Hochwasser im Norden

Stürmische Nacht vertreibt die weihnachtliche Ruhe

+
Der Fischmarkt mit der Fischauktionshalle steht in Hamburg unter Wasser. Foto: Daniel Bockwoldt

Heftige Böen, Hochwasser und vereiste Straßen: Die Feiertage enden alles andere als gemütlich. Vor allem im Norden sorgen die Unwetter für Turbulenzen und einige Unfälle.

Hamburg (dpa) - Die Weihnachtstage haben sich mit stürmischem Wetter verabschiedet. In der Nacht gab es vor allem in Norddeutschland heftige Böen, Hochwasser und vereiste Straßen. Mancherorts wurden gar Orkanwinde der höchsten Stufe 12 gemessen.

Bei wetterbedingten Unfällen gab es Verletzte und mindestens eine Tote. Bei Kiel kam am Abend eine 34 Jahre alte Autofahrerin ums Leben, als ein wegen des Sturms umstürzender Baum auf ihr fahrendes Auto krachte. Ihr 24 Jahre alter Freund wurde bei dem Unfall in Westensee lebensgefährlich verletzt.

In Hamburg setzte eine Sturmflut verschiedene Hafenbereiche an der Elbe unter Wasser. Der Polizei zufolge lag der Scheitelpunkt des Hochwassers in der Nacht 2,73 Meter höher als das mittlere Hochwasser. Straßen im Hafengebiet und unter anderem auch der Fischmarkt wurden dadurch überflutet. Verletzte gab es nach ersten Erkenntnissen nicht. Ein Hamburger Mehrfamilienhaus musste zudem evakuiert werden, weil wegen des Windes das 50 Meter lange Baugerüst eines Nebengebäudes einzustürzen drohte.

Laut dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) gab es auch an der Nordseeküste Pegelstände von teilweise über zwei Metern. Dem Seewetterdienst zufolge kam es dort mancherorts - etwa auf der Insel Sylt - zu nächtlichen Windböen der Stärke 11, an der Ostseeküste vereinzelt sogar zu Böen der höchsten Stufe 12 mit bis zu 120 Stundenkilometern.

In Mecklenburg-Vorpommern gab es zahlreiche Autounfälle wegen des Wetters. Herunterfallende Äste beschädigten Fahrzeuge, umgefallene Bäume blockierten Straßen. Ein fahrender Wagen wurde auf der Autobahn 20 von einer Böe gegen die Leitplanke gedrückt. Auf der Autobahn 14 bei Schwerin sorgte ein Hagelschauer für eine vereiste Strecke, auf der mehrere Autos ins Schleudern gerieten und gegeneinander krachten. Zwei Verletzte mussten ins Krankenhaus.

Im Norden von Niedersachsen bei Buxtehude kollidierte am Abend eine S-Bahn mit einem umgestürzten Baum. Verletzt wurde dabei niemand, die Strecke wurde gesperrt. Über Berlin und Brandenburg zogen Gewitter wie Sturmböen mit geringen Schäden hinweg, lediglich von einigen umgestürzten Bäumen war die Rede.

Ab Dienstag macht sich dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge das Hoch "Yörn" über Deutschland breit und bringt etwas ruhigeres, aber auch kühleres Wetter. In den Morgenstunden müsse überall mit Glätte gerechnet werden, hieß es.

Über Skandinavien wütete der Sturm "Urd". Am Montag setzte er in Schweden, Norwegen und Dänemark Straßen unter Wasser, verursachte Stromausfälle und stürzte Bäume um. Die Öresundbrücke zwischen Kopenhagen und Malmö war in der Nacht zum Dienstag geschlossen. Auf der Insel Seeland standen einige Ferienhäuser unter Wasser. Zwischen Rostock und dem dänischen Gedser sollten bis zum späten Dienstagmorgen keine Fähren ablegen. Auch in Norwegen blieben Schiffe in den Häfen, Flugzeuge aus Bergen und Oslo hoben verspätet oder gar nicht ab. 70 000 Haushalte im Land waren ohne Strom. In Südschweden fielen Züge aus, in Göteborg standen Keller unter Wasser. Verletzte gab es aber nicht.

Pressemitteilung der Polizei Neubrandenburg

Wasserstände

DWD zu Windstärken

Wasserstände an der Küste

Aktuelle Beobachtungswerte des DWD

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare