Ahmaud Arbery

Dritte Festnahme wegen Tötung von schwarzem Jogger in den USA

Im Februar wurde ein unbewaffneter Schwarzer im US-Bundesstaat Georgia ermordet. Nun erfolgte eine dritte Festnahme. 

  • Im Februar wurde der US-Amerikaner Ahmaud Arbery auf offener Straße erschossen 
  • Die Tat in Brunswick (Georgia) wurde in einem Video festgehalten 
  • Inzwischen sind drei Tatverdächtige festgenommen worden, die aus rassistischen Motiven gehandelt haben sollen

Update vom Freitag, 22.05.2020, 06.45 Uhr:Nun wurde auch der Mann, der die Ermordung des unbewaffneten Joggers Ahmaud Arbery in Georgia gefilmt hat, von der Polizei verhaftet. Dem 50-jährigen William B. werde unter anderem vorsätzlicher Mord zur Last gelegt, wie das Kriminalamt in Georgia (GBI) mitteilte.

Lee Merritt, Anwalt der Familie des getöteten Ahmaud Arbery, wirft William B. vor, er sei bewaffnet gewesen und habe beim Filmen seine Waffe entsichert. In dem 14-Sekunden-Clip ist in der Tat ein entsprechendes Geräusch zu hören. 

USA: Schwarzer von Polizisten erschossen - Konflikt geht offenbar Jahre zurück

+++ 15.58 Uhr: Nachdem der Jogger Ahmaud Arbery von zwei Männern mutmaßlich aus rassistischen Motiven erschossen wurde, ist ein neues Video aufgetaucht, das den Verstorbenen im Konflikt mit der US-Polizei zeigt. Laut eines Berichts des „Guardian“ soll ein Polizist im November 2017 versucht haben, den verstorbenen Jogger Ahmaud Arbery zu tasern. Arbery saß allein in seinem Auto in einem Park.

USA: Polizei kontrolliert Arbery und bedroht ihn auf einem Video

In dem Video kontrolliert der Polizist Arbery, da er vermutet, er würde Drogen besitzen. Arbery streitet ab, Drogen zu besitzen und verweigert dem Polizisten, sein Auto zu durchsuchen. Er würde in seiner Freizeit in seinem Auto sitzen und rappen. „Du belästigst mich für nichts“, so Arbery gegenüber dem Polizisten. Der Polizist suchte nach „krimineller Aktivität“, woraufhin Arbery entgegnete: „Kriminelle Aktivität? Ich bin in einem verdammten Park, Mann!“ 

Anschließend bedroht ein zweiter Polizist, der inzwischen als Verstärkung eingetroffen ist, Arbery mit einem Taser. Arbery geht daraufhin auf die Knie und versucht, sich zu erklären. Das Video endet damit, dass die Polizisten Arbery gehen lassen – allerdings nicht mit seinem Auto, da sein Führeschein abgelaufen war. In einem Statement von Arberys Familie gegenüber dem „Guardian“ wird beschrieben, dass Arbery von den Polizisten „belästigt wurde“. 

Update vom Montag, 11.05.2020, 15.06 Uhr: US-Rapstar Jay-Z und weitere Prominente haben sich in den Fall des erschossenen Schwarzen Ahmaud Arbery im US-Bundesstaat Georgia eingeschaltet. Sie forderten ein entschiedenes Vorgehen der Ermittler. „Er war unbewaffnet und unschuldig und das Opfer eines Hassverbrechens“, heißt es in einem offenen Brief, den das Unternehmen „Roc Nation“ des Rappers auf Twitter veröffentlichte.

Schwarzer US-Amerikaner erschossen: Minister fordert Überprüfung der Ermittlungen

Neben Jay-Z unterzeichneten Sängerin Alicia Keys, die Rapper Yo Gotti und Meek Mill sowie zwei Anwälte. Der Brief richtet sich an Gouverneur Brian Kemp und die Strafverfolgungsbehörden in Georgia.

Der Justizminister des US-Bundesstaats Georgia forderte eine unabhängige Untersuchung der schleppenden Ermittlungen nach dem Verbrechen. Es gehe um eine „komplette und transparente“ Aufarbeitung der Tötung von Ahmaud Arbery, teilte Minister Chris mit. Deshalb habe er das US-Justizministerium um das Einleiten einer Untersuchung zu den örtlichen Ermittlungen gebeten.

USA: Afroamerikaner erschossen – späte Festnahme der Tatverdächtigen „ungeheuerlich“

Update vom Freitag, 08.05.2020, 14.30 Uhr: Rechtsanwalt Ben Crump, der die Familie des erschossenen 25 Jahre alten Joggers Ahmaud Arbery repräsentiert, bezeichnete die späte Festnahme der beiden Tatverdächtigen als „ungeheuerlich“. Er betonte, dass die Festnahme „der erste Schritt zur Gerechtigkeit“ sei. „Das mörderische Duo, bestehend aus Vater und Sohn, hat das Gesetz in die eigene Hand genommen“, so Crump. 

Den beiden Tatverdächtigen wird schwere Körperverletzung und Mord zur Last gelegt, wie das Kriminalamt GBI am Donnerstagabend erklärte. Auch Profisportler und NBA-Ikone LeBron James zeigt sich auf Twitter von der Tat erschüttert. „Wir werden jeden Tag/zu jeder Zeit, wenn wir einen Fuß vor die Tür setzen, gejagt. Man kann verdammt noch mal nicht mal joggen gehen.“ 

Schwarzer US-Amerikaner beim Joggen erschossen: Zwei Weiße im Verdacht

Ursprünglicher Artikel vom 08.05.2020, 13.00 Uhr: Im Februar 2020 brach der 25 Jahre alte Ahmaud Arbery in der Stadt Brunswick in den USA zum Joggen auf. Während des Joggens wurde er von zwei Männern bedroht, in ein Gespräch verwickelt und kurzerhand erschossen. Die Ermittlungen über den Tod des 25-Jährigen kamen erst in Gang, als der Fall durch ein Handy-Video breite Aufmerksamkeit erlangte. Der 28 Sekunden lange Clip ist aus einem Fahrzeug aufgenommen und soll die Tat zeigen.

USA: Afroamerikaner beim Joggen erschossen – zwei Männer festgenommen 

Arbery wird in Medienberichten als Athlet beschrieben, der regelmäßig trainierte. Das vom Anwalt seiner Familie, Lee Merritt, verbreitete Video zeigt, wie ein Jogger auf einen stehenden Pick-up zuläuft. Als dieser um das Fahrzeug herumgeht, wird er in ein Handgemenge mit einem Mann mit einem Gewehr verwickelt. Ein weiterer Mann auf der Ladefläche scheint zugleich eine Handfeuerwaffe in Anschlag zu bringen. Schüsse sind zu hören.

Inzwischen sind zwei Tatverdächtige festgenommen worden. Dabei handelt es sich um den 64 Jahre alten ehemaligen Polizisten Gregory M. und seinen 34 Jahre alten Sohn Travis. Ihnen wird schwere Körperverletzung und Mord zur Last gelegt, wie das Kriminalamt GBI am Donnerstagabend erklärte. 

Afroamerikaner in Georgia beim Joggen erschossen

Laut einem der „New York Times“ vorliegenden Polizeibericht hatte der 64 Jahre alte Vater ausgesagt, dass der 25 Jahre alte Jogger wie ein Einbrecher ausgesehen habe, der zuvor auf Videokameras in der Nachbarschaft aufgenommen worden sei. Daraufhin hätte er seinen Sohn gerufen, beide hätten sich bewaffnet und wären dem Jogger hinterher gefahren, um ihn zur Rede zu stellen. 

Anschließend sei Travis M. mit seinem Gewehr ausgestiegen. Laut den Aussagen des Vaters habe der Jogger seinen Sohn angegriffen, und es sei zu einem Kampf um das Gewehr gekommen. Anschließend wurde geschossen. Der Aussage eines Verdächtigen im Polizeibericht zufolge brach Arbery nach den Schüssen auf der Straße zusammen. Anwalt Merritt nannte die Täter „Rassisten“. 

USA: Afroamerikaner beim Joggen erschossen – Anwalt nennt Täter „Rassisten“ 

Der Anwalt des Getöteten wirft den Verdächtigen bei Twitter „Mord“ aus „rassistischen Motiven*“ vor. Der Jogger hätte „kein Verbrechen begangen“, und es gab „keinen Grund für diese Männer, ihn mit Waffen zu stoppen oder tödliche Gewalt anzuwenden.“ Ihm zufolge sei Arbery allein wegen seiner Ethnie zum Ziel der Männer geworden. Seine Forderung: lebenslange Haft ohne Aussicht auf Bewährung für die beiden Verdächtigen.

Von Marvin Ziegele 

Wegen seiner Hautfarbe durfte Landu João nicht zum Probearbeiten in einer Kölner Filiale von JD Sports erscheinen. Das Unternehmen hat auf den Vorfall reagiert.

Ein Video zeigt einen Beamten, der sein Knie in den Nacken eines Afroamerikaners drückt. Der stirbt später. Nun untersucht das FBI seine Tod.

Erst der Mord an George Floyd, dann ein Polizeiruf in New York. Zwei unterschiedliche Vorfälle zeigen, wie sehr Rassismus in den USA Teil des Gesellschaftssystems ist.

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Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/John Bazemore

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