Katy Perry zeigt sich bunt im Kölner Palladium

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Große Show bot Katy Perry in Köln.

Von Tim Griese ▪ KÖLN – Katy Perrys Fans müssen nach dem Auftritt von New Young Pony Club, der Vorband im Kölner Palladium, etwas warten.

Als die 26-jährige Pfarrerstochter aus Kalifornien mit rosa Tutu und knalliger Korsage als eine Mischung aus Ballerina und Wonder Woman erscheint, brandet Applaus auf. Im Schlepptau hat sie Musiker und Tänzer, und die legen auch gleich los: Pantomimen tänzeln über die Bühne, Salti und Flickflacks werden geschlagen, mit Pfauenfedern ausgestattete Tänzer flirten mit dem Publikum. Katy Perrys Konzert ist in erster Linie eines: der wahrgewordene Mädchentraum in Pink. Modenschau, Revuenummer und Jahrmarktsveranstaltung in einem. Eine Show, die ganz im Sinne des Songtitels „Waking Up in Vegas“ auch in die Glitzermetropole gepasst hätte.

Eingebettet in eine Märchengeschichte, die immer wieder durch Einspieler auf der Videowand vorangetrieben wird, singt sich Perry durch die vielen Hits ihrer noch gar nicht allzu langen Pop-Karriere. Angefangen von „I Kissed a Girl“ und „Hot ‘n‘ Cold“ (in dessen Verlauf die Sängerin in über einem halben Dutzend verschiedener Outfits auf der Bühne steht) aus dem 2008er Album „One for the Boys“ bis zu „California Gurls“, „E.T.“ und „Not Like the Movies“ von der aktuellen Platte „Teenage Dream“ wird keiner der bei den Radios dauerrotierenden Songs ausgelassen. Daneben präsentiert die Sängerin auch eine Reihe an Coversongs, die sie von Akustikgitarren begleitet, vorstellt, etwa Rihannas „Only Girl (In the World)“ und Whitney Houstons „I Wanna Dance with Somebody“. Selbst an der Gitarre und mit einem eigenen Stück, der Single „Thinking of You“, schlüpft sie in eine andere Rolle: Kurzeitig wirkt sie wie ihre Namensvetterin Linda Perry, die Sängerin der in den 1990ern erfolgreichen 4 Non Blondes.

Dabei ist sie unentwegt in einer Kulisse unterwegs, die sich sehen lassen kann. Riesige Plastik-Muffins sind auf der Bühne aufgebaut, überdimensionale Lollis drängen sich an den Seiten der beiden Treppen mit ihren Regenbogen-farbenden Stufen. Berge, deren Gipfel mit Zuckerguss überzogen sind, entführen die Zuhörer in Katys Wunderland.

Die Show ist vielleicht zu perfekt. Das ist das einzige, was dem Konzert angekreidet werden kann. Das Ganze lässt den Zuhörer etwas kalt. Vor allem die Phasen, die Perry zum Umziehen benötigt und die für die Videos genutzt werden, drohen immer wieder, einen aus der bunten Welt herauszureißen. Dass das dann doch nicht passiert, ist nicht zuletzt der Spielfreude der Sängerin und ihres Teams zu verdanken. Es gibt gut choreografierte Tänze mit Akrobatik und fantasievollen Kostümen. Perry sucht immer wieder den direkten Kontakt zu ihren Fans, quatscht mit ihnen, holt sie sogar auf die Bühne.

Mit der Single „Firework“ gibt es kurz vor Ende noch einen Höhepunkt. Danach ist die Bühne rappelvoll mit allen Beteiligten. Farbige Bälle tollen ins Publikum und fliegen über die Köpfe der Zuhörer hinweg. Wie bei einer amerikanischen Wahlkampfveranstaltung rieselt es dann noch massenweise Lametta vom Hallenhimmel. Das Konzert endet, wie es begonnen hat: bonbonbunt. Ein wahrer Mädchentraum eben.

Quelle: wa.de

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