je nach Alter, Vorerkrankungen und Lebensstil (etwa soll Rauchen das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs erhöhen) kann eine Infektion mit Sars-CoV-2 schwerwiegende Folgen haben, unter anderem Lungenversagen. Da es sich bei Covid-19 um eine neuartige Krankheit handelt, existierte zu Beginn der Pandemie noch kein speziell für die Therapie zugelassenes Medikament. Mediziner setzten daher antiviral wirkende Medikamente "off-label" ein. Mit "off-label-use" ist sinngemäß "nicht bestimmungsmäßiger Gebrauch" gemeint: Arzneimittel werden gegen eine Krankheit eingesetzt, für deren Behandlung sie keine Genehmigung von Seiten der Zulassungsbehörden haben. Einige dieser antiviral wirkenden Präparate zeigten Wirkung, indem sie die Krankheitsdauer verkürzten, unter anderem Arzneimittel mit dem Wirkstoff Remdesivir, der ursprünglich gegen Ebola-Infektionen entwickelt wurde. Ein Medikament mit Remdesivir, das unter dem Markennamen "Veklury" herausgebracht werden soll, steht kurz vor der Zulassung. Es ist das erste Covid-19-Medikament, das in Europa zugelassen wird.

Abflachen der Infektionskurve

Jedes Land fährt eine andere Strategie im Umgang mit der Coronavirus-Pandemie. Wo die Bürger in Schweden nichts bis wenig an ihrem Alltag ändern mussten, entschieden sich andere Länder wie Italien zu drastischen Lock-Downs und Reiseverboten. Das öffentliche Leben kam zum Erliegen, die Menschen durften ihre Wohnungen und Häuser nur noch im Notfall verlassen - etwa, um Lebensmittel einzukaufen oder einen Arzt aufzusuchen. Auch in China drosselte eine strenge Quarantäne die Zahl der Neuinfektionen drastisch. Nicht ohne Folgen: In einer Studie stellte sich heraus, dass die strikten Ausgangsbeschränkungen in China negative Auswirkungen auf die psychische Gesundheit hatten. Ein Mediziner spricht vom sogenannten "Wuhan-Syndrom"

Was ist in Deutschland wieder möglich?

In Deutschland entschied sich dir Regierung aufgrund aktuell niedriger Neuinfektionsraten in den Bundesländern zu Lockerungen in den vorherrschenden Ausgangsbeschränkungen - auch um die angespannte Wirtschaft zu entlasten. Restaurants, Friseursalons, Kosmetik- und Fitnessstudios dürfen unter Einhaltung bestimmter Hygieneregeln wieder öffnen, private Feiern in Innenräumen sind in Bayern mit bis zu 50 Personen möglich, im Freien sollten es im Rahmen von Feiern maximal 100 Menschen sein - die Richtlinien variieren allerdings von Bundesland zu Bundesland. Generell empfiehlt die Bundesregierung weiterhin: "Kontakte gering halten und möglichst auf einen konstanten Personenkreis beschränken, Treffen besser im Freien". Das Reisen in die meisten europäischen Länder ist wieder möglich, Grenzkontrollen wurden weitestgehend aufgehoben.

Wie ist die Lage weltweit?

Inzwischen ist Sars-CoV-2 in 188 Ländern angekommen, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND)berichtet. "Die Statistiken - die interaktive Karte der Johns Hopkins Universität ist besonders beliebt - sind aber mit Vorsicht zu genießen. In den Ländern wird unterschiedlich stark getestet, auch bei der Erfassung von Todesfällen gibt es Unterschiede", so das Netzwerk. Jedoch beobachten Mediziner vor allem in den USA, in Brasilien und in Indien, dass die Neuinfektionen rasant steigen. Die Gesundheitssysteme sind regional am Limit, so RND. (jg) *merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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Diese Viren und Bakterien machen uns krank

HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch.
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene.
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