Auto im Test

Opels Flotter Dreier: Kompakter Astra mit kleinem Dreizylinder-Benzinmotor flott unterwegs

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Schrägheck mit Coupé-Anleihen: Die Karosserie des kompakten Rüsselsheimers wurde aerodynamisch verbessert, formal bleibt er sich treu.

Der Rüsselsheimer wartet jetzt mit aerodynamischem Feinschliff, zusätzlichen Assistenzsystemen und Technologien wie einem digitalen Cockpit auf.

  • Rüsselsheimer Bestseller frisch renoviert und modernisiert
  • Stufenlose Automatik und durchzugsstarker Motor
  • Fahrerplatz bietet eine perfekte Ergonomie

Die Anwartschaft auf eine Silbermedaille in der umkämpften Golf-Klasse hat der Astra eingebüßt. Ford Focus, Skoda Octavia und – natürlich – der Namensgeber und unumstrittene Leitgolf belegen die Podestplätze des Kompaktsegments. Und das, obwohl der Astra kürzlich erst frisch renoviert wurde. Der Rüsselsheimer wartet nun mit aerodynamischem Feinschliff, zusätzlichen Assistenzsystemen und Technologien wie einem digitalen Cockpit auf. Bemerkenswert ist aber vor allem, dass der Kompakte, den es als fünftüriges Fließheck und Sports Tourer genannten Kombi gibt, ausschließlich von Dreizylinder-Turbomotoren angetrieben wird. So soll die Riege der Benzin- und Dieselaggregate kommenden Abgasgrenzwerten und den EU-Vorgaben zum flottenbezogenen CO2-Ausstoß entsprechen.

Nur noch Dreizylinder im Motorenprogramm des Opel Astra

Dreizylinder fahren ist Gewöhnungssache. Der etwas rauere Lauf, der hohle, höherfrequente Klang und die drehzahlabhängige Leistungsentfaltung sind zunächst einmal fremdartig, aber keine Komforteinbußen. Das haben die Opel-Techniker dank einer Ausgleichswelle fein hinbekommen. Und auch hinsichtlich der Motorleistung müssen keine Abstriche gemacht werden. Der Astra durcheilt das Drehzahlband ohne Turbolöcher, zeigt sich allenfalls beim Anfahren verhalten. Die stufenlose Automatik harmoniert sehr gut mit dem Dreizylinder. Die stimmige Antriebskombination geht zudem einigermaßen effizient zu Werke: 6,6 Liter Benzin brauchte der Rüsselsheimer auf 100 Kilometer Fahrstrecke, das geht angesichts des Gebotenen durchaus in Ordnung.

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Der frontgetriebene Opel Astra lässt kaum Ausstattungswünsche offen

Ergonomisch: Der Innenraum des Opel Astra.

Dass der Opel* Astra ein wenig ins Hintertreffen geraten ist, dürfte wohl vor allem daran liegen, dass die Latte bei den Kompakten mittlerweile sehr hoch liegt. Dabei bringt der Fronttriebler so ziemlich alles mit, was heute zum guten Ton gehört, das Leben versüßt oder die Sicherheit für Insassen und andere Verkehrsteilnehmer verbessert. Etwa ein Bose-Soundsystem, kabelloses Ladegerät, LED-Matrixscheinwerfer, digitales Cockpit eine neue Frontkamera, die Fußgänger erkennt, oder eine beheizbare Windschutzscheibe.

Polster des Opel Astra bieten viel Komfort und Entlastung

Doch schon ohne diese – zum Teil kostenpflichtigen – Annehmlichkeiten fühlt man sich an Bord gut aufgehoben. Der Fahrerplatz bietet eine perfekte Ergonomie, die bequemen und gut geformten Sitze viele Verstellmöglichkeiten. Überhaupt kann der Astra mit Polstern punkten, die viel Komfort, aber auch Halt bieten. Die Instrumente sind gut ablesbar, Lenkrad und Klimabedienung leider mit zu vielen kleinen Schaltern und Bedienelementen übersät. Man muss bisweilen etwas genauer hinsehen, was wichtige Sekunden kostet. Tadellos hingegen die farborientierte Benutzerführung des Infotainment-Systems.

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Variabilität wird im Opel Astra groß geschrieben

Der Einstieg in den Fond fällt dank relativ großer Türausschnitte leicht. Groß gewachsene Mitfahrer dürften dennoch Schwierigkeiten haben, weil Knie- und Kopffreiheit begrenzt sind. Die Lehnen der Rücksitze lassen sich asymmetrisch geteilt umlegen, dabei sind die Sicherheitsgurte aber im Weg. Die leicht ansteigende Ladefläche kann über eine nicht allzu hohe Ladekante gut erreicht werden. Für die Kofferraumabdeckung gibt es leider keine spezielle Staumöglichkeit. Die robuste Auskleidung des Kofferraums fällt ebenso positiv auf wie die vielen Ablagemöglichkeiten im Innenraum, der mit ordentlicher Verarbeitung und ansprechenden Materialien gefällt.

Das Fahrwerk, innerorts mit hohen Komfortwerten, außerorts und besonders bei hohem Autobahntempo absolut spurtreu, straff und agil, verdient sich Bestnoten. In puncto Fahrdynamik kann der Astra allemal im Wettbewerb der Kompaktklasse mithalten. Höchste Zeit, dass er aus dem Schatten tritt – und wieder hell erstrahlt.

Technische Daten: Opel Astra 1.4 Di AT

Opel Astra 1.4 Di AT

Zylinder/Anordnung

3/Reihe

Hubraum

1342 ccm

Leistung

107 kW/145 PS bei 5.000 U/min

Drehmoment

236 Nm bei 1.500 U/min

0-100 km/h

9,6 s

Spitze

210 km/h

Verbrauch

5,8 l (WLTP)

Effizienzklasse

A

Länge

4.370 mm

Breite

2.042 mm

Kofferraum

370-1.210 l

Leergewicht

1.345 kg

Gesamtgewicht

1.845 kg

Preis

ab 25.045 Euro

Typklasse

HP17/VK19/TK20

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