Five Finger Death Punch spielen mit Sänger Ivan Moody in Oberhausen

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Heftiger Auftritt: Ivan Moody von der Band Five Finger Death Punch in Oberhausen.

Oberhausen - Eine überdimensionaler Totenkopf schwebt bedrohlich über der Bühne, dahinter zwei gekreuzte Baseball-Schläger. Die US-Band Five Finger Death Punch spielt auf der Klaviatur der bösen Metal-Symbolik. Es sind aber andere Zeichen, die beim Konzert in der König-Pilsener-Arena in Oberhausen in den Vordergrund treten: Mehrmals formt Sänger Ivan Moody mit seinen Händen ein Herz anstatt des (fiktiven) Todesstoßes, nach dem sich die Gruppe einst benannt hat.

Bei der Europa-Tour der Five Finger tut Moody Buße für seine jüngsten Verfehlungen. Erst Mitte Juni war er zum zweiten Mal nach 2015 aus der Band geflogen, nachdem er auf der Bühne ausfallend geworden war. Erneute Alkoholprobleme sollen der Grund gewesen sein. Im August folgte der nächste Teil dieser On-Off-Beziehung, und der zwischenzeitlich von einem Ersatzmann vertretene Sänger kehrte zurück. Die Konzerte werden für ihn zu einer Katharsis. Vor dem dritten Song erklärt Moody, dass im Internet viel Dreck über ihn erzählt werde, mit „Wash it all away“ vom aktuellen Top-Fünf-Album „Got your six“ will er sich reinwaschen. Die Texte und Songtitel nimmt er gerne wörtlich, die Tour soll nicht das Ende für ihn mit der Band sein, also „Ain’t my last dance“.

In Oberhausen harmoniert die Band jedenfalls. Moody ist froh, zurück zu sein, seinen Kollegen scheint es genauso zu gehen. Mit seiner Bühnenpräsenz, dem Spiel mit dem Publikum und nicht zuletzt seinem Gesang trägt der Sänger die Modern-Metal-Gruppe fast alleine. Seine Stimme bringt pure Kraft in die harten Stücke, überzeugt aber auch bei den melodischen, Liedern wie „Bad Company“, der ersten Ballade des Abends. Im Mittelteil bittet Moody um Vergebung: „Ich bin kein Held und nicht aus Stein gemacht“, heißt es in „Wrong side of heaven“. Innig umarmt er Rhythmusgitarrist Zoltan Bathory bei „Remember everything“ und singt: „Würdest du meinen Schmerz betäuben?“. Die beiden Songs, die Leadgitarrist Jason Hook auf der Akustikgitarre begleitet, scheinen wie geschrieben für Moodys Läuterung, stammen allerdings aus den Jahren 2013 und 2011 und standen schon vor dem letzten Vorfall auf der Setlist der Amerikaner.

Nachdem die gut 10 000 Fans dem Sänger lautstark vergeben haben, läutet dieser mit „Coming Down“, „Jekyll and Hyde“ sowie „Under an over it“ das Finale ein, bei dem die Menge noch einmal so richtig abgeht. „The Bleeding“ wird mit Feuerzeugen und Handy-Leuchten ein wenig romantisch. Dann verschwinden die Five Fingers ohne Zugabe nach lediglich 75 Minuten zu den von Platte kommenden Klängen ihres Covers „House of the rising sun“ von der Bühne.

Da spielt zuvor sogar die schwedische Gruppe In Flames ein bisschen länger – 80 Minuten.

Quelle: wa.de

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