Bahn im Norden lahmgelegt

Erstes Todesopfer durch Sturmtief "Xavier" in Hamburg

Anflug im Sturm: Eine Lufthansa-Maschine landet in Schräglage auf dem Flughafen Hannover. Foto: Julian Stratenschulte
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Anflug im Sturm: Eine Lufthansa-Maschine landet in Schräglage auf dem Flughafen Hannover.
Die Auffahrt zur Autobahn A29 bei Rastede (Niedersachsen) wird von einem Baum blockiert. Foto: Mohssen Assanimoghaddam
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Die Auffahrt zur Autobahn A29 bei Rastede (Niedersachsen) wird von einem Baum blockiert. 
Spaziergänger vor der Kulisse der aufgepeitschten Ostsee in Rerik in Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Bernd Wüstneck
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Spaziergänger vor der Kulisse der aufgepeitschten Ostsee in Rerik in Mecklenburg-Vorpommern. 
Sturmböen in Hameln (Niedersachsen): Der gesamte Norden ist von Sturmtief Xavier betroffen. Foto: Julian Stratenschulte
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Sturmböen in Hameln (Niedersachsen): Der gesamte Norden ist von Sturmtief Xavier betroffen. 
Bei trübem Regenwetter macht ein Matrose im Hafen in Hamburg die Leinen los. Foto: Ulrich Perrey
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Bei trübem Regenwetter macht ein Matrose im Hafen in Hamburg die Leinen los. 

Die Sturmwarnung der Hamburger Feuerwehr war noch keine Stunde alt, als es das erste Todesopfer gab: Ein durch Sturmtief "Xavier" entwurzelter Baum erschlug einen Hamburger Autofahrer. Der Zugverkehr in Norddeutschland wurde komplett eingestellt. Auch Fernstrecken sind betroffen.

Berlin - Sturmtief "Xavier" hat in Norddeutschland ein erstes Todesopfer gefordert. In Hamburg kam ein Mensch ums Leben gekommen, nachdem ein Baum auf sein Auto gefallen war, sagte ein Feuerwehrsprecher.

Zuvor hatte die Hamburger Feuerwehr die Bevölkerung der Hansestadt aufgefordert, nicht rauszugehen. "Warnung für Hamburg. Halten Sie sich aktuell nicht im Freien auf, bleiben Sie im geschützten Bereich", twitterte die Feuerwehr.

Ein Sprecher sagte, die Feuerwehr sei wegen mehrerer eingeklemmter Personen und umgestürzter Bäume zu zahlreichen Einsätzen ausgerückt. Es liefen Dutzende Notrufe ein, meldete die Feuerwehr per Twitter. In der Hansestadt wechselten sich seit dem Mittag immer wieder heftige Regenfälle und Stürme mit kurzen sonnigen Phasen ab.

Auch die Hamburger U-Bahn war nach Angaben der Hochbahn betroffen. Aus Sicherheitsgründen gelte auf allen oberirdischen Strecken ein Tempolimit von 40 km/h, twitterte die Hochbahn. Auf der Linie der U1 und U2 wurde an einigen Stellen ein Ersatzverkehr eingerichtet.

Flugreisende mussten ebenfalls Einschränkungen hinnehmen. Die S-Bahn fuhr nicht mehr zum Airport. Immerhin ein Drittel der Passagiere komme mittlerweile per S-Bahn, sagte eine Sprecherin. Auch könne es wegen des Sturms zu Verspätungen bei den Flügen kommen.

"Xavier" legte den Bahnverkehr in Norddeutschland komplett lahm. Die Deutsche Bahn stellte den Zugverkehr in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Bremen und auch den S-Bahnverkehr in Hamburg bis auf weiteres ein, wie das Unternehmen mitteilte.

Am Nachmittag wurden auch die wichtigen Fernverkehrsstrecken Berlin-Hannover und Berlin-Hamburg eingestellt. Das teilte ein Bahnsprecher in Berlin mit. Ursache waren auf die Gleise oder in die Oberleitungen gewehte Bäume, die einen durchgehenden Bahnverkehr unmöglich machten.

Video: Viele Bahnstrecken immer noch gesperrt

Video: Glomex

Auf offener Strecke befindliche Züge versuchten, noch den nächsten Bahnhof zu erreichen. Betroffen waren auch die Hauptachsen von Hannover Richtung Bremen und dem Ruhrgebiet, weil Probleme bei der Stromversorgung der Signale in Wunstorf die Züge ausbremsten.

In Berlin blieb wegen des Unwetters die Internationale Gartenausstellung (IGA) in Marzahn geschlossen. "Die Schließung des IGA-Geländes dient der Sicherheit unserer Besucherinnen und Besucher", teilten die Veranstalter mit. Auch Zoo und Tierpark sollten ihre Pforten schließen. "Elefanten, Zebras und Giraffen (...) ziehen sich sicherheitshalber in ihre Stallungen zurück", hieß es.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte in Teilen von Nord- und Ostdeutschlands vor Orkanböen der Stufe drei. Vier ist die höchste Stufe für Orkanböen. Die Experten empfahlen, den Aufenthalt im Freien zu vermeiden und warnten vor entwurzelten Bäumen, herabstürzenden Dachziegeln und Schäden an Gerüsten und Hochspannungsleitungen.

Auch nach dem aktuellen Sturmtief "Xavier" wird das Wetter in Deutschland am Wochenende nicht angenehmer. Wie der DWD mitteilte, kommt es am Freitag zu teils kräftigen Schauern und Graupelgewittern, die erst zum Nachmittag von Norden her langsam nachlassen. In den Alpen regnet es länger anhaltend und kräftig. An der Nordsee kommt es zu Sturmböen. Die Höchstwerte liegen meist zwischen 11 und 16 Grad.

Am Samstag breitet sich nach DWD-Angaben von Nordwesten starke Bewölkung aus, die schauerartigen Regen bringt und bis zum Abend die Mitte Deutschlands erreicht. Im Süden kann sich zeitweise die Sonne zeigen, und dort bleibt es dann bis zum Abend, abgesehen von einem geringen Schauerrisiko im Bergland, trocken. Die Tageshöchstwerte liegen zwischen 8 Grad im höheren Bergland und 17 Grad am Oberrhein. Es weht schwacher bis mäßiger Westwind mit einzelnen starken Böen. An der Küste und im Bergland wird es stürmisch.

Am Sonntag zeigt sich der Himmel im Süden den ganzen Tag über bedeckt und es regnet wieder. Ansonsten lockert die Wolkendecke von Norden her auf, und die Sonne kann für längere Zeit scheinen. Allerdings rechnen die Meteorologen auch hier mit einzelnen Schauern. Der Nordwestwind weht im Nordosten schwach bis mäßig, entlang der Küsten und im Bergland auch frisch. Die Höchstwerte liegen unverändert zwischen 8 Grad im höheren Bergland und 17 Grad am Oberrhein.

dpa

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