Ausverkauftes Palladium

Heavy-Metal-Show mit Stone Sour in Köln

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Köln - Mit Maske ist Corey Taylor der Frontmann der Nu-Metal-Band Slipknot, ohne ist er der Sänger von Stone Sour. Während erstgenannte Formation derzeit Pause macht, ist die andere dick im Geschäft. Im Sommer ist das sechste Album des Heavy-Metal-Quintetts erschienen und gleich in die Top Ten der deutschen Albumcharts geschossen. Mit der Platte im Gepäck ist die Band danach auf große Tour gegangen und stoppt jetzt für einen Gig in Köln.

Die Tour ist fast zu Ende, da stehen einige Konzerte in Deutschland an. Das Palladium ist ausverkauft. Die Tickets seien im Vorverkauf sehr flott über die Ladentheken gegangen, heißt es von Seiten des Veranstalters. Nicht verwunderlich eigentlich, denn die Band pflegt ein ziemlich inniges Verhältnis zu ihren Fans. Und Deutschland scheint Corey Taylor sehr am Herzen zu liegen, das betont er mehrfach: „Wir freuen uns jedes Mal, wieder herzukommen. Deutschland ist eines der besten Länder in der ganzen Welt“, ruft er der Menge entgegen und bedankt sich für den andauernden Support.

Seine Worte will man Corey Taylor einfach glauben. Zu sympathisch kommt der Sänger rüber, der mit einem Dauergrinsen im Gesicht aufgedreht über die Bühne ackert, immer wieder auf das Podest vor sich springt und seine Mähne hemmungslos herumschleudert. Bei den ersten Songs des Abends gönnt sich der 44-Jährige keine Pause, er faucht und grunzt, während Funkenfontänen an allen Ecken und Kanten in die Höhe schießen und Taylor mit einer Konfettikanone rote Girlanden und Papierschnipsel von sich schießt.

Bassist Johny Chow ist schon beim zweiten Song nass geschwitzt, Gitarrist Josh Rand steht auf einer Lautsprecherbox und schrammelt sich die Finger am Saiteninstrument wund, während ein wenig abseits Christian Martucci, ebenfalls Gitarrist, sich in ein Hochgeschwindigkeitssolo verliert, und Roy Mayorga zum nächsten Schlagzeuggewitter ansetzt.

Nach „30/30-150“, das begleitet von einem sich überschlagenden Bass voranprescht, wird mit „Say You’ll Haunt Me“ das erste Mal das Tempo ein wenig gedrosselt. „Hesitate“ ist gleich eine waschechte Ballade. „Wir haben das Stück schon lange nicht mehr in der Gegend gespielt“, sagt Taylor, der sich für das Lied, das das Flair der 80s und des Glamrocks versprüht, eine Gitarre umgeschnallt hat.

Dank des variantenreichen Spiels und des Wechsels zwischen Hardrock-Brocken und wuchtigen Balladen ist auch die Hörerschaft bunt gemischt. Corey Taylor mag sie alle. Mit breiter Brust deutet er ins Publikum, als wollte er auf jeden einzelnen zeigen, der sich ein Ticket gekauft hat und die Band unterstützt.

„Hydrograd“, so der Name der aktuellen Scheibe der Band, stellt in Köln auch die meisten Songs des Abends. „Rose Red Violent Blue (This Song Is Dumb & So Am I)“ ist einer davon, der erst entspannt vor sich hin groovt, um dann in einem explosiven Refrain mit einer starken Melodie zu münden. Mit „Song #3“ dagegen liefern Stone Sour eingängigen Hardrock, der fast schon Radioqualitäten besitzt und zum Mitsingen einlädt.

Aber auch viele Klassiker finden ihren Platz auf der Setlist. Höhepunkt des Konzerts etwa ist das getragene und hochmelodiöse „Through Glass“, dessen Zeilen offenbar fast jeder in der Halle auswendig kennt. Es ist der Moment, wo Massen von Smartphones gezückt werden, mit deren Hilfe das Erlebte als Datei konservieren werden soll.

Auch Corey Taylor wird der Abend in Erinnerung bleiben, immerhin lassen sich seine Worte so deuten: „Leute, das war die geilste Show, die wir jemals in Köln hatten! Vielen Dank!“, ruft er zum Schluss, als sich ein halbes Dutzend aufblasbare Plastikfiguren auf der Bühne in die Höhe erheben und mit ihren Armen dank Windmaschinen-Unterstützung wild herumflattern und zum Abschied winken. Das geht runter wie Öl.

Konzert von Stone Sour im Kölner Palladium

Quelle: wa.de

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