28. Kinofest Lünen mit Charly Hübner

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Diane Kruger spielt in dem Film „Aus dem Nichts“, mit dem das Kinofest Lünen eröffnet wird.

LÜNEN Charly Hübner kommt zum 28. Kinofest Lünen. Der Schauspieler (Foto) stellt seinen Dokumentarfilm „Wildes Herz“ vor, der beim Dok-Filmfestival in Leipzig gerade vier Preise gewonnen hat. Hübner (Regie/Drehbuch mit Sebastian Schulz) präsentiert in dem Band-Porträt vor allem Jan „Monchi“ Gorkow. Der Sänger führt die Punkrockband Feine Sahne Fischfilet, die in Mecklenburg-Vorpommern gegen den „Rechtsruck“ Musik macht.

Neben Hübner, der auch die Vorführung des Films „Magical Mystery“ begleitet, besucht Denis Moschitto („Kebab Connection“, „Chiko“) das Kinofest (23. bis 26. November). Zur Eröffnung wird der Film „Aus dem Nichts“ von Fatih Akin in der Cineworld Lünen gezeigt, in dem Moschitto (Foto unten) einen Anwalt spielt. Lünen bietet profilierte deutsche Darsteller.

„Aus dem Nichts“ war bereits auf dem Filmfestival Cannes angesagt, als Diane Kruger den Darstellerinnen-Preis gewann. Und für Deutschland tritt Akins Drama um die Folgen eines ausländerfeindlichen Bombenanschlags bei der Oscar-Vergabe 2018 an. Denis Moschitto ist in Lünen noch in den Filmen „Wilde Maus“ und „Amelie rennt“ zu sehen.

Festivalleiter Michael „Mike“ Wiedemann ist hoch erfreut, „Aus dem Nichts“ in der Eröffnungsgala zu haben. Lünen sei das einzige Filmfest in Deutschland, das das prämierte Drama präsentieren könne. Die US-Film- und TV-Gesellschaft Warner Bros. gab grünes Licht für Lünen, während das Festival in Hamburg nicht bedacht wurde. Warner Bros. startet „Aus dem Nichts“ allerdings auch bundesweit in den Kinos am 23. November.

Lünen bietet an vier Tagen ein Programm mit mehr als 60 Filmen. Insgesamt werden 32 000 Euro an Preisgelder ausgelobt. Im Wettbewerb um den Hauptpreis, die Lüdia (10 000 Euro), stehen sieben Spielfilme und drei Dokumentationen. Es geht vor allem um Beziehungsfilme und Geschichten über Jugendliche. In „DeTour“ spielt Luise Heyer („Die Glasbläserin“, „Auf einmal“) eine junge Frau, die Liebesstress hat und dann Bruno (Lars Rudolph) trifft, der bei ihr landen will. Der Debütfilm von Nina Vukovic zeigt drei Menschen, die Grenzerfahrungen machen. Ein ebenfalls psychologisch dichtes Spiel ist in „Lomo“ zu erleben, wo ein Jugendlicher die versnobte Welt seiner Eltern ablehnt. Karl (Jonas Dassler) stellt Videos zu seiner Familie in einen Blog. Die Konflikte mit dem Vater werden zu einem Thriller. Regisseurin Julia Langhoff sprengt das Genre Teenager-Film.

Zu den Dokumentationen gehört ein Ausflug in den Wiener Zoo („Tiere und andere Menschen“, Flavio Marchetti) und zu „Tokio Hotel“. Regisseur Oliver Schwabe hat die Kaulitz-Brüder und ihre Kollegen in Los Angeles und Magdeburg getroffen.

Das Kinofest Lünen hat über die Jahre Film-Reihen entwickelt, die einen breiten Einblick in die Filmproduktion bieten. Zu den Kinderfilmen (Rakete-Wettbewerb) zählen die Neuverfilmungen „Das Doppelte Lottchens“ von Lancelot von Naso und „Timm Thaler“ von Andreas Dresen. In der „Extra“-Reihe wird ein Kinoerfolg aus der Schweiz vorgestellt. „Die göttliche Ordnung“ thematisiert, wie die Frauen in der Schweiz zu ihrem Wahlrecht gekommen sind – seit 1990.

Bei „Extra Fernsehen“ sind zwei „Tatorte“ im Programm, die die ARD noch nicht gesendet hat, wie „Tollwut“ aus Dortmund. Zu Lünen-Premieren zählen „You’ll never walk alone“ mit Joachim Król sowie „Marija“, ein Film aus der Dortmunder Nordstadt, wo eine Frau (Margarita Breitkreiz) einen Frisörsalon eröffnen will. Neu ist eine Kooperation des Kinofestes mit dem Theater Lünen.

Und neu ist auch Sven Ilgner (38). Er folgt Kathrin Bessert als stellvertretender Leiter nach. Ilgner, geboren in Schweinfurt, kommt von der NRW-Filmstiftung. Er zählt auch zur Programmkommission der Filmwoche Duisburg. „Filmfestivals geben Filmemachern einen Raum“, sagt Ilgner. Vor allem als Event und mit Gästen seien Festivals ein Ort für junge Filmemacher geworden. Denn die Nachwuchsszene in Deutschland wächst, so Ilgner. - Fotos: dpa

www.kinofest-luenen.de; Karten online, ab Donnerstag, 12 Uhr; Tel. 03871/2114040

Quelle: wa.de

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