Lebensmittel, Getränke und Duschgel

Lieferservice und Coronavirus: Plattform zeigt alle Lieferdienste in der Umgebung, die nachhause liefern

Lieferdienste bekommen die Auswirkungen des Coronavirus zu spüren. Die Nachfrage wächst, doch es kommt bereits zu Engpässen beim Lieferservice.

  • In Zeiten des Coronavirus boomt das Geschäft mit dem Lieferservice in NRW.
  • Mit einer Suchmaschine findet ihr die Lieferdienste in eurer Nähe.
  • Die große Nachfrage sorgt bei einigen Online-Supermärkten und Lieferdiensten für Nachschub-Probleme.

Update, Dienstag (7. April), 10.46 Uhr: Nordrhein-Westfalen - Mittlerweile kann man einige Dinge wie Toilettenpapier mit Glück im Supermarkt wieder erhaschen. Wegen der Coronavirus-Krise sollte man aber immer noch so wenig wie möglich das Haus verlassen - auch nicht zum Einkaufen. Aber was nun? Einige Supermärkte bieten nun an, die Lebensmittel online zu bestellen und liefern zu lassen. Aber welcher Laden liefert überhaupt?

Einkaufen während Corona: Diese Läden liefern zu dir

Das lässt sich ganz einfach mit der neuen Rubrik auf der Plattform Foodly rausfinden. Die Suchmaschine sucht alle möglichen Supermärkte in der Umgebung auf eine Lieferoption durch. Aber auch der Versand von Lebensmitteln per Post ist möglich. So zeigt Foodly auch an, bei welchen Unternehmen man Essen per Post bestellen kann. Neben den einzelnen Lieferdiensten zeigt die Suchmaschine außerdem die nächstmöglichen Lieferzeiten und Versandkosten an.

Erstmeldung, Donnerstag (19. März): Erst vor wenigen Tagen kündigte der Lieferdienst Lieferando an, wegen des Coronavirus auf kontaktloses Liefern umzustellen. Aber auch andere Lieferservice-Anbieter reagieren auf die gesteigerte Nachfrage, wie RUHR24.de* berichtet.

Coronavirus: Zuhause bleiben und Lieferservice nutzen

Bislang wurde der Online-Handel mit Lebensmitteln nur mäßig in Deutschland genutzt. Gerade frische Sachen wie Obst und Gemüse wurden immer noch im stationären Supermarkt gekauft.

Doch der Lieferservice boomt auf einmal - wegen des Coronavirus. Rewe, der Online-Supermarkt Getnow oder der Getränkelieferant Flaschenpost berichten von einer stetig wachsenden Nachfrage.

Lieferservice in NRW: Getnow, Rewe, mytime und Picnic

Und das verwundert auch keineswegs. Denn das öffentliche Leben wird wegen des Coronavirus* immer weiter eingeschränkt: Geschäfte schließen, Restaurants bleiben zu und immer mehr Menschen entscheiden sich mehr oder weniger freiwillig dazu, zu Hause zu bleiben. Ebenso das Einkaufen im Supermarkt wird zurückgefahren, denn auch hier besteht die Gefahr, sich mit dem Coronavirus anzustecken. Oder die Geschäfte sind aufgrund von Hamsterkäufen schlicht und einfach leer. Auch einige Fahrschüler müssen sich momentan mit Alternativen behelfen, da es für die Fahrschulen in NRW wegen des Coronavirus strenge Regeln gibt. In anderen Bundesländern bleiben die Betriebe weiterhin geschlossen.

Genug Gründe also, um auf einen Lieferservice zurückzugreifen, der die Lebensmittel direkt an die Haustüre liefert. Doch welche Möglichkeiten haben Verbraucher überhaupt und welche Lieferdienste gibt es in NRW? RUHR24 hat eine kleine Auswahl zusammengestellt, wo jeder ganz bequem online einkaufen gehen kann: 

  • Der Online-Händler Getnow bringt in Kooperation mit der Metro frische oder auch tief gekühlte Lebensmittel sowie Pflegeartikel direkt nach Hause - Lieferungen unter anderen in Essen, Neuss und Dortmund.
  • Rewe bietet je nach Region entweder einen Paket- oder Lieferservice an. Der Einkauf wird online bestellt und dann nach Hause geliefert. 
  • Ähnliches wird auch von Edeka, Netto oder dm angeboten. Allerdings werden hier keine Kühlwaren ausgeliefert oder nur wenige Filialen beteiligen sich an dem Lieferservice. 
  • Deutschlandweit liefert unter anderem auch myTime, in NRW bringt der Lieferservice Picnic nach Hause. Es gibt allerdings einen Mindestbestellwert von 25 Euro.
Von Lieferando bis Flaschenpost - es gibt viele Lieferdienste in NRW
  • Der bekannteste Getränkelieferant in NRW ist Flaschenpost. Doch man kann sich nicht nur Bier, Saft und Wasser bringen lassen, sondern auch Kondome, Duschgel und andere Drogerieartikel. Innerhalb von 120 Minuten soll die Lieferung da sein.
  • Lieferando kooperiert mit unzähligen Restaurants und Pizzerien und liefert das fertige Essen bis zur Haustür - seit Neuestem allerdings kontaktlos wegen des Coronavirus.

Lieferdienste wie Getnow in NRW kommen an ihre Grenzen wegen des Coronavirus

Die Auswahl ist groß und die Liste könnte noch fortgeführt werden. Alle Anbieter verzeichnen derzeit ein großes Wachstum, bei Lieferdienst Picnic beispielsweise um mehr als 50 Prozent. Aber alle Anbieter von einem Lieferservice haben derzeit auch ein Problem: Es kommt zu Lieferengpässen und Verzögerungen bei den Lieferzeiten.

Der Lieferservice Getnow gibt unter anderem bekannt, bis zum 20. März keine Liefertermine frei zu haben. Auch seien hier aufgrund der Hamsterkäufe Waren wie Nudeln, Konserven, Milch, Wasser und Toilettenpapier* zum großen Teil an allen Standorten ausverkauft.

Im Gegensatz zu Rewe. Der Supermarkt hat nach eigenen Angaben die Lage noch im Griff. So heißt es in einer Mitteilung von Rewe: "Es gab sowohl im stationären Handel als auch beim Rewe Lieferservice trotz der hohen Nachfrage keine Engpässe. Die Warenversorgung ist unverändert stabil."

Ähnlich wie bei Getnow sieht es aber auch bei myTime oder bei Flaschenpost, bei denen erst kürzlich mehrere Transporter in Dortmund in Flammen* standen, aus. Die Lieferzeiten von 120 Minuten können hier derzeit aufgrund der hohen Nachfrage nicht mehr eingehalten werden.

Alternativen zum Lieferservice: Hier bekommt man auch gutes Essen für zu Hause

Was tun, wenn der gewünschte Lieferserivce ausgelastet ist? Not macht erfinderisch - und das trifft auch auf einige andere Anbieter von Lebensmitteln zu. So hat sich beispielsweise das Team der Muto Heimatgastronomie in Dortmund etwas ganz besonderes einfallen lassen. Da ihr Restaurant wegen des Coronavirus erstmal geschlossen bleiben muss, bieten sie nun einen "Fensterverkauf" an. Hungrige können sich hier ganz bequem ein fertiges Essen abholen und dann zu Hause essen.

Und auch andere Restaurants kommen mit kreativen Ideen und Angeboten, die einem Lieferservice ähneln, um die Ecke: Das Blondies in Bochum bietet nur noch TakeAway-Burger an, andere, wie das Sattgrün in Düsseldorf und Essen bedienen nur noch eine reduzierte Anzahl an Gästen, wieder andere, wie das BierCafe West probieren eine Form des Lieferdienstes aus. Sogar der Essener Sterne-Koch Nelson Müller liefert jetzt Currywurst in seinem Porsche aus. Verhungern muss also niemand. 

Während in der Coronavirus-Krise die Nachfrage nach Lieferdiensten steigt, warnt die Gewerkschaft "Nahrung-Genuss-Gaststätten" (NGG) vor schlechteren Bedingungen für Mitarbeiter von Lieferservices. Es sollte besonders Wert darauf gelegt werden, dass nun Schutzbekleidung und Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt werden. 

Alternative Lieferdienste probieren sich wegen des Coronavirus aus

Aber was ist mit den Menschen, die möglicherweise zur Coronavirus-Risikogruppe (hier geht's zur Live-Karte für NRW) gehören oder sich derzeit in Quarantäne befinden? Was ist, wenn es hier beim Lieferdienst zu Engpässen kommt?

Aktuell gibt es in Zeiten des Coronavirus in den Städten im Ruhrgebiet, in Dortmund, Bochum, Duisburg und Essen verschiedene Angebote für Freiwillige oder Bedürftige.

Hierfür hat sich die Marktschwämerei in Dortmund, die normalerweise Lebensmittel aus der Region verkaufen, etwas einfallen lassen: Hier bietet man nun eine Nachbarschaftshilfe für Betroffene sowie eine kostenlose Lieferung im Innenstadt-Bereich an. Eine gute Idee. libe/casi

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Rolf Vennenbernd/dpa; Collage: RUHR24

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