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Kurzarbeitergeld: Darum ist für Betroffene eine Steuererklärung Pflicht

Bezieher von Kurzarbeitergeld müssen eine Steuererklärung abgeben. Nachzahlungen könnten fällig werden.
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Bezieher von Kurzarbeitergeld müssen eine Steuererklärung abgeben. Nachzahlungen könnten fällig werden. (Symbolbild)

In der Corona-Pandemie hat das Kurzarbeitergeld vielen Beschäftigten geholfen. Wer es bekommen hat, kommt um die Steuererklärung allerdings nicht herum.

Viele Menschen haben im Jahr 2020 Corona-Hilfen vom Staat bezogen, viele waren oder sind in Kurzarbeit. Was die Steuererklärung* betrifft, sollten Betroffene wissen: Wer 2020 mehr als 410 Euro Kurzarbeitergeld bezogen hat, muss für das vergangene Jahr eine Steuererklärung abgeben. Darauf weist der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V. (VLH) hin, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet. Betroffene müssten sich gegebenenfalls auch auf eine Steuernachzahlung einstellen.

Lesen Sie hier: Corona: Droht Steuernachzahlung 2021 nach Kurzarbeit?

Kurzarbeitergeld wegen Coronakrise: Die Steuererklärung ist Pflicht

Denn: Der Bezug von Kurzarbeitergeld unterliegt dem Progressionsvorbehalt, wie es in dem Bericht weiter heißt. Das bedeute: Erhält ein Arbeitnehmer Kurzarbeitergeld, wird dieses Geld am Ende des Jahres zur Ermittlung des Steuersatzes auf sein Einkommen hinzugerechnet.

Das eigentlich steuerfreie Kurzarbeitergeld erhöht also den persönlichen Steuersatz, mit dem das restliche Einkommen versteuert wird, schreibt dpa. Obwohl das Kurzarbeitergeld steuerfrei sei, würden in der Regel mehr Steuern fällig.

Fahrtkosten und Ausgaben rund um Beruf von Steuer absetzen

Tipp: Abmildern lässt sich das dem Bericht zufolge durch Kosten wie beispielsweise Dienst- und Handwerkerleistungen, Vorsorgeaufwendungen oder Spenden. Denn diese Ausgaben senken die Steuerlast. Das gilt auch für Werbungskosten, heißt es weiter in dem Bericht – dazu gehören zum Beispiel die Fahrtkosten und andere Ausgaben rund um den Beruf.

Zum Weiterlesen: Neue Abschreibungsregeln für Laptops – wohl auch Homeoffice betroffen.

Hilfe bei der Steuer

Steuererklärungspflichtig? Eine passende Steuersoftware (werblicher Link), bei der die einzelnen Schritte nachvollziehbar erklärt werden, kann eine gute Hilfe sein.

Auch interessant: Homeoffice-Pauschale richtig nutzen: So funktioniert es mit der Steuererklärung.

Steuererklärung kompakt: Änderungen, Frist und rückwirkend abgeben

Grundsätzlich galt bislang der 31. Mai als letzter Abgabetermin. Doch im Rahmen des "Gesetzes zur Modernisierung des Besteuerungsverfahrens" haben Arbeitnehmer in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen bis zum 31. Juli Zeit. Allerdings nur, wenn Sie Ihre Steuererklärung authentifiziert elektronisch über Elster an das Finanzamt überweisen. Falls Sie allerdings nicht dazu verpflichtet sind, können Sie sich auch vier Jahre Zeit lassen und rückwirkend die Steuererklärung abgeben. Oftmals erhalten Sie dann mehr Geld zurück.
Mit Frei- und Pauschbeträgen lässt sich viel Geld bei der Steuererklärung sparen. Diese werden in der Steuererklärung in der Anlage N separat angegeben. Unter Pauschbeträge werden Werbungskosten und Sonderausgaben gezählt. Unter Freibeträge fallen die "außergewöhnlichen Belastungen", wie der Kinderfreibetrag, Entlastungsbetrag, Ausbildungsfreibetrag, Pflege-und/oder Behindertenpauschbetrag. Diese erhalten Sie allerdings erst, wenn Sie die jeweilige Einkommenssumme überschritten haben. Nachweise sind nicht mehr nötig.
Frischgebackene Ehepaare haben bei einer ersten gemeinsamen Steuererklärung viele Vorteile zu Unverheirateten - schließlich profitieren sie davon, dass sie je nach Einkommen zwischen drei Steuerklassen-Kombinationen wählen können. Außerdem greift hier das Ehegattensplitting, wenn sie unterschiedlich verdienen. Hierbei wird das Einkommen des Ehepaares zusammen veranlagt, die Summe halbiert und aus dieser die Einkommenssteuer errechnet. Anschließend wird sie verdoppelt. So gilt das Ehepaar steuerlich als eine Person.
Kinder kosten viel Geld - doch Familien werden bei der Steuererklärung berücksichtigt. Schließlich erhalten Sie Kindergeld, sogar, wenn Ihr Kind noch volljährig und in Ausbildung ist. Zudem profitieren Sie vom Kinderfreibetrag, der 2018 auf 7.428 Euro gestiegen ist. Außerdem können Eltern Betreuungskosten (maximal 4.000 Euro) unter Anlage Kind von der Steuer absetzen. Schließlich können Sie bereits vor der Steuererklärung Steuern sparen, wenn Sie Ihre bis zum 30. November des laufenden Jahres Auskünfte über etwaige Kosten in Bezug auf Ihre Kinder auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung angeben.
Steuererklärung kompakt: Änderungen, Frist und rückwirkend abgeben

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