Die Lage in Europa

Hitze und Unwetter: So extrem ist das Wetter gerade in Europa

Während die einen mit Wind und Regen zu kämpfen haben, ächzen die anderen unter der Hitze: Das Wetter in Europa bietet derzeit Extreme.

Berlin - Heftige Unwetter haben im Norden Italiens Campingplätze unter Wasser gesetzt, das Stromnetz lahmgelegt und Bäume entwurzelt. Bei starkem Wind und heftigem Regen wurden mehrere Menschen verletzt. Darunter ist auch die brandenburgische Sozialministerin Diana Golze. Die Linken-Politikerin wurde während eines Urlaubs am Donnerstagnachmittag auf einem Campingplatz in Norditalien von einem umstürzenden Baum getroffen und schwer verletzt.

Die Hitze plagt vor allem den Süden Europas

Auch in anderen Ländern der Region wüteten Unwetter. In Deutschland erwarten die Meteorologen nach anhaltendem Regen einen sonnigen Start in die kommende Woche. Am Wochenende sei nur vereinzelt mit Schauern zu rechnen. Im südlichen Niedersachsen könnten allerdings wieder Flüsse über die Ufer treten. Im Süden Europas hingegen macht den Menschen weiter die Hitze zu schaffen.

Ein Überblick:

Italien: Am Donnerstag waren heftige Unwetter mit starkem Wind, Regen, Hagel und Gewitter über Norditalien hinweggezogen. Campingplätze an der Adriaküste nahe Venedig wurden unter Wasser gesetzt, zahlreiche Bäume stürzten um. „Ich habe das Gewitter über dem Meer heranziehen sehen und bin zum Campingplatz gelaufen. Die Bäume um mich herum stürzten um, und einer traf eine 42-jährige Touristin“, sagte ein Feuerwehrmann, der in dem Ort Jesolo Ferien machte, der Zeitung „Corriere della Sera“ (Freitag). Ob es sich dabei um die Ministerin handelte, war zunächst unklar.

Österreich: In der Nacht zu Freitag regnete es wieder heftig. Der Wind zog nach Angaben der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik mit bis zu 130 Kilometern pro Stunde durch das Land. Die Feuerwehren waren wegen Schlammlawinen, umgestürzter Bäume und überfluteter Straßen im Dauereinsatz. In mehreren Bundesländern kam es zu Unterbrechungen von Bahnverbindungen. Österreich hat seit knapp einer Woche mit Unwettern zu kämpfen.

Ungarn: Heftige Stürme fegten in der Nacht über das Land hinweg. Mehr als 100.000 Haushalte blieben ohne Strom, die Zugverbindungen ins benachbarte Österreich wurden unterbrochen. In der Ortschaft Kenez (Bezirk Vas) begrub am Donnerstagabend ein Hausdach ein Auto unter sich. Der im Fahrzeug sitzende Fahrer wurde getötet.

Tschechien: Die tschechischen Feuerwehren rückten nach eigenen Angaben bis Freitagvormittag mehr als 700 Mal aus, um umgestürzte Bäume zu beseitigen, beschädigte Dächer abzusichern und Keller auszupumpen. Rund 110 000 Haushalte waren in der Region Südmähren vorübergehend ohne Strom, weil Hochspannungsleitungen beschädigt wurden. Wegen Schäden an der Stromversorgung kam es im Bahnverkehr im Ostteil Tschechiens teilweise zu mehrstündigen Verspätungen.

Slowakei: Abgerissene Dächer und umgestürzte Bäume sind die Bilanz einer stürmischen Nacht. In der westslowakischen Stadt Malacky mussten Dutzende Familien ihre Wohnungen verlassen, weil die losgerissene Dachkonstruktion einer Wohnhausanlage die Statik des ganzen Gebäudes bedrohte. Zugverbindungen und Straßen wurden im Westen des Landes blockiert.

Diese Länder im Süden und Osten sind von der Hitze gebeutelt

Portugal: Den Portugiesen macht die Hitze weiter zu schaffen. Brennende Wälder halten die Feuerwehr in Atem. Mehr als 2100 Feuerwehrleute waren am Freitag im ganzen Land im Einsatz, um mehr als 170 Brandherde zu bekämpfen, wie der Zivilschutz in Lissabon mitteilte. Dabei wurden 680 Fahrzeuge und 15 Flugzeuge eingesetzt.

Griechenland: Auch in Griechenland ist Hitze ein Thema. Allerdings soll sich das Wetter am Wochenende ändern. Dann drohen in manchen Regionen Stürme und Gewitter, es sei sogar mit Hagel zu rechnen, heißt es beim staatlichen griechischen Wetterdienst. In weiten Teilen des Landes verharrt das Thermometer jedoch zuverlässig bei Temperaturen von mehr als 35 Grad. Auch windig wird es vielerorts sein - die heißen Böen sind allerdings der Alptraum der griechischen Feuerwehr, die landesweit gegen immer wieder neue Buschfeuer und Waldbrände ankämpfen muss.

Serbien: In Serbien hielten die Meteorologen auch am Freitag die höchste, rote Wetterwarnstufe aufrecht mit erwarteten Temperaturen bis zu 40 Grad. In der Nacht zum Samstag sollte die jüngste Hitzewelle durch Unwetter beendet werden.

Bulgarien: Die aktuelle Hitzewelle hat das Land weiterhin fest im Griff. Es herrscht Brandgefahr. Schon am Freitagittag wurden in der Hauptstadt Sofia 32 Grad gemessen. Deutlich kühler soll es erst in der Nacht zum Sonntag werden. Dann aber drohen Regenstürme mit Hagel.

dpa

Rubriklistenbild: © AFP (Symbolbild)

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