Lichtkunst in Unna zu „Kohle & Kunst“

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Rot glimmt die Installation „Mijn Berg“ von Diana Ramaekers auf, die im Institut für Lichtkunst Unna zu sehen ist.

UNNA Der Weg in die Gewölbekeller des Zentrum für Internationale Lichkunst in Unna nimmt die gleiche Richtung, wie einst die Grubenarbeiter, wenn sie vor Kohle fuhren: hinab ins Dunkel – nur nicht so steil und tief wie im Bergwerk.

Das Institut für Lichtkunst zählt zu den 17 RuhrKunstMuseen, die mit einer gemeinsamen Ausstellungsreihe auf die Schließung des letzten Bergwerks im Ruhrgebiet reagieren: „Kunst & Kohle“ heißt das Projekt. Auf Prosper-Haniel in Bottrop gehen am 21.12. 2018 die Lichter aus – letzte Seilfahrt. Aber das Leben geht weiter, ist die hoffnungsvolle wie schlichte Botschaft dreier Lichtkunstwerke in Unna: „Down here – Up there“.

Direktor John Jaspers präsentiert „Mijn Berg“ von Diana Ramaekers. Sie will den Bergleuten ein Denkmal setzen, sagte sie in Unna. Die Niederländerin hatte mit ihrer Arbeit bereits auf das Ende des Bergbaus in ihrer Heimat reagiert. In der Grafschaft Limburg ist der Kohleabbau bereits Geschichte. Und die Schau „Down here – Up there“ will ins Bewusstsein rufen, dass die Zechenschließungen ein europäisches Ereignis sind. Diana Ramaekers lässt 60 verschieden lange Neonstäbe mit Licht fluten, so dass die an der Decke fixierte Installation ihre rote Leuchtfarbe langsam auf- und auch wieder herunterfährt. Ein herrlicher Effekt in der Architektur der ehemaligen Brauerei von 1859.

Nicola Schrudde hat Elemente, die sie für ihre künstlerischen Aussagen nutzt, zu einer heterogenen Landschaft in Unna arrangiert. Zentral wirken dabei schwarze Keramiken, die sie selbst gefertigt hat. Sie erinnern an Steinkohle und dunkle Stoffe aus dem Erdreich. Zu „Schwarzdichte“ zählen auch Videoloops, die auf Scheiben projiziert sind und eine „Sammlung Blätter“ zeigen. Dass Pflanzen zur organischen Grundlage des Bergbaus zählen, kann hier assoziiert werden.

Die Bildhauerin (Jahrgang 1962), die an der Akademie in Düsseldorf studiert, zeigt Projektionen von plastischen Objekten auch in der Fläche und sie denkt bei ihrer ortsbezogenen Arbeit auch an einen „Zen-Garten“. Mit einer Lichtquelle thematisiert sie an anderer Stelle die gestalterische Veränderung, die Licht einfach ermöglicht. Ein allgemeines Phänomen.

Der Bezug zur „Kohle“, wie er im Projekt der RuhrKunstMuseen vorgesehen ist, wird nicht immer programmatisch realisiert. Das dritte Objekt im Zentrum für Internationale Lichtkunst hat bereits andernorts seine eigenartige Schönheit entwickeln. Dorette Sturm, die an der Kunsthochschule in Utrecht studierte, befestigte ihre „Breathing Cloud“ nun in dem gemauerten Kellerraum in Unna. Das blasende Geräusch des bauchigen Objekts wirkt wie ein tiefes Atmen. Und das rosafarbene Licht, das das Objekt aussendet, lässt einen an ein Rosarot denken, das man sich auch für die Zukunft des Ruhrgebiets wünschen könnte. Aber für die Menschen im Revier wäre das zu optimistisch. Denn eigentlich lässt man sich nicht gerne etwas vormachen./

Vielleicht aber von der „Breathing Cloud“, die teilnahmslos ihrer Steuerungsmechanik folgt. Ein poetischer Traum? Die „Cloud“ war bisher in Eindhoven, Peking und Sao Paulo zu erleben.

Besuche der Ausstellung stets in geführter Begleitung: di-fr 13, 15 Uhr, do auch 17 Uhr, sa, so und feiertags 11, 12, 13,14, 15, 16, 17 Uhr; keine Anmeldung erforderlich; 1. So. im Monat „Offene Begehung“. Tel. 02303/103 751; www.lichtkunst-unna.de

Quelle: wa.de

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