Tempo, Kraft und eine gute Portion Wahnsinn 

Flammen und Feuersäulen: Metallica rockt Köln

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Köln - Seit Februar 2016 touren James Hetfield, Lars Ulrich, Kirk Hammett und Robert Trujillo unentwegt und rund um den Globus, von den USA über Südamerika nach Europa, Asien und wieder zurück. Zum zweiten Mal im Rahmen ihrer „WorldWired“-Tour macht Metallica auch in Köln Station.

Nach dem Auftritt in der Lanxess-Arena im Jahr 2017 ist das Konzert im RheinEnergie-Stadion noch einmal eine Nummer größer. Schätzungsweise rund 50.000 Fans sind ins ausverkaufte Stadion gepilgert. Wie viele genau, wird nicht bekanntgegeben.

Ja, groß ist bei Metallica alles. Höchstwerte und Spitzenleistungen: Die Liste spektakulärer Zahlen ist lang. Weltweit hat die Band seit ihrem Debütalbum „Kill ‘em All“ im Jahr 1983 mehr als 100 Millionen Tonträger verkauft. 23 Mal war sie für einen Grammy nominiert und sahnte neun Auszeichnung ab. 

1991 spielte Metallica mit anderen Bands in Moskau vor 1,6 Millionen Fans – bei einem der besucherreichsten Konzerte aller Zeiten. Ins Guinness-Buch der Rekorde als erste Band, die in einem Jahr auf allen sieben Kontinenten spielte – im Dezember 2013 trat sie in der Antarktis vor Forschern und Gewinnspielsiegern auf – schaffte es Metallica ebenso.

Metallica begeistert Fans im ausverkauften Stadion in Köln

Den Auftritt im ewigen Eis haben die Bandmitglieder als einen der eindrucksvollsten ihrer Karriere bezeichnet. Aber auch sonst sind Metallica-Konzerte echte Erlebnisse voller Tempo, Kraft und einer guten Portion Wahnsinn

Frontmann James Hetfield zählt mittlerweile 55 Lenze, musikmüde sind er und seine Ü50-Kollegen aber lange nicht. Der Sänger schneidet Grimassen, gestikuliert ausdrucksvoll, ballt die Fäuste und marschiert mit seiner Gitarre über die riesige Bühne.

Feuersäulen jagen in den Himmel 

Diese erscheint beim ersten Anblick untypisch spartanisch: kein Firlefanz, keine Spielereien, nur riesige, die Bühne füllende LED-Wände im Hintergrund und davor die Musiker mit ihren Instrumenten. 

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Bombastisch wird‘s, wenn auf der Wand Videos in unfassbarer Größe abgespielt werden, parallel Flammen emporschießen und Feuersäulen in den Himmel jagen. Über zwei Stege gelangen die Musiker weit hinein in den Innenraum, wo sie auf Tuchfühlung mit ihren Fans gehen. 

„Es liegt hier in Köln eine Menge Liebe für Metallica in der Luft!“, ruft James Hetfield. „Uns liegt viel daran, hier mit euch zusammen als Familie zu feiern und Musik zu genießen. Wir wissen diese Möglichkeit zu schätzen.“

Großer Auftritt mit Überraschungsstück:

Lars Ulrich, mit Hetfield Gründungsmitglied der Metal-Band aus Los Angeles, bearbeitet sein Schlagzeug voller Eifer. Still sitzen an seinem Drumset kann der gebürtige Däne nicht. Zu sehr malträtiert er beim Thrash Metal seiner Band Trommeln und Becken – vorzugsweise ganz unorthodox im Stehen.

Bassist Robert Trujillo, in seiner typisch gehockten Haltung, ringt und kämpft schon fast mit seinem Instrument. Seinen großen Auftritt hat er bei einem Überraschungsstück: Gemeinsam mit Gitarrist Kirk Hammett, seinerseits der ausgeglichene und ruhende Pol der Band, spielt er „Viva Colonia“ von der Kölschen Karnevalskapelle Höhner. Trujillo singt die Lautschrift vom Zettel auf dem Notenständer ab. Dank der Melodie wissen alle im Stadion, worum es geht und lachen und schunkeln.

Große Hits und Songs vom neuen Album 

Heavy Metal gibt es auch, rund zweieinhalb Stunden lang mit vielen großen Hits. Ihren Mythos begründete Metallica 1991 mit der als „Schwarzem Album“ bekannt gewordenen und eigentlich nach der Band benannten Platte und Klassikern wie „Enter Sandman“, „The Unforgiven“ und „Nothing Else Matters“. 

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Natürlich gibt es diese Songs in der Domstadt zu hören, ebenso wie „One“, „The Memory Remains“, "Creeping Death", „Ride the Lighting“, „For Whom the Bell Tolls“ und wie die Metallica-Klassiker alle heißen. 

Daneben stammt ein großer Teil der Songs an diesem Abend vom aktuellen Album „Hardwired... to Self-Destruct“. Mit „Seek and Destroy“ von „Kill ´em All“, „Master of Puppets“ vom gleichnamigen 1986er Album und „St. Anger“ vom gleichlautenden Longplayer von 2003 sorgt das Quartett dafür, dass mit Ausnahme von „Load“ und „Death Magnetic“ Songs von allen bisherigen zehn Alben der Band in Köln zu hören sind.

Diese weiteren Auftritte sind in Deutschland geplant

Noch drei Konzerte in Deutschland stehen bis Ende des Jahres für Metallica auf dem Programm. Am 6. Juli tritt die Band in Berlin auf, am 23. August in München und am 25. August in Mannheim. 

Anfang November beschließt sie ihre Tour mit einem Auftritt in Neuseeland. Ozeanien, ja, da müssen sie auch noch hin. Danach wird etwas pausiert, aber nicht allzu lange: An einen größeren Urlaub denkt das Quartett offensichtlich nicht, immerhin ließ Bassist Trujillo in einem Interview durchblicken, dass die Musiker bereits lose an neuem Material arbeiten. Mal sehen, welche Rekorde Metallica in Zukunft jagen wird.

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Quelle: wa.de

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